Katzencharaktere - Welche Rasse passt zu mir? | tierglueck-Haustierratgeber

Katzencharaktere - Welche Rasse passt zu mir?

Die Hauskatze ist weltweit das beliebteste Haustier. Kein Wunder also, dass Minka, Lissi und Co. auch in vielen deutschen Wohnzimmern zuhause sind. Damit das Zusammenleben mit der Fellnase klappt, sollten Sie sich vor der Adoption überlegen, welche Rasse am besten zu Ihnen passt. Hier finden Sie einen Überblick über die Eigenschaften bekannter Katzenrassen und was das für das Zusammenleben mit dem Tier bedeutet.


Weltweit gibt es etwa 40 verschiedene Katzenrassen. Die meisten Rassen stammen aus Europa, dem Orient und Asien. Die Katze wurde dabei – anders als der Hund – nicht zu einem bestimmten Zweck im Haus gehalten und gezüchtet. Sie diente schon jeher als Gesellschaft für den Menschen und als samtpfotiger Mitbewohner. Deshalb gibt es verglichen mit anderen Arten relativ wenige Rassen. In einigen Kulturen waren sie Ausdruck des Reichtums und des Wohlstandes und wurden etwa bei Staatsbesuchen verschenkt.

Auch heute dienen Katzen der Gesellschaft und dem Zeitvertreib ihrer Besitzer. Durch die Züchtung verschiedener Rassen, können sich künftige Tierhalter vorab einen gewünschten Charakter aussuchen. Zumindest in der Theorie: Jedes Tier ist ein Individuum und kann sich so deutlich von seinen Artgenossen unterscheiden. Die Katzen haben schon einmal ihren eigenen Kopf und entwickeln mitunter ungewöhnliche Eigenarten. Die Auswahl des Charakters aufgrund der Rasse funktioniert also nur bedingt.

Die ruhige Königin: Die Perserkatze

Die Perser-Katze ist mit eine der ältesten Katzenrassen. Es wird vermutet, dass sie durch die Kreuzung persischer oder russischer Langhaarkatzen mit Angora-Katzen entstanden ist. Aus Persien (heute: Iran) breitete sie sich um 1500 über den orientalischen Raum, die Türkei und schließlich Europa aus. Perserkatzen sind mit einem Gewicht von 3,5 bis 8 Kilogramm mittelgroß. Das markanteste Kennzeichen ist sicher das bis zu 10 cm lange Fell. Die üppige Unterwolle und das seidige Fell geben dieser Rasse eine anmutige Erscheinung.

Das Verhalten dieser Katzen passt gut zu ihrer königlichen Optik: Die Perserkatze gilt als ruhiger und gemütlicher Zeitgenosse. Sie thront gerne gelassen auf ihrem Kratzbaum und beobachtet ihre Menschen. Die Rasse gilt nicht als sehr aktiv oder verspielt, dennoch als intelligent und aufmerksam. Die Katzen können gut als Wohnungstiere gehalten werden, da auch die Abenteuerlust und der Drang die Welt zu erkunden eher mäßig ausgeprägt ist. Artistische Ausflüge an den Vorhängen oder der Tapete sind mit einer Perserkatze eher unwahrscheinlich. Ein Leben in einem ruhigen Zuhause tut den Katzen gut. Das Zusammenleben mit Kindern und anderen Tieren sollte kein Problem sein, Perserkatzen gelten als friedfertig und fügsam.

Fellpflege und Überzüchtungen: Die Eigenarten der Perserkatze

Vor der Adoption müssen die zukünftigen Besitzer allerdings wissen, dass die Langhaarkatze mehr Pflege braucht als andere Artgenossen. Das Fell muss täglich gründlich gebürstet werden, damit keine schmerzhaften Knoten entstehen. Dürfen die Tiere ins Freie, wird die Fellpflege noch einmal aufwendiger. Eine Perserkatze kann gut einzeln gehalten werden, sie beschäftigt sich tagsüber gerne selbst oder döst entspannt vor sich hin. Doch berufstätige Besitzer sollten über eine Zweitkatze nachdenken, damit die Tiere nicht vereinsamen.

Die Perserkatze ist eine stark gezüchtete Rasse. Das bedeutet, dass über hunderte Generationen hinweg immer ausgeprägter Rassemerkmale herausgearbeitet wurden. Dazu gehört vor allem die sehr platte Nase. Oftmals wird bei der Zucht die Gesundheit des Tiers außer Acht gelassen. Manche Tiere leiden unter verengten Nasenöffnungen und Tränenkanäle. Auch ein einwärts gedrehtes Augenlied und Nierenzysten kommen bei Perserkatzen zuchtbedingt immer wieder vor. Daher ist es wichtig, sich einen seriösen Züchter zu suchen.

Aktiv, verspielt und wild: Bengalkatzen

Bengalkatzen sind aus dem Wunsch heraus, majestätische Wildkatzen im Wohnzimmer zu halten, entstanden. Das Ergebnis einer Kreuzung von Haus- und asiatischen Wildkatzen legte in den 1960er Jahren den Grundstein für die Zucht dieser Rasse. Die Tiere können eine stattliche Größe erreichen, bringen mit ihrer eher zierlichen Figur allerdings selten mehr als sechs Kilogramm auf die Waage. Die Fellzeichnung der Bengalkatzen erinnert stark an das wilde Muster eines Leoparden.

Doch nicht nur das Fell erinnert an große Katzen aus der Wildnis, Bengalkatzen sind nicht leicht zu händeln. Die Vierbeiner sind sehr intelligent, neugierig und aktiv. Sie wollen beschäftigt und geistig gefordert werden. Eine verschlossene Tür stellt die meisten Katzen dieser Rasse vor keine besonders große Herausforderung. Bekommen die Tiere nicht genug Aufmerksamkeit, werden sie um die Gunst des Herrchens oder Frauchens kämpfen. Denn obwohl sie sehr eigenständig sind, sind sie gesellig und nicht gerne alleine.

Auslauf, Klettern und Jagen: Bengalkatzen wollen gefordert werden

Bengalkatzen brauchen Platz und Auslauf. Als Wohnungstier ist diese Rasse eher schlecht geeignet. Die Wildkatze fühlt sich in der Natur am wohlsten. Ein großer Garten mit Kletter- und Versteckmöglichkeiten ist ein ideales Revier für die Jäger. Außerdem müssen die Besitzer ihren Mitbewohner immer wieder vor Herausforderungen stellen: Intelligenzspielzeug, kleine Tricks oder das Verstecken des Futters hilft dabei, den Vierbeiner zu beschäftigen.

Das kurze und besonders weiche Fell dieser Tiere bedarf keiner speziellen Pflege. Gelegentliches Bürsten hilft dabei abgestorbene Haare zu entfernen. Die Rasse ist im Vergleich zu anderen Artgenossen etwas anfälliger für die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), eine Infektionskrankheit die zu einer tödlichen Entzündung des Bauchfells führt. Auch die Darmparasiten Titrichomonas foetus können vorkommen.

Die größte Katzenrasse der Welt: Die Maine Coon

Kräftiger Knochenbau, muskulöse und stämmige Figur, langes und wildes Fell: Die Maine Coon ist eine Katzenrasse, die beeindruckt. Sie gehört nicht nur zu den älteren Rassen, es handelt sich hierbei um die größte Rasse weltweit. Die groß gewachsenen Katzen bringen bis zu 10 Kilogramm auf die Waage. Die Tiere sind im US-Bundesstaat Maine zuhause und gehören zu den Waldkatzen. Das bedeutet: Die Rasse wurde nicht künstlich gezüchtet, sondern hat sich auf natürliche Weise entwickelt. Die Katzen waren ursprünglich auf Farmen beheimatet und haben dort Jagd auf Mäuse und Co. gemacht. Erst um 1900 erlangte die Rasse größere Bekanntheit.

So beeindruckend die optische Erscheinung ist, so pflegeleicht ist der Charakter dieser Katzen. Sie gelten als ausgeglichen, ruhig und unkompliziert. Die Langhaarkatzen suchen die Gesellschaft ihrer Bezugsperson und freuen sich ebenso über einen Artgenossen. Auch mit Kindern und anderen Tieren kommt die sanfte Waldkatze gut zurecht. Maine Coons gehören zu den Katzenrassen, die vor Wasser nicht zurückscheuen und auch gerne einmal baden gehen. Diese Rasse kann als gute Mischung zwischen Schmusetiger und Weltentdecker bezeichnet werden.

Robustes Mobiliar und Gesellschaft: Maine Coons richtig halten

Die Haltung der unkomplizierten Waldkatze ist prinzipiell einfach: Die Katze kommt aus der Natur und fühlt sich im Freien zuhause. Maine Coons sind gesellige Tiere, die entweder viel Kontakt zu ihren Menschen oder Gesellschaft durch Artgenossen oder andere Tiere brauchen. Vor der Adoption dieser Katzenrasse ist zu beachten, dass die Kratzmöbel stabil und belastbar sein müssen. Ein ausgewachsener Maine Coon-Kater kann mitunter das Doppelte einer anderen Hauskatze auf die Waage bringen. Dementsprechend muss das Zuhause auf den Riesen vornereitet sein.

Durch die Züchtung dieser Rasse kommt es auch hier zu genetisch bedingten Erkrankungen. Maine Coons leiden häufiger als andere Katzen unter Herzmuskel- und Nierenerkrankungen. Auch Gelenkprobleme und –fehlstellungen kommen durch die Körpergröße und das Gewicht vor.

Elegante und intelligente Exoten: Die Siamkatzen

Die Siamkatze stammt ursprünglich aus Thailand (früher: Siam). Die genaue Geschichte, wie diese Rasse entstanden ist, ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass hochbeinige und schlanke Katzen aus dem mediterranen Raum mit Seefahrern in den Nahen Osten gelangten und sich mit einheimischen Tieren verpaarten. Sie zeichnen sich durch die spezielle Fellmusterung aus: Gesicht, Ohren, Schwanz und Genitalien sind dunkel gefärbt wohingegen der Körper sehr hell ist. Die Ursache ist eine Genmutation - die Katzen sind quasi „Teilalbinos“. Die Tiere sind zierlich, schlank und mit maximal 5 Kilogramm echte Leichtgewichte.

Der Charakter der Siamkatze zeichnet sich durch ein intelligentes und anhängliches Wesen aus. Die Tiere sind sehr menschenfixiert und nicht gerne alleine. Wer sich eine Siamkatze zulegen möchte, muss daher viel Zeit für seinen neuen Mitbewohner einplanen. Intelligenzspiele fördern das Wohlbefinden der exotischen Vierbeiner und vertreiben die Langeweile. Werden die Tiere nicht ausreichend gefördert, fordern sie lautstark die Aufmerksamkeit des Besitzers ein.

Gesellige Zeitgenossen: Siamkatzen brauchen Aufmerksamkeit

Die zierlichen Katzen benötigen Gesellschaft und Beschäftigung. Eine zweite Katze kann dabei helfen, dem Vierbeiner die Langeweile zu vertreiben. Doch einige Tiere reagieren darauf mit Eifersucht – sie wollen ihren Menschen für sich alleine haben. Mit Kindern und Hunden kommen die Rassekatzen in der Regel zurecht. Freigang ist für die neugierigen und verspielten Tiere sehr empfehlenswert. Sind sie nicht ausgelastet, machen sie sich lautstark bemerkbar. Siamkatzen miauen sehr viel und unter Umständen auch sehr laut.

Siamkatzen sind durch die Zucht besonders anfällig für Netzhauterkrankungen. Zu Beginn der Zucht waren ein Schielen und ein geknickter Schwanz ein wichtiges Merkmal für die Rassekatzen. Inzwischen sind diese Merkmale nicht mehr erwünscht, kommen allerdings ab und zu noch vor. Auch Anämie und Herzschwäche betrifft diese Rasse häufig.

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