Biologische Gleichgewicht im Aquarium - tierglueck-Haustierratgeber

Ein Königreich für Fische: Gute Wasserqualität für biologisches Gleichgewicht im Aquarium

Für Fische ist Wasser ebenso wichtig wie für uns die Luft zum Atmen. Es ist deshalb wichtig, dass die Wasserqualität im Aquarium ideal an alle seine Bewohner angepasst ist. So müssen etwa pH-Wert und Wasserhärte der natürlichen Umgebung von Fischen und auch Pflanzen entsprechen, um bestmögliche Lebensbedingungen und eine angenehme Wohlfühl-Atmosphäre zu schaffen.

Um sich in ihrem Aquarium rundum wohlfühlen zu können, benötigen alle darin lebenden Arten eine für sie ideale Wasserqualität, die immer an die jeweiligen natürlichen Lebensbedingungen angepasst sein muss. Deshalb gilt es, bestimmte Regeln einzuhalten und sich zunächst über die Bedürfnisse der jeweiligen Art zu informieren. Grundsätzlich sollte bereits bei der Auswahl der Fische - und auch der Pflanzen - dafür gesorgt werden, dass deren Ansprüche nicht zu unterschiedlich sind.

Wie die Luft zum Atmen: So wichtig ist die Wasserqualität im Aquarium

Für Fische und Wasserpflanzen ist das Wasser im Aquarium so wichtig wie für unsereins die Luft zum Atmen. Eine passende Wasserqualität ist entscheidend für die Gesundheit der Bewohner und ist dadurch absolut lebenswichtig. Durch eine regelmäßige Überprüfung der Wasserhärte, durch gezielten Wasseraustausch und entsprechende Filterung, kann die Wasserqualität beeinflusst und das biologische Gleichgewicht im Becken eingehalten werden. Kommen zudem alle Aquarienbewohner, Fische und Pflanzen aus einer bestimmten Region, beziehungsweise teilen Ihre Vorlieben und Ansprüche, dann ist die Erhaltung einer optimalen Wasserqualität mit dem entsprechenden Einsatz gut zu gewährleisten.

Wird das Aquarium mit Leitungswasser gefüllt, muss sichergestellt werden, dass dieses weder zu chlorhaltig, noch zu weich oder hart ist. Auch Kupfer, etwa aus alten Wasserleitungen, kann zu einem Problem werden. Mit das allerwichtigste, wenn es um die Wasserqualität geht, ist zudem die Wasserhärte, denn die Gesamthärte hat direkten Einfluss auf den pH-Wert des Wassers. Die Karbonhärte sollte in jedem Fall überprüft werden bevor Fische ins Aquarium einziehen.

Wie sieht ideales Aquarienwasser aus?

Ideales Aquarienwasser ist essentiell wichtig für das Überleben und vor allem das Wohlgefühl aller Aquarienbewohner, Fische, sowie Pflanzen. Das Wasser im Lebensraum Aquarium sollte deshalb so ausgeglichen wie möglich sein und unbedingt sauber gehalten werden. Mit einem gut funktionierenden Filtersystem kann das Wasser ständig auf einem gesunden Level gehalten werden. Regelmäßige Wasserwechsel sorgen dann zudem für langfristige Stabilität der Wasserqualität.

Kriterium Nummer 1: pH-Wert und Wasserhärte

Der pH-Wert spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Je nach Dichte der Wasserstoffionen im Wasser ist es eher sauer oder basisch. Je saurer das Wasser, desto niedriger der pH-Wert, je alkalischer das Wasser, desto höher der pH-Wert. Die pH-Messlatte reicht von 0 bis 14 und der neutralste Wert liegt bei 7. Auch die Wasserhärte ist wichtig. Diese entsteht durch die Ionendichte, etwa von Magnesium oder auch Kalzium. Grundsätzlich gilt, dass Wasser aus einer nahen Quelle noch recht weich ist, also noch nicht so viele Erdalkalimetalle angesammelt hat. Demgegenüber nimmt Wasser, das einen weiten Weg zurücklegt, mehr Mineralstoffe auf und wird dadurch immer härter. Bis 10 °dGH Gesamthärte gilt Wasser als weich, über 20 °dGH als hart. Alles dazwischen, 10 bis 20 °dGH, gilt als mittelhart.

Kritetium Nummer 2: Der Nitritgehalt

Ebenfalls wesentlich für das biologische Gleichgewicht im Aquarium ist die Sauberkeit, die direkte Auswirkungen auf den Nitritgehalt hat. Durch die Ausscheidungen der Fische geraten Stickstoffverbindungen ins Wasser, die sich in zu hoher Dichte belastend auf die Fische auswirken können. Zuerst entsteht das giftige Ammoniak, das sich im Laufe des weiteren Abbaus in Nitrit und schließlich in relativ ungefährliches Nitrat umwandelt. Das Nitrat kann durchaus den Pflanzen als Nährstoff dienen, doch da die meisten Fische schon durch geringe Mengen Ammoniak an Vergiftungserscheinungen leiden können, sollten regelmäßige Teilwasserwechsel unbedingt eingeplant werden. Zwar können Filter die Trübung aus dem Wasser filtern und bestimmte gelöste Stoffe absorbieren, doch eine gründliche Reinigung und Entfernung aller potentieller Giftstoffe ist nur mit einem Wasserwechsel möglich.

Die idealen Aquarien-Werte für Fische

Die meisten Süßwasserfische bevorzugen einen pH-Wert von 6,5 bis hin zu 8,5, der genaue Wert variiert meist in diesem Spektrum. So mögen Buntbarsche eher härteres Wasser, mit einem pH-Wert von 7,5 bis 8,5, während andere Fische sich in eher weichem Wasser mit einem pH-Wert von 6,0 bis hin zu 7,5 wohlfühlen. Diese Werte gilt es dann bei der Haltung auch einzuhalten. Es bedeutet für die Fische nämlich viel Stress, wenn sie einer plötzlichen Veränderung ihrer Idealwerte ausgesetzt werden, denn dann nehmen sie nicht genügend Sauerstoff auf und es kann vorkommen, dass die Farbe der Fische verblasst oder sich ein schleimiger Belag auf ihrer Haut bildet. Dies kann langfristig zu Erkrankungen führen.

Um Krankheiten vorzubeugen ist deshalb ideales Aquarienwasser ein absolutes Muss, auch hinsichtlich der Sauberkeit. Denn bei Fischarten die eher empfindlich reagieren, kann ein Ammoniakgehalt von 0,1 mg pro Liter bereits eine schädigende Wirkung haben. Auch der Nitritwert sollte 0,8 mg pro Liter nicht überschreiten. Der Nitratgehalt allerdings ist bis zu 25 mg pro Liter noch im Rahmen. Auch die Wasserhärte trägt entscheidend zur Gesundheit bei. Wer seinen Fischen die Fortpflanzung erleichtern will, muss in den meisten Fällen das Wasser erhärten, entweder mit einem Ionenaustauscher oder mit einer Umkehrosmose-Anlage. Im Endeffekt kommt es aber immer auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Fischart an.

Vorsicht Schadstoffe - Filterung und Wasseraufbereitung

Da unser Leitungswasser häufig mit diversen Chemikalien belastet und gechlort ist, um die natürlich vorkommenden Bakterien unter Kontrolle zu halten und damit das Wasser sauber durch unsere Leitungen läuft, muss auch ein kritischer Blick auf den Chlorgehalt geworfen werden. Denn sowohl Fische, wie auch Wasserpflanzen und die Bakterien, die zu einem guten biologischen Gleichgewicht im Aquarium gehören, reagieren empfindlich auf zu viel Chlor im Wasser. Bei Fischen können vor allem die Haut und die Kiemen stark unter der Chlorbelastung leiden, da deren natürliche Schutzschicht durch das Chlor angegriffen wird.

Aus eben diesem Grund ist auch der Ammoniakgehalt im Wasser von entscheidender Bedeutung, wenn es um die Gesundheit der Fische, bedingt durch ein gesundes Wasserklima, geht. Ist einer dieser Werte zu hoch, sollte unbedingt auf einen Wasseraufbereiter zurückgegriffen werden. Dieser sorgt dafür, dass die Aquarienbewohner zufrieden in der perfekten Wasserqualität ihre Runden drehen können. Auch beim Wasserwechsel kann ein Wasseraufbereiter gute Dienste leisten und dabei helfen, das biologische Gleichgewicht schnell wiederherzustellen. Denn dieser entfernt dann Schwermetalle wie Kupfer und Zink, die beim durchfließen von Wasserleitungen an das Leitungswasser abgegeben wurden und für Fische gefährlich sein können.

Häufige Fehler bezüglich der Wasserqualität

Jeder Aquarianer sollte sich vor Augen führen, dass das Aquarium ein künstlich erzeugter Lebensraum für alle seine Bewohner ist. Diesen Lebensraum in einem gesunden biologischen Gleichgewicht zu halten, ist extrem wichtig und liegt ganz in unseren Händen. Vor allem bei neuen Aquarien, die gerade erst mit Wasser gefüllt werden, sich also in der Einlaufphase befinden, ist es wichtig, auf gute Wasserwerte zu achten, damit es den Fischen beim Einzug dann an nichts fehlt.

Häufig handeln gerade Aquarien-Neulinge überstürzt. Ein Fehler ist, das Aquarium einfach mit Leitungswasser zu füllen, dann direkt Pflanzen einzusetzen und schon kurz darauf die Fische einziehen zu lassen. Dies kann jedoch sowohl für die Pflanzen als auch für die Fische fatale Folgen haben. Denn um eine gesunde Wasserqualität zu erhalten muss im Aquarium erst ein gesundes biologisches Gleichgewicht erzeugt werden. Eine rein optische Überprüfung des Wassers reicht übrigens nicht aus, um die Wasserqualität bestimmen zu können. Zwar kann sich das Wasser deutlich eintrüben oder es kann verstärktes Algenwachstum auftreten, wenn das biologische Gleichgewicht im Aquarium aus dem Ruder läuft, doch ein ungesundes Wasserklima ist nicht immer so deutlich zu sehen. Auch wenn bei vielen Süßwasserfischen Leitungswasser verwendet werden kann, was sich durch entsprechende Bepflanzung im Aquarium dann auch zu einer passenden Qualität entwickeln kann, muss die Wasserqualität unbedingt überprüft werden. Wirkliche Sicherheit können dabei nur entsprechende Tests geben.

Auch werden oft Fische zusammengehalten, die ganz unterschiedliche Ansprüche an die Wasserqualität stellen. In einem solchen Fall ist es dann unmöglich, allen Fischen eine artgerechte Unterbringung zu ermöglichen. Um der großen Verantwortung, die mit der Haltung von Fischen einhergeht, gerecht zu werden, sollten deshalb Pflanzen und Fische so ausgesucht werden, dass sie ihre Anforderungen an Wasserqualität und Temperatur im Aquarium weitestgehend miteinander teilen. Dann kann ihnen, durch regelmäßige Wassertests und entsprechendes Anpassen der Umgebungsbedingungen, ein artgerechtes Heim zum Wohlfühlen eingerichtet werden.

Wie erreicht man die ideale Wasserqualität?

Um allen Aquarienbewohnern, Pflanzen wie Fischen, ideale Lebensbedingungen zu ermöglichen sollte sich jeder Aquarianer zunächst mit den Bedürfnissen seiner jeweiligen Schützlinge auseinandersetzen und zunächst die ideale Wasserqualität ermitteln. Je nach Messergebnis können die Wasserwerte dann verändert werden. Um den pH-Wert zu senken, kann das Wasser etwa mit einem Torffilter gefiltert oder mit einem Wasseraufbereitungsmittel behandelt werden. Auch das Einströmen von CO2 leistet hier gute Dienste. Die Erhöhung des pH-Wertes kann ebenfalls durch Wasseraufbereitungsmittel oder durch die Zugabe von Natriumkarbonat erfolgen. Alternativ kann der CO2-Gehalt mit einer Luftpumpe und einen Ausströmerstein gesenkt werden.          

Die Wasserhärte können Aquarianer durch eine Wasser-Entmineralisierung mit Harzen, durch einen Ionenaustauscher oder eine Umkehrosmose-Anlage, sowie durch Torffilterung absenken. Demgegenüber ist die Zugabe von Kalzium- oder Magnesiumsulfat oder kalkhaltigen Filtern gut zur Erhöhung der Wasserhärte einsetzbar. Die Nitrit- und Nitratbelastung kann, neben den regulären Wasseraufbereitungsmitteln, auch durch regelmäßige Filterreinigung und durch Teilwasserwechsel effektiv gesenkt werden. Hier ist auch ein gesunder Pflanzenwuchs von Vorteil, da dieser automatisch eine reinigende Wirkung entfaltet.

Da jedes Aquarium hinsichtlich seiner Größe und Bewohner, sowie der verfügbaren Leitungswasserqualität zum Wasserwechsel absolut individuell ist, müssen die genauen Erfordernisse an die Wasserqualität individuell ermittelt werden. Wer sich jedoch einige grundlegende Ratschläge zur Reduzierung von Schadstoffen zu Herzen nimmt, der kann recht einfach ein gesundes biologisches Gleichgewicht herstellen.

Essentiell wichtig ist ein gut funktionierendes Filtersystem, sowie regelmäßige Reinigung und Teilwasserwechsel. Auch sollten nicht zu viele Fische eingesetzt werden und nur so viel Futter gereicht werden wie die Fische in einigen Minuten tatsächlich fressen können. Zum Abrunden eines gesunden Klimas sind zudem gut wachsende und an die Gegebenheiten angepasste Pflanzen wertvolle Helfer. Auch sie sind Lebewesen, die bestimmte Ansprüche stellen, doch im Gegenzug für ein gesundes Klima im Aquarium sorgen und dadurch auch für die Gesundheit der Fische von großer Bedeutung sind.

 

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