Anschaffung eines Hundewelpen – zwischen Treue und Verantwortung - tierglueck-Haustierratgeber

Anschaffung eines Hundewelpen – zwischen Treue und Verantwortung

So lange wir denken können, hat sich der Mensch mit Hunden umgeben, sie als Jagdgehilfen oder zur Aufsicht abgerichtet, zu seinem Schutz gehalten, als Ersatz für den Verlust seiner Augen oder schlicht als treue Weggefährten, die uns Menschen so bedingungslos lieben und alles, wirklich alles für uns tun würden, was nur in ihrer Macht liegt. Bereits im Welpenalter wird dieses Verhalten ausgeprägt und das Band für eine besonders innige Beziehung zwischen Mensch und Hund geknüpft. Aber dies ist auch die Zeit für seine Erziehung, in der der Halter sich nicht nur vom Charme des Jungtieres überwältigen lassen darf, sondern ihm auch seine Grenzen aufzeigen muss. Herrchen und Hund lernen in dieser Zeit voneinander, doch sie müssen auch zusammen passen.

Wolf und Mensch waren einst Feinde, die sich gegenseitig des Fleisches wegen jagten. Der Mensch war zudem auf das Fell des Wolfes aus, das ihm Schutz und Wärme bot. Vor etwa 15.000 Jahren fingen Jäger erstmals junge Wölfe ein, um sie zu zähmen und abzurichten. Der Wolf war beim Menschen geachtet für seine Stärke, seinen Spürsinn und seine Widerstandskraft. Diese Eigenschaften machten sich die Jäger zunutze und züchteten über Jahrhunderte bis der Haushund entstand, der Vorfahre unserer heutigen Haustiere. Die positiven Eigenschaften blieben dabei erhalten, doch die Wildheit des einstigen Wolfes ging verloren. Und aus dem Feind des Menschen wurde dessen bester Freund.

Familienverhältnisse und Lebensumstände bestimmen Haltung und Rasse

Unzählige Hunderassen sind heute vertreten und egal ob klein oder groß, mit langem oder kurzem Fell, gemeinhin als hübsch oder hässlich geltend, finden sie alle ihre Frauchen und Herrchen. Bei der Wahl der Rasse stehen zunächst die Familienverhältnisse im Vordergrund. Soll es ein Familienhund sein, der sich auch mit kleinen Kindern versteht? Lebe ich in einer Partnerschaft und möchte vermeiden, dass unser Hund eifersüchtig reagiert, wenn er nicht die Nummer eins ist? Lebe ich allein und suche einen vierbeinigen Freund, dem ich als Gesellschaft genug bin und der mich bestimmen lässt? Oder bin ich krank und brauche einen Hund, der meine Therapie aktiv unterstützt?

Auch muss dem zukünftigen Halter bei der Anschaffung eines Welpens bewusst sein, dass dieser zwischen 12 und 18 Jahre alt werden kann und er damit eine lange Verantwortung übernimmt. Insbesondere in den ersten Monaten verlangt ein junger Hund seinem Herrchen viel ab und kann kaum allein gelassen werden. Wenn er später nicht mit in den Urlaub fahren kann, muss eine gute Lösung gefunden werden. Das betrifft auch einschneidende berufliche oder familiäre Veränderungen.

Diese Rasse passt zu mir

Aus Hunderten von Hunderassen und Mischlingsarten wollen wir hier nur einige Beispiele als Anhaltspunkte geben. Die Wahl, welcher Hund für Frauchen, Herrchen oder Familie der geeignetste ist, hängt auch von persönlichen Vorlieben ab.

Seit einigen Jahren ist der Mops ein beliebter Vierbeiner, der sich sehr gut in eine Familie integrieren lässt. Mit einem Schultermaß von zirka 30 Zentimetern zählt der aus China stammende Mops zu den kleineren Hunderassen. Sein Fell ist glatt und sehr kurz, meist von hellbrauner oder grauer Farbe. Sein Wesen ist freundlich und fröhlich, niemals aggressiv. Mopse sind aufmerksame und intelligente Hunde, wodurch sie sich leicht erziehen lassen. Auch ungeübte Tierhalter werden gut mit ihnen klarkommen. Ein Mops ist kein Jagdhund, benötigt aber dennoch viel Auslauf, da er aufgrund seiner leicht stämmigen Natur zum Dickwerden neigt. Ein ausgesprochener Beschützer für Haus und Hof ist er nicht, doch seiner Menschenfamilie treu ergeben.

Aus der großen Gruppe der Terrier sei hier der Jack Russell vorgestellt, der seine Ursprünge aus britischen Züchtungen hat. Er zählt mit seinen kurzen Beinen ebenfalls zu den kleinen Hunderassen und besitzt einen ausgeprägten Verteidigungsinstinkt für Wohnung und Haus. Er ist zirka 25 bis 30 Zentimeter groß und sein überwiegend weißes Fell mit brauen und schwarzen Zeichnungen ist kurz und glatt. Der Jack Russell Terrier ist sehr verspielt und hat enorm viel Ausdauer. Damit ist er der ideale Spielkamerad für Kinder oder Partner für sportliche Aktivitäten. Er ist selbstbewusst, gelehrig und über alle Maßen aufmerksam für jede Geste von Herrchen oder Frauchen. Sein Einfühlungsvermögen für Stimmungen macht ihn zum idealen Therapiehund. Doch der Jacky benötigt insbesondere im Welpenalter eine strenge und gehobene Erziehung. Ungeübte Hundehalter sollten mit ihrem Welpen daher unbedingt eine Hundeschule besuchen oder sich erfahrenen Rat einholen.

Mehr Persönlichkeit, als nur Hund, der immer mal wieder in Mode kommt, ist der Dackel. Er gehört zur Gattung der Dachshunde und wird in unterschiedlichen Unterarten als Langhaardackel, Kurzhaardackel, Rauhaardackel und Zwergdackel geführt. Alle Arten haben die kurzen Beine, die hängenden Ohren, den länglichen Körperbau und den berühmten Dackelblick gemeinsam. Der Dachshund hat eine Schulterhöhe von 18 bis 30 Zentimetern und seine Fellfarbe reicht von allen Schwarz- und Brauntönen über gefleckte und zweifarbige Varianten. Er liebt es, in der Familie gehalten zu werden, konzentriert seine Zuneigung aber auch auf ein alleinstehendes Frauchen oder Herrchen. Der muntere, quirlige Bursche spielt und tobt für sein Leben gerne und ist trotz seiner kurzen Beine ein ausdauernder Spaziergänger. Doch Vorsicht, er folgt gerne seinem ausgeprägten Jagdtrieb und sollte daher besser an der Leine geführt werden. Dackel sind sehr gelehrig und nehmen aufmerksam alles auf, was man ihnen beibringt. Doch wie kaum eine andere Rasse merken sie, wenn Frauchen oder Herrchen Nachlässigkeit zeigen und nutzen dies schamlos aus.

Der Shetland Sheepdog sieht aus wie eine kleinere Ausgabe der berühmten Colliehündin Lassie. Doch der Sheltie ist eine eigenständige Züchtung, der Shetlandinseln vor Schottland und wird dort als Hütehund eingesetzt. Seine Schulterhöhe misst 33 bis 40 Zentimeter, was ihn als eher mittelgroße Rasse ausweist. Auffällig sind sein dichtes langes braun-schwarz-weißes Fell mit der üppigen Mähne, die kleinen eleganten Ohren und sein freundlich-liebevoller Gesichtsausdruck. Der Sheltie gilt als sehr intelligent und wachsam und braucht stets eine Aufgabe. Er ist der ideale Sportpartner und liebt alle Arten von Bewegung. Damit er seine Aufgabe als Wachhund aber nicht überstrapaziert, benötigt er klare Ansagen.

Kaum eine Hunderasse ist so zeitlos modern wie der Deutsche Schäferhund. Er arbeitet für die Polizei, rettet Menschen, führt Sehbehinderte und wacht gewissenhaft über alles, was ihm anvertraut wird. Mit einer Größe zwischen 55 und 65 Zentimetern zählt er zu den größeren Hunderassen. Sein Fell ist überwiegend dicht und kurz von schwarz-brauner Farbe. Charakteristisch sind seine stets spitzen, wachen Ohren und die lange Schnauze. Sein Äußeres erinnert auch heute noch sehr an den Wolf. Der Schäferhund ist extrem intelligent und vermag sich den Lebensumständen seines Halters perfekt anzupassen. Demensprechend ist er leicht zu führen, doch er langweilt sich schnell, wenn er keine Aufgabe bekommt.

Wo kaufe ich meinen Welpen und mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Hat man sich zum Kauf eines Welpen einer bestimmten Rasse entschieden, so kann sich der zukünftige Halter im Internet über Züchter informieren. Auch der Tierarzt oder die Zoologie können bei der Suche nach guten Züchtern helfen. Vorsicht ist bei großen Zuchtbetrieben geboten, die gleich mehrere Rassen gleichzeitig anbieten und nicht selten 20 oder 30 Hündinnen halten. Es besteht die Gefahr, an einen Massenzüchter zu geraten, der nur auf Profit aus ist. Auch ist davon abgeraten, einen Welpen auf einem Parkplatz aus dem Auto heraus zu kaufen.

Gute Zuchtbetriebe erkennt man in der Regel daran, dass sie sich auf eine Rasse spezialisiert haben und die Zuchthunde nicht selten Familienanschluss haben. Ihr Gehege oder die Welpenkiste sollte sauber und geruchsfrei sein und die Hündin anwesend. Der Züchter sollte Informationen und Nachweise über den Deckrüden, den Gesundheitszustand seiner Zuchttiere sowie die Unterlagen der Welpen vorweisen können. Einem ernsthaften Züchter ist es auch nicht egal, wohin seine Welpen kommen, er wird sich nach den Haltungsbedingungen und den Familienumständen des Interessenten erkundigen.

Die Welpen sollten munter und neugierig, aber nicht ängstlich oder gar verschreckt reagieren. Ihre Augen sollten klar und glänzend sein, das Fell seidig schimmern und frei von Parasiten sein. Sie sollten gut genährt, aber nicht zu dick sein. Im Alter von 8 bis 10 Wochen können die Kleinen ihre Mutter verlassen und selbstständig fressen. Trifft all dies zu, kann man davon ausgehen, einen seriösen Züchter gefunden zu haben und ruhigen Gewissens kaufen. Übrigens, meist sind es die Welpen selbst, die sich bei der Begutachtung ihr Frauchen oder Herrchen auswählen, nicht umgekehrt.

Je nach Rasse und besonderen Merkmalen kostet ein Welpe von reiner Abstammung und mit entsprechenden Papieren in Deutschland zwischen 800 und 1.500 Euro. Exoten liegen noch weit darüber. Darin inbegriffen sind die Erstimpfung und eine vierfache Entwurmung sowie die Kennzeichnung mit dem Mikrochip (Transponder-Injektion unter die Haut am Hals des Hundes) und der internationale Haustierpass im Gesamtwert von ca. 100 Euro. Sind Rasse oder Stammbaum vielleicht nicht ganz so wichtig und es kann auch ein Mischling sein, könnte sich auch der Weg zum örtlichen Tierheim lohnen. Dort sind auch oft Welpen verfügbar, die gegen eine geringe Gebühr und einen Schutzvertrag abgegeben werden. Die Mutter der Welpen ist dann zumeist bekannt, da sie ebenfalls im Tierheim ist, über den Rüden sind jedoch oft keine Informationen verfügbar.

Die Erstausstattung: Das braucht der Welpe in seinem neuen Zuhause

Damit sich der kleine Freund im neuen Zuhause wohlfühlt, sollte der Halter einige Anschaffungen tätigen: Ein Hundekorb oder -bettchen mit einem weichen Kissen und einer Kuscheldecke, Futter- und Wassernapf, eine Transportbox für Tierarztbesuche oder Fahrten im Auto, Halsband und Leine, Kamm und Bürste, Hundespielzeug für Welpen, Juniorfutter und Kauartikel. Insgesamt muss man mit Kosten von zirka 150 bis 200 Euro rechnen. Folgekosten für Nachimpfungen, Wurmkuren, Hundesteuer und Tierhalter-Haftpflichtversicherungen schließen sich an.

Sich einen Welpen als Hausgenossen anzuschaffen, ist für manchen Tierhalter mit einer höheren Investition verbunden. Doch dafür bekommt man einen Freund, der einem ein Hundeleben lang zur Seite steht, der Freude und Trost spendet und dafür nur eine Gegenleistung erwartet: die Zuneigung von Frauchen und Herrchen. 

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