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Die beste Ernährung für Meerschweinchen

Meerschweinchen stammen ursprünglich aus den Wiesen- und Waldrandgebieten Südamerikas, wo sie auch heute noch als wildlebende Gattung zu finden sind. Hierzulande gibt es allenfalls eine geringe Verbreitung von wilden Meerschweinchen, da unser Klima für die possierlichen Nager zu kalt ist. Dagegen erfreuen sie sich einer seit Jahrzehnten wachsenden Popularität als Haustiere, die entweder paarweise oder in Gruppen gehalten werden. Mit ihren wildlebenden Verwandten haben sie jedoch eines gemeinsam: Sie ernähren sich von bodennahen Pflanzen, Gräsern und Kräutern. Daraus ziehen sie das für sie wichtige Vitamin C und produzieren über ihren Blinddarmkot die Vitamine B und K, welche zur Stabilisierung ihrer Darmflora dienen. Die ideale Ernährung von Meerschweinchen besteht daher aus natürlichen Rohstoffen, wie Gras, Löwenzahn, Kamille, Spitzwegerich oder Sauerampfer. Wer jedoch keinen eigenen Garten hat oder keine Gelegenheit hat, unbelastetes Grünfutter zu sammeln, kann seinen Meeris rohes Gemüse, frisches Obst und auch Trockenfutter geben, das heute bedenkenlos zugefüttert werden kann.

Auf die Zusammensetzung des Trockenfutters kommt es an

Viele Experten raten heute immer noch davon ab, Meerschweinchen mit Pellets oder anderen Trockenmischungen zu füttern. Gemeint sind hier aber wohl in erster Linie die "bunten" Futterpackungen, die dem Tierhalter suggerieren, seinen Nagern eine abwechslungsreiche Ernährung zu bieten. Wie so oft, kommt es jedoch auf die Zusammensetzung des Trockenfutters an, denn inzwischen ist sehr hochwertiges Alleinfutter für Meerschweinchen erhältlich, welches den natürlichen Bedarf an unzähligen Wiesen- und Gartenkräutern deckt, aber auf Zusätze, wie Zucker, Getreide, Körner oder getrocknetes Obst verzichtet.

Ein gutes Trockenfutter besteht überwiegend aus Rohfaser, das für den Zahnabrieb des Meerschweinchens wichtig ist, da die Zähne permanent wachsen und durch das Futter abgeschliffen werden. Unter Rohfaser versteht man alle Gräser, Blüten, Blätter, Kräuter oder auch Äste. Daneben sollte das Futter einen größeren Anteil an Rohprotein enthalten, also stickstoffhaltige Substanzen, wie Eiweiße, die überwiegend aus Aminosäuren bestehen. Enthalten sein sollte ebenfalls Rohasche, wie zum Beispiel Mineralstoffe, die Mengen- und Spurenelemente tragen. Ein weiterer aber deutlich geringerer Bestandteil ist Rohfett aus pflanzlichen Fetten oder Ölen. Trockenfutter wird entweder in getrockneter Form oder als kaltgepresste und meist gleichförmige Brocken oder Pellets angeboten.

Was brauchen gesunde Meerschweinchen zum Glücklichsein?

Meerschweinchen haben so genannte Stopfmägen. Ihr Verdauungssystem ist so konstruiert, dass sie nur dann Kot absetzen können, wenn regelmäßig Futter nachgeschoben wird. Daher nehmen sie viele kleine Mahlzeiten am Tag ein. Und sie ernähren sich hauptsächlich von Heu. Zwar kann man Heu auch im Supermarkt oder in der Drogerie kaufen, zu empfehlen ist aber der Kauf im Fachhandel, sowohl online als auch vor Ort, da die Auswahl an hochwertigem Heu einfach größer ist. Denn Heu ist nicht gleich Heu, es kommt auf die Herkunft, die Lagerung und den Transportweg an. Im Idealfall wird es fernab von Autostraßen oder anderen Belastungen aus der Industrie geerntet, schonend getrocknet, abgepackt und ist frisch. So ist gewährleistet, dass es die besten Nährstoffe für die Fütterung enthält. Das Heu, egal ob reines Gras oder mit Wiesenkräutern und -Blumen versetzt, sollte den Meerschweinchen rund um die Uhr und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Frischfutter sollte zirka zweimal pro Tag geben werden. In der warmen Jahreszeit kann frisches Grün aus dem eigenen Garten oder von geeigneten Wiesen gefüttert werden. Frisches Gemüse wie Sellerie, Steckrüben, Möhren, Fenchel, Endivien, Paprika oder Salatgurke, kann vor allem im Winter den Speiseplan erweitern. Obst, wie Äpfel, Bananen, Erdbeeren oder Hagebutte können maximal einmal in der Woche und nur in kleinen Mengen zugefüttert werden.

Dazu kann man Trockenfutter geben, das man bei artgerechter Haltung und -Fütterung von Meerschweinchen nicht limitieren muss. Denn wenn es immer ausreichend Grünes, Frischfutter und Heu gibt, werden sich die Schweinchen nicht am Trockenfutter sattfressen, sondern es als Abwechslung in ihren täglichen Speiseplan aufnehmen. Zwischendurch kann der Tierhalter getrocknete Kräuter aus dem Fachhandel anbieten. Meerschweinchen ernährt man am besten mit einem ausgewogenen Mix aus Frischfutter und gutem Trockenfutter. Wobei keines von beiden das andere ersetzen kann, sondern es eine sinnvolle und naturnahe Ergänzung darstellt.

Und natürlich freuen sich Meerschweinchen auch immer über Snacks und Leckerchen, die aber nicht unbegrenzt gefüttert werden sollten, da sie mit zum Tagesbedarf zählen. Wichtig für den Tierhalter ist auch hier, auf die gesunde Zusammensetzung der Snacks zu achten und Zusätze wie Zucker, Getreide und Körner zu meiden.

Das gehört nicht in den Meerschweinchen-Magen

Nicht alles, was in der Wohnung oder im Garten wächst ist für Meerschweinchen geeignet. Viele Zimmerpflanzen sind sogar ausgesprochen giftig für die kleinen Nager. Daher sollte man bei einem eventuellen Wohnungs-Freilauf darauf achten, dass Weihnachtsstern, Alpenveilchen oder Passionsblume nicht in Reichweite von Meerschweinchen aufgestellt werden. Wer Sträucher, wie Blauregen, Buchsbaum, Hortensie, Buschwindröschen, Schneeglöckchen oder Eiben im Garten hat, sollte Meerschweinchen nicht in die Nähe lassen und sie schon gar nicht als Grünfutter anbieten.

Meerschweinchen sind zudem keine Verwerter von Küchenabfällen. Hier stehen Kartoffelschalen ganz oben auf der Tabu-Liste. Ihr hoher Stärkegehalt kann massive Verdauungsstörungen auslösen. Salatstrunke, Spargelabschnitte oder Zwiebelschalen gehören ebenfalls in den Biomüll und nicht in den Futternapf der Meerschweinchen. Schokolade, Kartoffelchips oder Gummibärchen, mögen wegen der Süße verführerisch sein, führen aber zu Verstopfungen und gehören nicht zu einer artgerechten Ernährung.