Haustierkamera - Katze per Livestream überwachen | tierglueck-Haustierratgeber

Haustierkamera - Was macht die Mietze wohl allein zu Hause?

Haben Sie sich eigentlich schon mal gefragt, was Ihre Katze zu Hause so treibt, während Sie Ihre Wochenendeinkäufe erledigen oder zur Arbeitsstelle fahren? Mit dieser Frage beschäftigte sich auch der Animationsfilm "Pets" und lockte viele Millionen Zuschauer ins Kino. Die Filmhelden sind allesamt Haustiere, die uns einen Einblick in ihren Tagesablauf geben, wenn Herren und Frauchen unterwegs sind. Dackel Buddy schaltet dann die Küchenmaschine ein, um sich den Rücken kraulen zu lassen, Wellensittich Sweetpea gleitet im Luftstrom des Ventilators durchs Wohnzimmer und die stets coole Katze Cloe versteckt ihr Futter, denn sie weiß genau, wie man den Kühlschrank öffnet, um an die wirklichen Delikatessen zu gelangen. Zugegeben, diese Charaktere sind etwas übertrieben dargestellt, aber dass insbesondere Katzen nicht einfach geduldig abwarten, bis ihre Menschen wieder nach Hause kommen, um sich mit ihnen zu beschäftigen, werden die meisten Katzenhalter bestätigen können, die nicht selten freudige Überraschungen vorfinden. Wäre es da nicht praktisch, wenn man seinen Stubentiger auch mal von unterwegs beobachten und sogar mit ihm kommunizieren könnte?


Katzen sind nicht nur besonders schlau, sondern auch brillante Schauspieler. Die zerkratzte Sofaecke im Wohnzimmer, die Tür zum Schafzimmer, die jetzt einen Katzenspalt breit aufsteht, obwohl man sie noch am Morgen fest verschlossen hatte oder die umgeworfene Blumenvase auf dem Küchentisch – all das sind Indizien für die Streiche von Mietze, die sich offensichtlich gelangweilt hat. Die Samtpfote selbst liegt inzwischen zusammengerollt in ihrem Körbchen mit unschuldigem Blick und streckt sich gerade gähnend, als Herrchen oder Frauchen den Übeltäter sucht. Unwillkürlich fragt man sich, kann so ein liebes Kätzchen tatsächlich so ungezogen gewesen sein?

Mit der Kamera den Stubentiger verfolgen

Wer seine Katze ausspionieren möchte, auch wenn er unterwegs ist, hat dazu heute gleich mehrere Optionen. Denn längst haben findige Hersteller den Bedarf an elektronischen Tiersittern entdeckt und unterschiedliche Haustierkameras und -überwachungssysteme auf den Markt gebracht. Die Technik ist im Grunde sehr einfach zu bedienen und lässt sich komfortabel mittels App über Smartphone oder Tablet-PC von unterwegs aus steuern, so dass der Tierfreund keine zusätzliche Empfangsstation mitführen muss. Der Nutzer kann beispielsweise in seiner Mittagspause schauen, was die Mietze zu Hause gerade so macht. Er kann mit ihr Kontakt aufnehmen und mit ihr sprechen, ihr Leckerchen zukommen lassen oder sogar mit ihr spielen.

Tierkameras für zu Hause

Wer an seinem Computersystem bereits eine Webcam angeschlossen hat, kann auch diese nutzen um die Samtpfote auszuspionieren. Allerdings müssen dazu in der Regel Computer und Kameraprogramm eingeschaltet sein. Außerdem muss die Webcam in einem Bereich aufgestellt werden, wo sich die Katze normalerweise aufhält. Steht der Computer normalerweise im Arbeitszimmer ist zumeist auch die Webcam dort installiert, die Katze hat aber nicht unbedingt Zugang zu diesem Raum.

Deutlich einfacher lässt sich jedoch eine Tierkamera aufstellen und bei Bedarf einfach von Raum zu Raum umstellen. Ihre stabilen Gehäuse, in unterschiedlichen Formen, sind mit einer speziellen Weitwinkelkamera ausgestattet, die nahezu den ganzen Raum erfasst. Sie werden mit dem hauseigenen Drahtlosnetzwerk per WLAN verbunden und senden ein hochauflösendes Livevideo an Smartphone oder Tablet-PC. So hat der Katzenhalter jederzeit Einblick in den Tagesablauf seines Stubentigers, auch wenn er viele Kilometer weit entfernt ist. Mit dem automatischen Zoom der Kamera kann man sogar das Motiv näher heranholen, wenn sich die Katze etwas weiter entfernt aufhält. Einige Kameras bieten sogar eine Rotationsfunktion.

Mit der Katze sprechen, spielen oder Leckerchen geben

Lautsprecher und Mikrofon sind inzwischen fast serienmäße Bestandteile der Tierkamera, so dass man über das eingebaute Mikrofon seines Smartphones mit der Katze sprechen oder sie rufen kann, wenn sie außer Reichweite der Kamera ist. Und natürlich funktioniert die Kommunikation auch anders herum, denn wenn Mietze maunzt oder miaut, dann können Frauchen und Herrchen es hören.

Andere Modelle bieten die Möglichkeit, den Stubentiger zum Spielen zu animieren. Sie haben einen Laserpointer integriert, der ebenfalls von unterwegs über das Smartphone gesteuert wird. So wird ein Lichtpunkt durchs Zimmer hin und her bewegt, den die Katze dann einfangen kann. Das spricht ihren natürlichen Spieltrieb an und simuliert das Mäusefangen. Aber nicht nur ein Laserpointer lässt sich ferngesteuert durch den Raum bewegen, auch die Kamera selbst – sofern diese in einem Spielzeug integriert ist. So gibt es zum Beispiel einen Ball mit Kamera, der dem Tierhalter nicht nur ein Livebild seiner Katze zeigt, sondern auch zum Spielen animiert. Herrchen kann den Ball nämlich von unterwegs über den Boden bewegen, während die Katze hinterherjagt.

Möchte man seine Katze belohnen oder eine Extraportion Futter zukommen lassen, so ist auch dies mit einigen Tierkameras möglich. Sie verfügen über ein spezielles Fach, in dem der Katzenhalter für seine Samtpfote kleine Futterbröckchen und Leckerchen deponieren kann. Per Smartphone-App öffnet sich das Fach kurz und wirft einige Stückchen aus. Auch dies ist gut zum Anlocken der Katze geeignet, wenn diese nicht so gut auf die Stimme aus dem Lautsprecher reagiert. Das Geräusch der Futterbrocken, die auf den Boden fallen, sollte dann auch den Stubentiger neugierig machen und anlocken, der das Rufen ignoriert.

Tierkameras für Freigänger

Wer seinen Stubentiger auch verfolgen möchte, wenn dieser draußen ist, kann eine spezielle Halsbandkamera verwenden. Das Gehäuse dieser Kamera ist sehr klein, robust und meist wasserdicht. Nur wenig größer als eine handelsübliche Streichholzschachtel, wird diese Tierkamera einfach an das Halsband der Katze gehängt und vor der Brust des Tieres ausgerichtet, wo sie sich auch selbst immer wieder auspendelt.

Diese Freigänger-Kameras senden allerdings kein Livebild aus, sondern zeichnen den Weg der Katze als Video in einem internen Speicher auf, das Herrchen oder Frauchen später anschauen und für sich auswerten können. Diese Kameras haben meist sehr leistungsfähige Akkus integriert die über den gesamten Streifzug der Katze durchhalten und später einfach wieder aufgeladen werden können.

Die Halsbandkamera ist jedoch nicht für alle Katzen geeignet. Manche Samtpfote fühlt sich durch den kleinen Kasten unterm Kinn nachhaltig gestört und versucht die Kamera so schnell wie möglich wieder loszuwerden. In einem solchen Fall sollte man auf den Einsatz besser verzichten.

Vor- und Nachteile der elektronischen Katzensitter

Zwar können Herrchen und Frauchen über Lautsprecher und Mikrofon der Kamera mit ihren Lieblingen kommunizieren, jedoch reagiert längst nicht jede Samtpfote auf die Stimme aus dem Kasten. Denn diese mag wohl nach ihren Menschen klingen, der Kasten riecht aber ganz anders. So wie die meisten unserer Haustiere erkennt uns unsere Katze nämlich nicht nur am Klang der Stimme, sondern in erster Linie an unserem Geruch, der für sie einzigartig ist.

So kann es sein, dass dieser ungewöhnliche Kasten, der zwar nach den vertrauten Menschen klingt, der einen oder anderen Katze eher Angst macht und sie sich tunlichst davon fernhält. Dann funktionieren weder Beobachtung noch Bespaßung aus der Ferne.

In jedem Fall wird die Katze in der Tierkamera nicht wirklich ihren Menschen erkennen. Doch wenn sie positiv auf den elektronischen Helfer reagiert, kann dies eine Bereicherung für den Alltag der Samtpfote sein, die dann in Abwesenheit von Frauchen oder Herrchen nicht mehr komplett auf sich allein gestellt ist. Manche Katze sitzt sogar abwartend vor oder neben der Tierkamera, bis diese wieder mit ihr spricht, Leckerchen auswirft oder zum Spielen auffordert.


Eine Tierkamera ist ganz sicher kein Ersatz für die Anwesenheit des Menschen, doch sie kann bei der Katzenhaltung wesentlich unterstützen. Man lernt die Gewohnheiten seines Stubentigers während der eigenen Abwesenheit besser kennen und kann so für mehr Abwechslung sorgen, damit Langeweile gar nicht erst aufkommt – die dann an der Sofaecke ausgelassen wird.

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