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Dogdancing – Hund und Mensch als Tanzpartner

Was auf den ersten Blick einer Zirkusdressur ähnelt, ist in Wahrheit Ausdruck einer engen Bindung zwischen Zwei- und Vierbeiner. Gemeint ist das Dogdancing, bei dem sich Hund und Mensch harmonisch zur Musik bewegen. Abwechslungsreiche und kreative Choreografien sind gefragt, bei denen stets der Hund im Mittelpunkt steht. Dabei ist Dogdancing nicht etwa harter Drill, sondern eine simple Aneinanderreihung von Bewegungen, die jeder Vierbeiner täglich zeigt: Vorwärts- oder Rückwärtslaufen, sich hinlegen oder hinsetzen, auf die Hinterpfoten stellen, sich strecken, über den Boden rollen und vieles mehr. Der Trick ist, es, diese natürlichen Verhaltensabläufe in eine Tanzfolge zu integrieren und diese mit der passenden Musik zu untermalen. Der Tanz mit dem Hund macht Vierbeiner und Hundeführer sichtlich Spaß, egal ob vor Publikum oder als Freizeitbeschäftigung.


Dogdancing stammt ursprünglich aus Amerika und wurde von dem in England bekannten Obedience abgeleitet. Bei dieser Hundesportart kommt es vor allem auf den Gehorsam des Vierbeiners an, der beispielsweise das konsequente Bei-Fuß-Laufen beherrschen muss sowie auf dessen soziale Verträglichkeit mit anderen Menschen und Artgenossen. Das moderne Dogdancing nutzt jedoch eher einen freien Stil, bei dem es keine Regeln gibt. In Deutschland ist es ebenfalls seit einigen Jahren bekannt und kann entweder ganz privat trainiert oder in vielen Hundeschulen gelernt werden.

Freizeitbeschäftigung aus freien Stücken

Wer sich also gerne mit seinem Hund gemeinsam sportlich betätigen möchte, für den kann Dogdancing eine echte Alternative zum Agility-Training sein. Es gilt eigentlich nur zu beachten, dass der Hund zu nichts gezwungen wird, was er nicht freiwillig und motiviert macht. Als Hundeführer darf man daher auch nicht bestrafen oder verärgert reagieren, wenn etwas nicht funktioniert. Wie bei allen Sportarten mit tierischen Partnern gilt, dass man respektieren muss, wenn sich der Vierbeiner nicht eignet oder kein Interesse entwickelt. In diesem Fall findet sich vielleicht eine andere gemeinsame Freizeitbeschäftigung.

Dogdancing eignet sich im Grunde für alle Hunderassen, unabhängig von Größe oder Alter des Vierbeiners. Bei jungen Hunden sollte man abwarten, bis sie körperlich so weit entwickelt sind, dass Muskeln, Bänder und Knochen trainiert werden können. Damit das Training nicht von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist, sollte der Hund die klassischen Grundkommandos wie Sitz, Platz oder Bleib beherrschen. Auch eine gewisse Affinität zum Apportieren kann hilfreich sein.

Welche Elemente können beim Dogdancing angewendet werden?

Viele Hundehalter haben ihren Vierbeinern auch kleine Tricks beigebracht, wie Pfote geben, im Kreis laufen, über den Boden rollen oder robben. All diese Elemente können in die spätere Choreografie einfließen und diese auflockern. Auch das Springen über ausgestreckte Arme oder Beine oder durch einen mit Armen und Händen geformten Reifen können Bestandteile sein. Eine beliebte und sehr einfache Slalomübung ist, wenn der Hund abwechselnd durch die Beine seines Herrchens läuft, wenn dieser vorwärts oder rückwärts geht. Die Übung, bei der das Mensch-Hund-Team parallel seitwärts läuft, kann vom Vierbeiner ebenfalls schnell erlernt werden. Sich voneinander entfernen, auf einander zulaufen, gleichzeitig rückwärts oder vorwärts bewegen oder mit überkreuzten Beinen, das hockende oder liegende Herrchen überspringen – den Ideen sind hier keine Grenzen gesetzt.

Einzig die körperliche Konstitution des Hundes legt die Regeln fest. Ein großer Hund tut sich beispielsweise schwer, durch die Beine seines Menschen Slalom zu laufen. Hier kann es helfen, die Beine beim Laufen etwas höher zu nehmen oder seitwärts wegzustrecken. Wenn ein kleiner Hund nicht durch den Armreifen springen kann, so muss sich sein Frauchen zu ihm runterbeugen. Auch eventuelle Einschränkungen müssen berücksichtigt werden, etwa wenn Gelenkprobleme auftreten oder sich der Vierbeiner bei einer Übung sichtlich unwohl fühlt. Das Dogdancing bietet jedoch die Möglichkeit, die Elemente und die Abfolge den Gegebenheiten komplett anzupassen. Selbst die Musik kann individuell auf den Charakter und die Agilität des Hundes abgestimmt sein. Der Clou dabei ist – niemand wird es sehen, wenn gewisse Schwächen ausgeglichen werden.

Grundvoraussetzung für das Dogdancing

Neben dem Beherrschen der Grundkommandos kommt es beim Dogdancing vor allem auf eines an: Hund und Mensch müssen sich mögen. Die Chemie zwischen Vierbeiner und Hundeführer muss stimmen, sonst kommt keine Harmonie auf. Es gilt, ein echtes Team zu sein oder zu werden. Damit ist nicht eine gleichzeitig ausgeführte Schrittfolge gemeint, sondern die Zusammenarbeit zwischen Zwei- und Vierbeiner, die auf bedingungslosem Vertrauen und gegenseitigem Verständnis beruht: Der Mensch setzt den Hund nicht unter Druck und der Hund hat Freude an dem, was er tut. Der spielerische Aspekt steht im Vordergrund. Es ist der Mensch, der sich dem Hund anpasst, was Schwierigkeitsgrad und Tempo der Übungen betreffen – nicht umgekehrt!

Und bis Mensch und Hund so ein eigespieltes Team abgeben, muss vor allem der Zweibeiner viel Geduld für seinen vierbeinigen Partner aufbringen. Die einzelnen Übungen sind nicht mal eben so gelernt. Außerdem erfordert es Zeit und eine sehr gute Kenntnis über das Verhalten des Hundes. Was sind seine üblichen Bewegungen und in welchen Situationen zeigt er sie? Im Grunde geht es darum, dass sich Mensch und Tier nahezu blind verstehen. Denn echtes Dogdancing ist umso beeindruckender, wenn weder Kommandos noch Gesten erkennbar sind.

Welche Rolle spielt die Musik beim Dogdancing?

Das Musikstück dient nicht nur der Untermalung für eine Darbietung oder der Erzählung einer Geschichte. Vielmehr kann sich der Vierbeiner an der Musik orientieren. Beherrscht der Hund einige Tricks und ist eine ungefähre Abfolge festgelegt, sollte bald auch das passende Musikstück in das Training eingebunden werden. Hunde verbinden mit verschiedenen Geräuschen oder Tönen bestimmte Aktionen und Geschehnisse, was bei ganz alltäglichen Begebenheiten deutlich wird. Öffnet sich eine spezielle Schublade in der Küche, heißt das für den Vierbeiner, jetzt gibt es was zu futtern. Schlägt draußen die Autotür zu, kommt Herrchen nach Hause und der Hund läuft zur Haustür.

Ebenso kann sich der Hund merken, dass er sich beim Gitarrensolo seiner Musik auf der Stelle drehen oder beim Einsetzen des Gesangs in die gegenüberliegende Raumecke traben soll. Die Musik hilft dem Vierbeiner auch, seinen Rhythmus beizubehalten, nicht schneller oder langsamer zu werden. Wobei er sich ganz an den Bewegungen seines menschlichen Partners orientiert, dem seine volle Aufmerksamkeit gehört.

Wie finde ich heraus, ob mein Hund fürs Dogdancing geeignet ist?

Dogdancing besteht im Grunde überwiegend aus den ganz natürlichen und täglichen Bewegungen des Vierbeiners. Also kann es im Grunde jeder Hund erlernen, sofern er Freude daran hat. Wenn zwischen Ihnen und Ihrem Hund eine enge Bindung besteht und er Ihnen gerne und mit Begeisterung überall hin folgt, ist das schon mal eine gute Voraussetzung für das Dogdancing.

Herrchen oder Frauchen können seine Begabung testen, indem sie ihren vierbeinigen Freund dazu animieren, bestimmte Bewegungen oder Tricks in einer definierten Reihenfolge zu absolvieren. Wobei sich Ihre eigene Begeisterung auf den Hund überträgt und selbstverständlich Leckerchen und Lob große Rollen spielen. Ist der Hund auch nach einiger Zeit noch mit Feuereifer bei der Sache, sollten Sie das Training weiter ausbauen. Verliert er hingegen bereits nach wenigen Minuten das Interesse, ist Dogdancing für ihn vermutlich nicht die passende Sportart.

Freizeitspaß oder offizieller Wettkampf?

Viele Hundeschulen bieten Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse im Dogdancing an. Wer also unsicher ist, wie man am besten beginnt, sollte sich professionelle Tipps holen, damit am Ende beide Partner etwas davon haben. Überlegen sollte man ab einem gewissen Punkt auch, ob Dogdancing aus Spaß an der Freude betrieben wird oder ob man Wettkampfabsichten hegt. Denn auch in Deutschland finden regelmäßig Turniere statt, bei denen sich die besten Paarungen gegeneinander messen.

Dabei werden Kriterien wie Teamwork, Dynamik oder Choreografie bewertet, ebenso wie Schwierigkeitsgrad, Ausführung oder Fluss der Darbietung. Nicht jeder Hund ist aber für das Rampenlicht geschaffen. Meist finden Dogdancing-Turniere in größeren Hallen mit vielen Menschen statt. Fremde Geräusche, Gerüche, Lichter und Kameras können einen Vierbeiner schon mal derart verunsichern, dass keine Teilnahme möglich ist. Mit Lampenfieber hat das hingegen nichts zu tun, solche Gefühlsregungen sind Hunden fremd. Aber als Empathen können sie die Nervosität ihres zweibeinigen Partners spüren und ebenfalls anders reagieren als vorgesehen. Übrigens, auch wenn Herrchen oder Frauchen ein körperliches Handicap haben, ist Dogdancing möglich, beispielsweise mit dem Hilfsmittel Rollstuhl. In der Regel besteht zwischen Hund und Mensch dann sogar noch eine engere Bindung.

Dogdancing kann eine spannende Bereicherung im Leben eines Hundes sein. Zwei- und Vierbeiner werden enger zusammengeschweißt und bilden ein Dream-Team. Auf das gegenseitige Verständnis kommt es an und auf uneingeschränktes Vertrauen. Der Tanz zwischen Mensch und Hund ist eine besondere Art der Kommunikation, die pure Lebensfreude ausstrahlt.

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