So klappt's mit der Katzenerziehung | tierglueck-Haustierratgeber

Das 1x1 zur erfoglreichen Katzenerziehung

Katzen haben ihren eigenen Kopf. Das zeigt sich spätestens bei dem Versuch die Fellnasen zu erziehen. Mit ein paar einfachen Tricks ist es allerdings möglich die sturen Vierbeiner an einige Grundregeln zu gewöhnen. So wird das Zusammenleben von Mensch und Tier angenehmer – kunstvolle Tricks wie beim Hund darf ein Katzen-Herrchen allerdings nicht erwarten.


Die Behauptung „Katzen lassen sich nicht erziehen“ ist unter Tierbesitzern weit verbreitet. Ein Fünkchen Wahrheit steckt schon drin: Katzen haben ihren eigenen Kopf. Sie sind von Natur aus Einzelgänger, selbständig und müssen sich niemandem unterordnen. Hunde haben einen natürlichen „Will to please“, also den ausgeprägten Wunsch ihrem Herrchen zu gefallen – bei Katzen fehlt dieser Wunsch. Und trotzdem lassen Katzen sich mit ein paar einfachen Tricks erziehen. Zumindest einfache Regeln für das Miteinander in einem Haushalt lassen sich gut durchsetzen.

Am Anfang gilt es eine Vertrauensbasis zwischen Mensch und Tier zu schaffen. Kommt ein kleines Kätzchen in die Familie, muss es sich zunächst an die neue Umgebung und die „Mitbewohner“ gewöhnen. Hier ist es wichtig alle Grundbedürfnisse des Tiers zu erfüllen und mit sanftem Körperkontakt nach und nach eine Beziehung zu dem Tier aufzubauen. Denn Vertrauen ist der Schlüssel zur Erziehung einer Katze. Wer sein Haustier kennt, kann besser einschätzen, welche erzieherischen Maßnahmen geeignet sind und welche nicht. Sowohl das ideale Lob als auch die geeignete Bestrafung können je nach Charakter der Katze variieren.

1. Erziehung der Katze: Je früher desto besser

Grundsätzlich gilt: Je früher die Erziehung des Kätzchens begonnen wird, desto besser sind die Chancen auf Erfolg. In den ersten zwölf Lebenswochen lernen die neugeborenen Kitten bereits viele Verhaltensweisen von der Mutter und in der Interaktion mit den Geschwistern. Sie probieren sich aus und erkunden die Welt. Danach geht es meist in das neue Zuhause – und hier sollte sofort damit begonnen werden Regeln festzulegen.

Denn wenn eine Katze einmal etwas durfte, wird es sehr schwer ihr dieses Verhalten wieder auszutreiben. Wenn die Fellnase nicht mit im Bett schlafen soll, muss das schon in der ersten Nacht durchgesetzt werden. So kommt es gar nicht erst zu Missverständnissen zwischen Zwei- und Vierbeinern. Hat sich das Kätzchen erst einmal an die kuscheligen Laken gewöhnt, wird sie den Komfort vehement einfordern.

2. Zauberwort: Konsequenz in der Erziehung

Damit Katzen Regeln befolgen ist Konsequenz elementar. Sind einmal Regeln aufgestellt, müssen sie immer und von allen Familienmitgliedern durchgesetzt werden. Wenn die Katze nicht auf den Tisch springen darf, sollte es ihr auch nicht möglich sein sich dort oben niederzulassen, wenn sie alleine zu Hause ist. Es kann helfen die Tür zum betroffenen Raum zu schließen. Erwischen Sie Ihre Katze auf dem verbotenen Möbelstück, müssen Sie sie sofort mit einem deutlichen Kommando („Nein!“) auf das unerwünschte Verhalten hinweisen und sie auf ihrem eigentlichen Liegeplatz absetzen.

Es ist wichtig, dass immer dasselbe Wort in einer ähnlichen Tonlage zum Hinweis auf ein Fehlverhalten genutzt wird. Welches Wort das ist spielt dabei keine Rolle. Lediglich der Name des Tiers sollte nicht zur Ermahnung genutzt werden – er sollte nur mit positiven Empfindungen verknüpft werden. Alle Familienmitglieder sollten dasselbe Kommando verwenden, sonst ist die Anweisung verwirrend für die Katze.

3. Gutes Verhalten Loben

Genauso wie das Kratzen an der Tapete oder das Spazieren auf der Küchenzeile gerügt wird, muss gutes und erwünschtes Verhalten gelobt werden. Nutzt das Kätzchen den Kratzbaum, um die Krallen abzuwetzen kann es durch positive Bestärkung immer wieder dazu gebracht werden zu der Verhaltensweise zurückkehren. Als Bestärkung eignet sich ein verbales Lob, eine Streicheleinheit oder ein folgendes Spiel. Auch ein Leckerli kann ab und zu das gewünschte Verhalten bekräftigen. Doch hier sollten Herrchen und Frauchen nicht übertreiben – es droht sonst Übergewicht.

4. Gewalt ist absolut Tabu

Schlechtes Verhalten bei Haustieren darf unter keinen Umständen mit körperlicher Züchtigung bestraft werden. Man darf nicht vergessen: Katzen verkraften deutlich weniger als Menschen. Auch ein Schubsen oder Schütteln kann das Tier nachhaltig verstören und sein Vertrauen in den Menschen erschüttern. Auch das Einsperren in ein Zimmer ist absolut ungeeignet als Bestrafung. Die Katze bringt die Isolation nicht mit ihrem Verhalten in Verbindung und wird nicht verstehen, was sie falsch gemacht hat.

Katzenhalter diskutieren, ob das Spritzen mit einer kleinen Wasserpistole oder einem Pflanzen Sprüher als Bestrafung geeignet ist. Die Meinungen gehen hier auseinander. Wahrscheinlich ist es von Tier zu Tier verschieden, ob Wasser als Bestrafung eingesetzt werden kann. Hier wirkt vor allem der Überraschungseffekt: Erwischen Sie die Katze auf frischer Tat beim Kratzen an der Couch kann ein Spritzer den Vierbeiner erschrecken und er wird von den Polstern ablassen. Bei schreckhaften und ängstlichen Tieren ist der Einsatz von Wasser nicht zu empfehlen. Robustere kleine Frechdachse können ab und zu mit dieser Methode gemaßregelt werden. Wichtig ist allerdings, niemals auf den Kopf oder die Ohren zu zielen – die Augen und Gehörgänge sind empfindlich.

5. Erziehung der Katze: das Timing muss stimmen

Bei der Erziehung eines Haustiers – unabhängig davon ob Hund oder Katze – kommt es auf das Timing an. Das Fehlverhalten muss sofort mit dem klaren Kommando bestraft werden. Liegt zu viel Zeit zwischen der Ermahnung und der „Straftat“, bringen die Vierbeiner die beiden Ergebnisse nicht in Verbindung und verstehen nicht, warum sie bestraft werden.

Geht einmal ein Häufchen nicht ins Katzenklo sondern auf den Teppich, ist es nicht hilfreich das Tier mit der Nase fast in den Kot zu drücken. Das hat einen verstörenden Effekt und bringt nichts. Wer die Katze beim Geschäft auf dem Fußboden erwischt ist mit einem deutlichen „Nein!“ besser beraten. Im Anschluss das Kätzchen ins Katzenklo setzen. Wird das Geschäft ordnungsgemäß vollzogen, Loben nicht vergessen!

6. Natürliche Verhaltensweisen akzeptieren

Es ist wichtig, dass Katzenbesitzer die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere akzeptieren. Das Wetzen der Krallen ist ein normaler Prozess. Damit nicht Möbel oder Wände herhalten müssen, sollten ausreichend Kratzmöbel vorhanden sein. Katzen sind nachtaktive Tiere. Das nächtliche Herumtoben ist daher kein Fehlverhalten, sondern muss vom Halter hingenommen werden. Wer nicht möchte, dass Kitty und Co den Schlaf stören, sollte von vornherein festlegen, dass das Schlafzimmer für Katzen tabu ist. Bei reinen Wohnungskatzen ist zu beachten, dass sich die verbotenen Gebiete in Grenzen halten: Irgendwo muss der Vierbeiner seine Energie ja loswerden.

Deshalb gilt: Die Grundbedürfnisse jeder Katze müssen ausreichend gedeckt sein, bevor an Erziehung gedacht werden kann. Und: Wird der Vierbeiner bei einem Regelverstoß erwischt, sollte sofort das gewünschte Verhalten als Alternative angeboten werden. Kratzt die Katze an der Tapete, sollten Sie sie mit dem festgelegten Kommando schimpfen und sofort an den Kratzbaum setzen. Kratzt sie dort weiter ist ein Lob angebracht.

7. Arbeit mit der Stimmlage

Katzen haben ein sehr feines Gehör. Sie nehmen Geräusche etwa dreimal lauter wahr als Menschen. Daher ist es nicht angebracht die Fellnasen laut anzugehen, wenn sie etwas Falsches getan haben. Es ist wirkungsvoller einen strengen Tonfall anzuschlagen. Katzen haben ein gutes Gespür für die menschliche Stimmung und werden den Unterton bemerken. Ebenso erkennen die Tiere das Lob am Tonfall. Bei der Erziehung der Katze ist es daher wichtig, sie nicht mit langen Sätzen zuzutexten. Lieber mit klaren Ansagen und richtig gewähltem Tonfall die Botschaft vermitteln.

8. Das Tier nicht überfordern

Bei der Erziehung einer Katze ist es wichtig, dass der Besitzer nicht zu viel auf einmal erwartet. Zu viele Regeln und Verbote können den Vierbeiner überfordern und so zu einem unerwünschten Fehlverhalten oder einer Trotzreaktion führen. Deshalb gilt: In kleinen Schritten geht es konsequent in Richtung Ziel. Jede Etappe ist wichtig, um die erlernten Verhaltensweisen zu festigen und unerwünschte Aktionen zu unterbinden. Auch hier ist Konsequenz das Zauberwort.

9. Bei Verhaltensstörungen kann der Psychologe helfen

Legt eine Katze ein absolut unangebrachtes Verhalten an den Tag oder ist das Zusammenleben mit Mensch und Tier durch eine Eigenheit der Katze unmöglich, kann ein Gang zum Tierpsychologen gegebenenfalls weiterhelfen. Der Spezialist kann ergründen, worin die Ursache in der Verhaltensweise der Katze liegt und eventuell Abhilfe verschaffen. Mit unangebrachtem Fehlverhalten ist nicht das Zerstören der Sofakissen oder das Rumtoben in der Wohnung gemeint, doch aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen, anderen Haustieren oder der Bezugsperson können beim Tierpsychologen behandelt werden.

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