10 Dinge, die den Hund nerven | tierglueck-Haustierratgeber

10 Dinge, die Hunde gar nicht mögen – aber über sich ergehen lassen

Die meisten Hunde sind ihren Menschen treu ergeben und würden einfach alles für sie tun. Denn insgeheim bewundern sie uns, weil wir die Macht über Futter und Leckerlis haben und Hände, die so liebevoll streicheln und umsorgen können. Und natürlich spüren sie auch die Zuneigung, die wir ihnen entgegenbringen. Viele Hunde springen daher regelmäßig über ihre Schatten und gehorchen uns zuliebe, obwohl sie viel lieber am Kothaufen eines Artgenossen schnüffeln, die Wühlmaus ausgraben oder sich im Vogelkadaver wälzen würden. Bei all ihrer Ergebenheit uns gegenüber, darf man jedoch nicht vergessen, dass es Hunde sind und eben keine Menschen. Sie haben ihre eigenen Vorlieben und Abneigungen, die vielfach individuell sind, aber überwiegend instinktgesteuert. Hunde handeln also regelmäßig um uns zu gefallen wider ihre Natur und lassen viele Dinge über sich ergehen, die sie eigentlich gar nicht mögen. Zuweilen sollte sich dies jeder Hundehalter vor Augen führen.


1. Hunde werden nicht gerne allein gelassen

Hunde sind Rudeltiere, die ihre Sozialpartner brauchen, die sie umsorgen und beschützen können und selbst auch den Schutz und die Nähe ihres Rudels genießen. Die Menschen in ihrem Umfeld sind gewissermaßen das Rudel. Nun haben Menschen die aus Hundesicht zuweilen überflüssige Angewohnheit, das Haus zu verlassen, um ihrer Arbeit nachzugehen oder zu Unternehmungen aufbrechen, bei denen Vierbeiner fehl am Platze sind. Das Resultat ist, dass sie leider zu Hause bleiben müssen – und meist allein.

Für Hunde mit einer engen Bindung zu ihren Menschen, ist das Alleingelassen werden eine Belastungsprobe für ihre Seele. Das erkennt man an der überschwänglichen Begrüßung bei der Rückkehr. Verlustängste spielen dabei eine sehr große Rolle. Diese Ängste sind bei Hunden besonders ausgeprägt, die aus dem Tierheim adoptiert wurden oder eine Weile von Zuhause weg leben mussten. Generell bleiben Hunde jedoch nicht gerne allein zurück, sie genießen viel lieber die Gesellschaft ihrer Menschen – ganz gleich, wo es hingeht. Daher sollte man seinen Vierbeiner nach Möglichkeit nicht zu lange allein zu Hause lassen oder ihn zumindest adäquat beschäftigen. Ideal ist auch ein zweiter Hund zur Gesellschaft oder die Mitnahme an den Arbeitsplatz, die bei vielen Unternehmen heute möglich ist.

2. Langeweile löst Frust bei Hunden aus

Vierbeiner, die oft allein zu Hause sind, langweilen sich schnell, wenn sie keine Beschäftigung haben. Viele suchen sich dann eigenständig eine Beschäftigung, die selten auf die Gegenliebe von Herrchen oder Frauchen stößt. Dann werden Pantoffeln angenagt, die Sofaecke bearbeitet oder das Couchkissen in seine Bestandteile zerlegt. Dies alles dient im Grunde nur der Frustbewältigung. Ein besonderes Spielzeug mit leckerem Inhalt, kann Abhilfe schaffen.

Durch allzu kurze unspektakuläre Gassigänge, fühlt sich mancher Hund auch nicht gerade sonderlich ausgelastet. Ihm fehlen Bewegung und Aktivitäten gemeinsam mit seinen Menschen. Gerne möchte er auch mal schnüffeln dürfen und nicht immer gleich weitergezogen werden. Eine etwas längere Leine oder die Möglichkeit, auch mal frei zu laufen, bieten ihm deutlich mehr Abwechslung. Und wenn sein Herrchen dann auch noch mit ihm Apportieren spielt, ist das für ihn einfach das Größte, er ist zufrieden, ausgeglichen und glücklich – von Langeweile und Frust kann keine Rede mehr sein.

3. Von fremden Menschen gestreichelt werden

Das ist den meisten Hunden unangenehm. Beim Spaziergang mit dem Hund begegnet man oft Passanten, die beim Anblick des niedlichen Vierbeiners schier in Verzückung geraten und ihn unbedingt streicheln mögen. Klar, warum nicht, schließlich sind Hunde doch für alle da oder etwa nicht? Immer wieder kann man denselben Fehler beobachten, wenn sich Fremde zum Hund hinunterbeugen und ihn einfach so an Kopf oder Rücken streicheln. Der Vierbeiner bekommt selbst keine Möglichkeit zu entscheiden, ob er das überhaupt will. Seine Reaktion auf die ungefragte Streichelattacke verursacht zuweilen Unverständnis beim Verursacher.

Möchte man einen fremden Hund anfassen, empfiehlt es sich, zunächst das Gespräch mit dem Halter zu suchen und nachzufragen, ob es gewünscht ist. Dann sollte man dem Hund seine Handfläche vor die Nase halten, damit er erst einmal riechen kann, mit wem er es denn da zu tun hat. An der Reaktion des Vierbeiners lässt sich erkennen, ob er wohl auch gestreichelt werden mag. Und als Hundehalter sollte man respektieren, wenn der eigene Vierbeiner den Kontakt zu fremden Menschen oder anderen Hunden ablehnt und keinen Zwang ausüben.

4. Widersprüchliche Ansagen verwirren den Hund

Hunde brauchen klare Ansagen von uns und Regeln, die in jeder Situation gelten. Ein Vierbeiner, der es sich gestern mit seinem Herrchen auf der Couch gemütlich machen durfte, versteht nicht, warum er das heute nicht auch darf. Regeln, die der Familienhund befolgen soll, dürfen sich nicht ständig ändern, das verwirrt ihn nur und ruft allgemeine Unsicherheit im Umgang mit seinen Menschen hervor. Das gilt ebenso für Kommandos, die er befolgen soll. Hunde können unsere Worte nicht verstehen, doch gewisse klar ausgesprochene Laute, können sie wiedererkennen und mit einer Handlung verknüpfen. Daher ist es wichtig, Befehle immer mit denselben Worten zu geben.

Zudem sind Hunde innerhalb ihres Rudels klare Strukturen gewöhnt, die auch der Mensch einhalten sollte. Dazu gehört die bestimmte und klare Haltung des Rudelführers, regelmäßige Spaziergänge, Futter zur gleichen Tageszeit sowie die Tatsache, dass Menschenessen für Hunde grundsätzlich tabu ist und nicht bei Tisch gebettelt wird – beziehungsweise etwas gegeben wird.

5. Permanentes Reden oder Geplapper gehen dem Vierbeiner auf die Nerven

Der Mensch kommuniziert nun mal gerne mit anderen. Viele reden wie ein Wasserfall und wer allein lebt, sogar zuweilen mit sich selbst oder mit seinem Hund. Schließlich hat der Ohren und kann zuhören. Allerdings bekommt der Vierbeiner in der Regel nicht allzu viel von der Plauderei seines Frauchens mit, weil er gar nicht versteht, worum es geht. Vielmehr fühlt er sich immer wieder angesprochen, insbesondere, wenn er seinen Namen hört und denkt, er ist gemeint. Er wartet vergeblich auf bekannte Kommandos und ist zunehmend verwirrt über das, was er hört und nicht begreift. Das löst beim Vierbeiner Frust aus und mancher verzieht sich in einen anderen Raum, um dem nervigen Geplapper zu entgehen.

6. Wenn zwei sich streiten, will der Hund schlichten

Es kommt vor, dass Menschen sich uneinig sind und ihre Meinungsverschiedenheiten in hitzigen Wortgefechten ausdiskutieren. Meist nehmen diese Streitereien in ihrem Verlauf an Lautstärke zu. Da der Familienhund in der Regel dabei ist, bekommt er alles mit und wird zunehmend nervös. Denn er sieht, hört und spürt die Erregung seiner Menschen und weiß instinktiv, dass da etwas nicht in Ordnung ist. Mancher Hund geht dazwischen, um zu schlichten und zu beschwichtigen. Dabei ist er in der Zwickmühle, denn er weiß nicht, wen er vor wem verteidigen soll. Andere Vierbeiner verziehen sich verängstigt und zitternd in eine Ecke, weil sie befürchten, der Grund für den Streit zu sein.

7. In die Augen zu starren, löst bei Hunden Unbehagen aus

Seinem Gegenüber direkt in die Augen zu schauen, ist unter Hunden eine Drohgebärde. Will ein Hund einen anderen verjagen, geht er meist knurrend und mit aufgestelltem Nackenfell auf ihn zu. Seine Augen sind dabei direkt auf den Gegner gerichtet. Ist dieser eingeschüchtert, dreht er beschwichtigend den Kopf zu Seite oder verzieht sich. Was unter uns Menschen ein Zeichen von Höflichkeit oder Zuneigung ist, löst beim Vierbeiner vielfach Unbehagen aus. Schaut ihm sein Herrchen starr in die Augen, wird er diesem Blick nicht lange standhalten und sich abwenden. Damit drückt er seinem Herrchen gegenüber Unterwürfigkeit aus und will begütigen. Daher sollte man vermeiden, seinem Hund direkt und lange in die Augen zu schauen – es sei denn, man möchte ihn bestrafen.

8. In die Arme nehmen lässt viele Hunde zurückschrecken

Ungefähr genauso gerne mögen Hunde es, wenn man sie in die Arme nimmt, was viele Hundebesitzer gerne tun, um ihre Zuneigung zu ihrem vierbeinigen Freund auszudrücken. Hunde verknüpfen Arme und Hände eines Menschen mit den Vorderbeinen und Pfoten ihrer Artgenossen. In der Hundesprache bedeutet eine auf- oder umgelegte Pfote jedoch Dominanzgehabe und Streitsüchtigkeit. Instinktiv wird der Vierbeiner vor dieser an sich freundlich gemeinten Geste zurückschrecken und versuchen, sich aus der Umarmung zu lösen.

9. Hunde sind Hunde und wollen nicht verhätschelt werden

Vielen Hundebesitzern sind ihre Vierbeiner so ans Herz gewachsen, dass sie Kindersatz geworden sind. Entsprechend werden sie nahezu rund um die Uhr umsorgt. Mit warmen Mäntelchen ausgestattet, wenn es draußen windig ist, auf den Arm genommen, wenn der Fußweg etwas länger oder der Untergrund matschig ist und um jeden Preis von der Kontaktaufnahme mit anderen Hunden abgehalten. Hunde haben zwar eine enge Bindung zu ihren Herrchen oder Frauchen, doch es sind keine Kinder, die man verhätscheln muss. Ihrer Natur nach wollen sich unsere Vierbeiner auch mal im Dreck wälzen, durch Pfützen laufen und brauchen auch die Bewegung für ein ausgeglichenes Wesen. Wobei das nicht bedeutet, dass sie nicht gerne verwöhnt werden: durch Streicheleinheiten, mal ein Leckerli und Aufmerksamkeit durch ihre Menschen, wie beispielsweise gemeinsames Spielen.

10. Bei zu viel Lärm und Gedränge fühlen sich Hunde unwohl

Mancher Hundebesitzer glaubt, dass man einen Spaziergang mit seinem Vierbeiner gut mit einem Besuch über den Floh- oder Weihnachtsmarkt verknüpfen kann. Das ist nur insofern korrekt, dass Vierpfote sicher gerne dabei ist, wenn Frauchen oder Herrchen aus dem Haus gehen. Doch der Lärm und das Gedränge vieler Menschen machen ihm Angst. Hinzu kommt die Unsicherheit, die er in einer fremden Umgebung empfindet. Außer Beinen und Füßen sieht der arme Kerl nichts und kommt ihm tatsächlich mal ein anderer Hund entgegen, wird er von seinen Leuten einfach weitergezogen. Manchmal haben seine Menschen ein Einsehen und nehmen ihn zumindest auf den Arm. Damit ist er zwar vor der Gefahr geschützt, ständig getreten zu werden, aber ein Spaziergang ist das für ihn sicher nicht. Fazit: Hunde gehören nicht auf den Flohmarkt!


Wer seinen Hund bereits ein wenig kennt, sieht sofort, wenn er sich unwohl fühlt. Meist bedeutet Abwenden nicht etwa Desinteresse, sondern einfach Unsicherheit. Hunde, die beim Gassi gehen häufig an einer viel zu kurzen Leine zerren, wünschen sich etwas mehr Bewegungsfreiheit zur Erfüllung ihrer ganz normalen Bedürfnisse. Vergessen darf man nicht, dass es Lebewesen sind mit einem ausgeprägten und individuellen Charakter. Als Hundehalter sollte man sich selbst öfter zurücknehmen und dafür etwas mehr auf seinen vierbeinigen Freund eingehen.

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