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Kaninchen artgerecht füttern

Für die wildlebenden Artgenossen unserer Hauskaninchen ist der Tisch insbesondere von Frühling bis Herbst reich gedeckt mit Gräsern, Kräutern, Wiesenblumen, Zweigen und Baumrinden. Auch herabfallendes Obst ist eine willkommene Ergänzung ihres Speiseplans. Die Wildkaninchen finden auf Wiesen und im Gebüsch alles, was für ihre eigene Ernährung wichtig ist sowie für die Aufzucht ihrer Jungtiere. Und damit die Haus- und Wohnungskaninchen nicht auf die wertvolle und vitaminreiche Kost verzichten müssen, sind heute zahlreiche hochwertige Trockenfuttersorten erhältlich, die dem Vorbild aus der Natur folgen. Unzählige unterschiedliche Kräuter, Gräser, Blüten und geeignete Gemüsesorten werden zu anspruchsvollen, naturnahen Futtermischungen verarbeitet, die den Langohren nicht nur richtig gut schmecken, sondern auch besonders nahrhaft und gesund sind.

Auf Getreide- und Zuckerzusätze kann verzichtet werden

Dabei sollte der Kalziumanteil im Alleinfutter für Kaninchen so niedrig wie möglich sein, der Rohfasergehalt dafür umso höher, um für einen guten Zahnabrieb zu sorgen, der für die Nager so wichtig ist. Denn die Zähne wachsen ein Kaninchenleben lang weiter. Neben Rohfaser sollten auch Fette, Kohlenhydrate, Mengen- und Spurenelemente, Eiweiß und Vitamine enthalten sein. Auf Zusätze von Getreide und Zucker kann bei guten Futtermischungen hingegen verzichtet werden. Denn Futter, das schön bunt aussieht, ist nicht unbedingt gut für die Zähne und das empfindliche Verdauungssystem der Kaninchen. Diese Futtermischungen enthalten nicht selten auch Getreide- oder Maiskörner, die zwar schnell satt machen können, im Magen aber aufquellen und schwer verdaulich sind. Zudem sind die empfindlichen Backenzähne der Mümmler nicht widerstandsfähig genug, um permanent Getreidekörner zu knacken.

Artgerechtes Futter kommt daher ohne Getreidezusätze aus und muss noch nicht einmal schön bunt aussehen. Zu empfehlen sind entweder Futtermischungen, bei den die einzelnen getrockneten Futterbestandteile erkennbar sind oder zerkleinert und in gleichförmige Pellets kaltgepresst werden. Pellets haben zudem den Vorteil, dass immer alle Futterbestandteile vom Kaninchen aufgenommen werden und es sich nicht nur bestimmte Teile heraussuchen kann. Dadurch ist gewährleistet, dass es alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine erhält. Dabei dürfen die Pellets nicht zu klein und nicht zu hart sein, damit die Brocken gut mit den Zähnen bearbeitet werden können.

Hochwertiges Trockenfutter enthält bis zu 50 verschiedene Kräuter

Viele Tierhalter vertreten die Ansicht, dass man nur frisches Grünfutter und Gemüse füttern sollte und verzichten ganz auf den Einsatz von Trockenfutter für Kaninchen. Sofern der Tierhalter auch immer auf ein ausgeglichenes Frischfutter mit vielen Kräutern, wie Löwenzahn, Fenchelkraut, Klee, Kamille, Salbei oder Wicke achtet, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Allerdings enthalten Trockenfuttermischungen teilweise 40 bis 50 unterschiedliche Kräuter oder Gräser, die man erst einmal alle zusammentragen muss, um eine ausgewogene, naturnahe Ernährung zu gewährleisten. Optimal ist daher eine abgestimmte Fütterung von frischem Grün und Trockenfutter.

Ein anderer Irrglaube besteht darin, dass Trockenfuttermischungen für Kaninchen ungesund sind, dick machen oder nur streng rationiert gefüttert werden dürfen. Hier kommt es jedoch ganz wesentlich auf das Trockenfutter an. Auf die bereits erwähnten getreide- und zuckerfreien Futtersorten trifft dies nämlich nicht zu. Das Futter ist weder ungesund, noch muss es eingeteilt werden. Kaninchen, die artgerecht gehalten werden – also immer mindestens paarweise und mit ausreichend Auslauf – überfressen sich nicht, sondern nehmen kleine Mahlzeiten zu sich und machen Pause, wenn sie satt sind. Daher kann der Tierhalter ein hochwertiges Trockenfutter nahezu unbegrenzt füttern. Das heißt, der Napf kann gut gefüllt werden und man kann abwarten, bis er fast leer ist. Mit der Zeit bekommt man einen guten Überblick, wieviel Futter die Kaninchen pro Tag verzehren und die Menge darauf abstellen.

Rationieren löst Schlingen und Futterneid aus

Futter zu rationieren hat zudem den unerwünschten Nebeneffekt, dass die Kaninchen schlingen, wann immer es etwas zu Fressen gibt und sogar mit ihren Artgenossen um das Futter kämpfen. Ihr komplexes Verdauungssystem mit dem Stopfmagen ist so ausgestattet, dass Kaninchen viele kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen müssen. Nur dann ist auch ein regelmäßiges Koten möglich. Es ist ein Kreislauf, den man als Tierhalter nicht unterbrechen sollte. Daher sollte immer ausreichend Futter zur Verfügung stehen und rund um die Uhr gutes, frisches Heu – das Grundnahrungsmittel der Kaninchen.

Auch bei Snacks auf artgerechte Fütterung achten

Natürlich freuen sich auch Kaninchen über Snacks und Leckerchen zwischendurch. Aber auch diese sollten unbedingt artgerecht sein. Egal ob Knabberstange, Drobs oder Kräcker, sollte der Tierhalter auf die Zusammensetzung der Snacks achten und getreide- oder zuckerhaltige Leckerli vermeiden. Getrocknete Obstchips werden von vielen Kaninchen ebenfalls gerne genommen. Sie sind im Fachhandel aus kleintiergerechten Herstellung erhältlich.

Schokolade, Kartoffelchips und Brot sind absolutes No-Go

Ein absolutes Tabu in der Ernährung von Kaninchen sind zudem Speisen, die Menschen zu sich nehmen, wie Schokolade oder Kartoffelchips, aber auch Brot (egal ob frisch oder hart) und Küchenabfälle, wie beispielsweise Kartoffelschalen. Der hohe Stärkeanteil wirkt sich negativ auf den Verdauungsapparat aus. Auch gekochtes Gemüse sollte man seinen Kaninchen nicht zu fressen geben, da es meist Salze und Gewürze enthält, die den Kaninchen unbemerkt Flüssigkeit entziehen und im Magen brennen können.