Achtung Zeckengefahr:  Was tun, wenn die Katze einen Zeckenbiss hat? - tierglueck-Hautierratgeber

Achtung Zeckengefahr: Was tun, wenn die Katze einen Zeckenbiss hat?

Gerade unsere frei laufenden Hauskatzen genießen es, lange und ausgiebig in der freien Natur herumzustreifen. Das umherstreunen in hohen Wiesen, in Wald und Flur und in dichtem Unterholz birgt jedoch eine - fast - unsichtbare Gefahr: Zecken! Von März bis Oktober ist es draußen warm genug für die kleinen Spinnentiere und sie warten geduldig auf einen vorbeistreifenden Wirt. Damit die eigene Katze nicht zum Wirtstier wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten vor Zeckenbissen zu schützen. Doch auch wenn die Katze sich tatsächlich eine Zecke eingefangen hat, gilt es einiges zu beachten. Wir zeigen, worauf es bei einem Zeckenbiss ankommt und wie er vermieden werden kann.

Es gibt nichts Schöneres für unsere Katzen, als das freie Herumstreunen auf weiter Flur. Im Frühling lieben es unsere Vierbeiner, die Nase in die ersten Frühblüher zu stecken, im Sommer streifen sie durchs hohe Gras und im Herbst erkunden sie noch immer jedes Unterholz, dass ihnen auf ihrem Weg ins Auge fällt. Da ist es ein Leichtes, sich die eine oder andere Zecke zuzuziehen.

Wo lauert die Gefahr? Wie ziehen sich Katzen Zecken zu?

Zecken - diese kleinen Parasiten können Wochen, Monate, ja sogar Jahre auf ihren nächsten Wirt warten und lauern überall in Feld, Wald und Wiese. Dort halten sie sich an Grashalmen oder Büschen, meist bis zu zehn Zentimeter über dem Boden auf - eine ideale Höhe, um sich dann mit einem beherzten Sprung an einer vorbeilaufenden Katze festzuhalten. Hat die Zecke ihren Wirt dann erstmal erreicht, so sucht sie sich in Ruhe eine gute Stelle aus, um sich festzubeißen und Blut zu saugen. Eine geeignete Stelle zu finden kann mehrere Tage in Anspruch nehmen, wird die Zecke also frühzeitig entdeckt, kann sie noch ganz leicht entfernt werden.

Einmal festgesaugt, verbleibt die Zecke etwa zwei bis zehn Tage an der Katze hängen, während sie sich langsam vollsaugt. Da sich der kleine Zeckenkörper während des Saugens um ein vielfaches ausdehnt und eine leicht gräuliche Farbe annimmt, sind Zecken, die bereits festgesaugt sind, oft besser zu erkennen. Auch wenn Zecken sich manchmal gut im dichten Katzenfell verstecken, suchen sie sich doch oft Stellen mit weniger Behaarung aus, um sich festzubeißen. Sobald eine Zecke entdeckt wird, sollte sie unbedingt entfernt werden, denn nicht jeder Zeckenbiss geht glimpflich aus.

Welche Gefahren gehen von Zecken für Mensch und Tier aus?

Zecken sind als Krankheitsüberträger bekannt und je früher ein Zeckenbiss bei der eigenen Katze entdeckt wird, desto besser. Da sich Katzen scheinbar seltener mit von Zecken übertragenen Krankheiten infizieren wie etwa Menschen oder Hunde, gibt es für sie keine Impfungen gegen die typischerweise durch Zecken übertragenen Krankheiten. Kommt es doch zu Symptomen, wie etwa Schlappheit oder Appetitlosigkeit oder hat die Katze vielleicht ohnehin ein geschwächtes Immunsystem, kann eine Diagnose schwierig werden oder erst sehr spät stattfinden. Auch sind die Bissstellen im dichten Fell nicht immer gut zu erkennen und gerade bei dunklen Katzen lässt sich oft schlecht erkennen, ob sich um die Bissstelle herum eine verdächtige Rötung zeigt, die auf eine Infektion hindeuten könnte.

Besonders gefährlich und die am meisten auftretenden Krankheiten sind FSME, also die Frühsommer-Mengingoenzephalitis sowie die Lyme-Borreliose. Die Borreliose wird durch die sogenannten Borrelien, also eine bestimmte Art von Bakterien, ausgelöst und verursacht Appetitlosigkeit, Fieber sowie Lahmheit in den Beinen. Meist treten die Symptome erst Wochen nach einem Biss auf und da die typische Wanderröte um die Bissstelle oft vom Fell bedeckt ist, besteht die Gefahr, dass die Krankheit unentdeckt bleibt. Dann kann auch das zentrale Nervensystem der Katze befallen werden und es kann zu Gelenkschäden kommen. Früh erkannt, kann aber mit Antibiotika erfolgreich gegengesteuert werden. Infiziert sich die Katze allerdings durch einen Zeckenbiss mit dem FSME-Virus, so scheint dies weniger schlimm zu sein, denn Katzen scheinen hier keine schwerwiegenden Symptome zu entwickeln.

Auch von einem Befall mit Anaplasmen, das sind Bakterien, welche die weißen Blutkörperchen angreifen, kann die Katze sehr krank und lethargisch werden und Anzeichen wie Fieber, Gewichtsverlust und Gelenkschmerzen entwickeln. Diese, bei Katzen vereinzelt auftretende Krankheit, kann ebenfalls gut mit Antibiotika behandelt werden. Bei der Babesiose entwickelt die Katze Appetitlosigkeit, verliert Gewicht und bekommt Fieber. Der Auslöser sind von Zecken übertragene Babesien, also einzellige Parasiten, die die roten Blutkörperchen befallen. Die Babesiose kann mit Antiprotozoika behandelt werden.

Die beste Vorbeugung gegen Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, ist die Anwendung von Zeckenschutzmitteln.

Was ist das beste Vorgehen bei einem Zeckenbiss?

Zunächst einmal sollte die Katze nach jedem Freigang gründlich auf Zecken untersucht werden. Wenn die Suche erfolgreich ist, dann sollte schnell gehandelt werden, denn je kürzer der Befall dauert, desto größer sind die Chancen, etwaige Infektionen durch Krankheitserreger zu vermeiden. Wichtig ist, immer darauf zu achten, dass die Zecke komplett entfernt wird und nicht der Kopf der Zecke in der Katze verbleibt. Denn das erhöht die Infektionsgefahr und kann zu Entzündungen der Wunde führen.

Wie entfernt man Zecken richtig?

Es ist äußerst wichtig, als Katzenhalter nicht zu versuchen, Zecken mit dem Finger oder zwischen den Fingernägeln aus dem Katzenkörper herauszuziehen. Denn da die Zecken sehr klein und schwer zu greifen sind, könnte so der Zeckenkörper gequetscht werden, was dazu führen kann, dass die Zecke ihren gesamten Speichel und Darminhalt in die Wunde erbricht. Da dies die Gefahr einer Entzündung ungemein vergrößert, sollten Zecken also ausschließlich entweder mit einer Pinzette oder mit einer speziellen Zeckenzange entfernt werden.

Dabei sollte die Zecke mit der Pinzette direkt auf der Höhe der Haut der Katze angefasst werden und dann möglichst gerade und ohne zu zögern herausgezogen werden. Dies kann sehr schnell gehen, sollte aber auch nicht zu gewaltsam geschehen, da die Zecke sich in der Haut festgebissen hat und eventuell eine kurze Zeit benötigt, um loszulassen. Mit einer leichten Drehung funktioniert das Herausziehen oft besonders gut, jedoch sollte zu häufiges Drehen vermieden werden.

Wird allerdings mit aller Gewalt gezogen, könnte der Zeckenkopf versehentlich in der Katze zurückbleiben, das sollte unbedingt verhindert werden. Falls es doch einmal vorkommt, dann kann vorsichtig versucht werden, den Kopf unter Zuhilfenahme einer Kreditkarte zu entfernen, die direkt auf der Haut unter den Zeckenkopf geschoben wird. Das kann den Kopf meist lösen. Gelingt dies nicht, so fällt der Kopf meist nach wenigen Tagen von alleine ab. Die Stelle sollte dennoch desinfiziert und gut beobachtet werden, um einer eventuellen Infektion vorzubeugen. Sollte sich aber über mehrere Tage hinaus eine auffällige Rötung zeigen, hilft nur der Weg zum Tierarzt. Auch wer sich nicht selbst zutraut, den kleinen Parasiten aus der Haut der geliebten Katze herauszuziehen, der kann die Zecke direkt vom Tierarzt entfernen lassen.

Hilfsmittel zum Entfernen von Zecken

Gute Hilfsmittel zum Entfernen von Zecken sind Pinzette und Zeckenzange oder Zeckenhaken. Beide lassen sich hervorragend an die kleinen Zeckenkörper anlegen und ermöglichen einen festen Griff. Bei noch kleinen Zecken, die sich gerade erst festgebissen haben und noch nicht an Größe zulegen konnten, kann eine Zeckenzange einen noch sichereren Griff ermöglichen. Keinesfalls sollte zum Entfernen von Zecken Alkohol oder Klebstoff auf die kleinen Parasiten getropft werden. Denn dies schadet diesen zwar, kann aber ebenfalls dazu führen, dass die Zecken ihren Speichel und Darminhalt in die Wunde abgeben. Auch Öl hilft nicht dabei, die Zecke schneller zu entfernen

Wie beugt man gegen Zeckenbisse vor?

Der beste Schutz vor Zecken ist es wohl, die richtigen Maßnahmen zur Vorbeugung zu ergreifen. Hier gibt es die verschiedensten Möglichkeiten und Hilfsmittel. An allererster Stelle sollte jedoch die regelmäßige Kontrolle auf Zecken nach einem Freigang stehen. Wer seine Katze täglich auf Zecken kontrolliert, der hat eine gute Chance, einen tatsächlichen Biss von vorne herein zu verhindern.

Es ist auch deshalb wichtig, eingeschleppte Zecken schnell zu entdecken, weil sie sonst von der Katze womöglich in die Wohnung eingeschleppt werden. Denn wenn sich die Zecken vollgesogen fallen lassen und dies zufällig in der Wohnung geschieht, dann sind Wochen oder Monate später, wenn die Parasiten wieder hungrig werden, auch alle anderen Hausbewohner potentiell gefährdet, zum neuen Wirt zu werden.

Um zu verhindern, dass die Katze gar nicht erst zum unfreiwilligen Wirt für die kleinen Parasiten wird, gibt es verschiedene Mittel gegen Zeckenbefall. Diese helfen dabei, die ungeliebten Blutsauger von vornherein auf Abstand zu halten und es gar nicht erst zum Befall kommen zu lassen.

Welche Hilfsmittel gibt es zur Vorbeugung gegen Zeckenbefall?

Es gibt verschiedene Präparate gegen Zeckenbefall und die Auswahl ist groß zwischen Hilfsmitteln auf chemischer oder natürlicher Basis. Die verschiedenen Produkte und Präparate, die den Stubentiger davor schützen sollen zum Zeckenwirt zu werden, haben unterschiedliche Wirkstoffe. Einige davon sind so ausgelegt, dass sie sich auf dem Fell und der Haut der Katze verteilen und die Zecken komplett abweisen, während andere das zentrale Nervensystem der Zecken in dem Moment tödlich angreifen, in dem sie sich festbeißen.

Die Zeckenmittel kommen in unterschiedlicher Form. Als SpotOn-Präparate werden sie direkt auf die Haut geträufelt, wo sie sich dann selbstständig verteilen und bis zu vier Wochen wirken. Auch als Halsbänder sind die Mittel zu haben. Diese wirken im Prinzip identisch, halten aber länger vor. Aus Sicherheitsgründen sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die Halsbänder eine Sollbruchstelle haben, um sich zu lösen, falls die Katze damit hängenbleibt. Auch Sprays und Shampoos gibt es auf dieser Basis. Neben den chemischen Wirkstoffen in Zeckenpräparaten, die unbedingt immer für Katzen zugelassen sein müssen, da solche für Hunde für unsere Samtpfoten giftig sein können, gibt es auch welche auf natürlicher Basis. Hier stehen Kokosöl und Bernsteinketten hoch im Kurs. Ätherische Öle sollten allerdings bei Katzen nicht verwendet werden, da diese giftig sein können.

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