Der richtige Boden für dein Terrarium - tierglueck-Haustierratgeber

Der richtige Boden für dein Terrarium: Was es zu beachten gibt

Die Faszination Terrarium ist groß und wer sich Schlange, Schildkröte, Vogelspinne oder Gecko als Haustier hält, der weiß, dass es neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit noch ein weiteres Detail gibt, das für die artgerechte Haltung von absoluter Wichtigkeit ist: Der Bodengrund. Denn ob Wüsten-, Wald- oder Tropenbewohner, der Bodengrund im Terrarium muss unbedingt an die jeweilige Art angepasst sein. Mit unseren Tipps gelingt die Auswahl des geeigneten Bodens, sodass sich die Terrarienbewohner pudelwohl fühlen.

Reptilienfreunde kennen die Bedürfnisse ihrer Schützlinge im Allgemeinen recht gut und wenn es um die perfekte Einrichtung eines Terrariums geht, gibt es viele Faktoren, die eine Rolle spielen. Neben den vielbeschriebenen Dingen, wie der richtigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit und dem allgemeinen Aufbau, ist aber vor allem der Bodengrund ganz wesentlich dafür, dass sich die Tiere in ihrem gläsernen Zuhause wohlfühlen. Hier sollte also nicht die Optik entscheidend sein, sondern es sollte ganz klar das Wohl des Tieres im Vordergrund stehen.

Warum der richtige Boden so wichtig für das Tier ist

Um sich rundherum wohl zu fühlen, müssen die Terrarienbewohner einen Bodengrund in ihrem Zuhause haben, der die natürlichen Gegebenheiten ihres Lebensraumes in der freien Natur so nah wie irgend möglich abbildet. Es ist einer der wesentlichen Faktoren für gesunde und glückliche Tiere, die etwa ihrem natürlichen Grabtrieb nachkommen können. Hier sind zum Beispiel für Schildkröten oder Frösche ganz andere Böden wesentlich, als für Schlangen oder Geckos. Wenn ein Tier beispielsweise gerne gräbt, dann ist es unerlässlich, ihm dies zu ermöglichen. Und zwar mit einem Bodengrund, der das Graben ermöglicht und nicht über der frisch gebuddelten Höhle gleich wieder einbricht und der zudem entsprechend tief genug ist, um auch für die Eiablage zu funktionieren. Dabei sollte die natürliche Umgebung unbedingt genau abgebildet werden, denn nicht jeder Wüstenbewohner liebt automatisch trockenen Sand, ebenso wie nicht jeder Waldbewohner in reiner Walderde leben möchte.

Doch auch aus einem anderen Grund ist der Boden wichtig: Denn die Hygiene im gesamten Biotop hängt wesentlich von einem gesunden und vor allem frischen Boden ab. Der Bodengrund sollte deshalb auch regelmäßig gewechselt werden, sodass sich Bakterien oder gar Schimmel gar nicht erst ausbreiten können. Es ist also ganz egal ob Terrarienerde, Moos, Terrariensand oder andere Bodensorten Verwendung finden, wesentlich ist vor allem die geeignete Konsistenz und außerdem die Fähigkeit, eventuell die Wärme der Heizstrahler zu speichern, sowie Feuchtigkeit aufzunehmen, um so zu einem gesunden Klima beitragen zu können. Außerdem ist der Bodengrund wichtig, um die Ausscheidungen der Terrarienbewohner aufzunehmen. Ein optimaler Bodengrund ist somit, im wahrsten Sinne des Wortes, die Grundlage für ein gesundes Klima im Terrarium.

Die Auswahl des richtigen Bodengrunds

Entsprechend der Vielzahl unterschiedlicher Terrarientiere, gibt es eine große Auswahl an Bodengründen, die durch ihre spezielle Zusammensetzung ideal an die Bedürfnisse der jeweiligen Arten angepasst sind. Wir stellen die gängigsten Arten vor, um jedem Terrarianer die Entscheidung für die perfekte Terrarienbasis zu erleichtern.

Warane, Sandboas und Agamen lieben Wüsten-Sand

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Sand- oder sandähnlichen Bodengründen. Besonders beliebt ist echter Wüstensand, in dem sich die Wüstenbewohner wie Warane, Sandboas oder Agamen besonders wohlfühlen. Ein Vorteil des Terrarien-Wüstensandes ist, dass er häufig in unterschiedlichen Farben zu haben ist und deshalb auch optisch an die ästhetischen Vorstellungen des Terrarianers angepasst werden kann. Der Gestaltungsspielraum ist hier, rein farblich gesehen, also recht groß. Für die Bewohner des Terrariums selbst hingegen ist die Zusammensetzung des Bodens wichtig. Er sollte auf die Bedürfnisse seiner Bewohner zum Graben und Wühlen abgestimmt sein, also entweder dicht oder fein sein, eine gleichmäßige Körnung und keinesfalls Farbstoffe oder andere Zusatzstoffe haben. Für Bewohner die Höhlen buddeln, muss der Sand extra hochwertig und zum Beispiel mit Lehm angereichert sein, der dem Tier in feuchten Zustand die Möglichkeiten zum erfolgreichen Graben von Höhlen bietet, die nicht einstürzen.

Für alle Reptilien die gerne graben ist es deshalb äußerst wichtig, den Sand an einigen Stellen leicht feucht zu halten, so dass die optimalen Grabeigenschaften auch genutzt werden können. Zudem speichert feuchter Sand besonders gut die Wärme der Terrarienheizung und die Tiere können dies zum Beispiel nachts gut nutzen, indem sie sich an einer Stelle niederlassen, die über den Tag hindurch aufgeheizt wurde.

Fluss-Sand für Schildkröten

Wer eine aquatische oder semi-aquatische Schildkröte hält, die also entweder komplett im Wasser oder aber sowohl im Wasser, als auch auf dem Land lebt, der benötigt natürlich eine ganz andere Art von Sand als Bodengrund. Dieser echte Fluss-Sand zeichnet sich durch seine besonders feine Konsistenz aus.

Kalzium-Sand zur Vorbeugung von Verstopfungen

Da viele Reptilien beim Fressen auch einen gewissen Anteil an Bodengrund mit aufnehmen ist es besonders wichtig, auf jegliche Art von Farbstoffen und chemischen Zusätzen zu verzichten. Gerade für Tiere die besonders viel Sand mit verzehren, kann es sich daher empfehlen, speziellen Kalzium-Sand aus reinen Mineralien mit einem besonders hohen Kalziumanteil zu verwenden, um Verstopfungen vorzubeugen.

Hinsichtlich des Kalziumsandes gehen die Meinungen allerdings auseinander. Ob und wie viel Kalzium ein Tier benötigt und wie es dies am besten aufnehmen sollte, muss deshalb entsprechend der jeweiligen Art bestimmt und entschieden werden.

Auf keinen Fall verwendet werden sollte Aquarienkies. Dieser ist zu grobkörnig, rau, staubig und kann von den Tieren zudem nicht zum Graben verwendet werden. Sandboden hat den Vorteil, dass es relativ einfach ist den Kot der Terrarienbewohner, etwa mithilfe eines Siebes, zu entfernen und das Terrarium dadurch täglich zu säubern. Da Sand im Allgemeinen jedoch schlecht Feuchtigkeit bindet, sollte er außerdem – je nachdem wie viele Tiere im Terrarium leben – regelmäßig komplett ausgetauscht werden. Denn die im Terrarium vorhandenen Keime können sich andernfalls übermäßig vermehren und zu einem ungesunden Klima für die Haustiere beitragen, die sich übrigens in zu altem Sand auch irgendwann nicht mehr wohl fühlen. Auch sollte mit dem Wechsel des Bodengrundes nicht erst begonnen werden, wenn das Terrarium anfängt unangenehm zu riechen.

Erde, Rindenmulch, Buchenhack, Kokos- und Humuserde für Waldbewohner

Waldbewohner fühlen sich vor allem auf Urwald- oder Humuserde wohl. Bewährt hat sich unter anderem eine Basis aus Erde, die dann durch locker verstreuten Rindenmulch ergänzt wird. Die verschiedenen Mulche, Rinden und Borken, die oft in der Haltung von Schlangen genutzt werden, sorgen im Terrarium für eine natürlich anmutende Optik, ein gesundes Terrarienklima und sind außerdem auch häufig keimhemmend. Außerdem nehmen sie Feuchtigkeit gut auf und sind somit praktisch zur hygienischen Reinigung des Terrariums.

Durch ihre Eigenschaft, Wasser zu binden und somit zu einer hohen Luftfeuchtigkeit im Terrarium beizutragen, sind auch die leichten Kokoschips besonders zur Amphibienhaltung gut geeignet. Salamander und Frösche freuen sich zudem über die guten Grabeigenschaften der Kokoschips. Gepresste Kokosfasern wiederum finden sich in Humusziegeln, die - in Wasser aufgequollen - ihr Volumen um ein Vielfaches erhöhen und deren weiche erdige Konsistenz unter anderem im Schlangen-, Reptilien- oder Vogelspinnen-Terrarium zum Einsatz kommt. Mit diesem Humus ist es ein Leichtes, den Bewohnern entsprechende Feuchtzonen, unter anderem zur Eiablage bei Schlangen, zu schaffen.

Eine weitere Möglichkeit für einen Bodengrund im Terrarium zu sorgen ist das klassische Buchenhack, das beispielsweise im Schlangenterrarium oder bei der Haltung von Warnen oder Schildkröten Verwendung findet. Vorteile sind die gute Bindung von Feuchtigkeit und dadurch die  gute Möglichkeit zur Reinigung des Terrariums. Der Nachteil ist jedoch, dass gerade diejenigen Tiere, die viel Bodengrund mit der Nahrung aufnehmen, gesundheitliche Probleme bekommen können, wenn sie zu viel des eher schwer verdaulichen Buchenhack fressen. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Tiere diese Art von Bodengrund nicht übermäßig mit der Nahrung aufnehmen, da sie nicht verdaut werden kann. Auch können sich, je nach Tierart, die Krallen nicht abnutzen.

Gute Ergänzung zum Bodengrund: Moose

Als Ergänzung zum vorhandenen Bodengrund ist Moos ideal, um den Terrarienbewohnern in einem bestimmten Bereich des Terrariums gemütliche Verstecke oder Höhlen einzurichten oder auch um Feuchtzonen zu schaffen und ihnen so eine besonders natürliche Umgebung zu ermöglichen. Während sich Frösche und Amphibien auf einem reinen Moosboden wohl fühlen, kann etwa im Schlangenaquarium ein Teilbereich mit feuchtem Moos angelegt werden, um die Tiere bei der Häutung zu unterstützen oder um die Eiablage zu fördern. Auch zur Nutzung in Brutboxen ist das Terrarien- oder Torfmoos, das sogenannte Spaghnum-Moos, sehr beliebt.

Hygiene am Boden: Wesentlich für glückliche Tiere

Die Auswahl des geeigneten Bodengrundes ist ganz wesentlich von der Tierart abhängig, die auf ihm lebt und jeder Boden hat zudem seine Vor- und Nachteile und ist dadurch unterschiedlich zu handhaben. Doch egal, welcher Bodengrund im Terrarium verwendet wird und welche Tierart dort lebt, die Hygiene ist ein Faktor, den kein Terrarienfreund vernachlässigen sollte. Denn ein hygienisches Terrarium trägt dazu bei, dass die Tiere gesund und glücklich sind und gegebenenfalls ihrem natürlichen Grabtrieb nachgehen können, ohne dabei in ihren eigenen Hinterlassenschaften wühlen zu müssen. Auch sollten die Tiere die Möglichkeit haben, nachts auf sauberem Bodengrund zu schlafen.

Egal ob Einstreu, Sand oder Mulch – der Kot der Tiere sollte regelmäßig entfernt werden und außerdem sollte der komplette Bodengrund mehrmals im Jahr komplett gewechselt werden, so dass sich Bakterien, die sich im feuchtwarmen Terrarienklima ohnehin sehr wohl fühlen, nicht ungehindert ausbreiten und die Gesundheit der Tiere beeinträchtigen können. Wenn der Bodengrund stimmt und auch auf die entsprechende Hygiene geachtet wird, dann können sich Terrarienfreunde an Tieren erfreuen, die in einer naturgetreuen Umgebung leben, sich natürlich verhalten und somit auch wunderbar zu beobachten sind.

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