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Durchfall beim Hund – Was tun?

Unsere Hunde erfreuen uns jeden Tag mit ihrer Gesellschaft und kein anderes Familienmitglied liebt uns so bedingungslos, wie der beste Freund des Menschen. Bei uns ist die Freude groß, wenn es dem Vierbeiner so richtig gut geht, er ausgelassen spielt und tobt, einen gesunden Appetit hat und Anteil an unserem Leben nimmt. Anders verhält es sich jedoch, wenn das vierbeinige Familienmitglied plötzlich erkrankt und unter Durchfall leidet. Dann leiden wir förmlich mit und unternehmen alles, damit diese lästige Anomalie ganz schnell wieder verschwindet. Meist sind sie harmlos, doch es gibt auch Durchfall-Erkrankungen, die nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind und die ernste Ursachen haben können.

Normalerweise ist der Kot, den Hunde absetzten fest geformt, nicht zu hart und von dunkelbrauner Farbe. Beschaffenheit, Färbung und Menge hängen aber im Wesentlichen von der Art des Futters ab, das der Hund zu sich nimmt. Hundekot enthält somit in erster Linie Futterbestandteile, aber auch körpereigene Substanzen wie Verdauungssekrete, Darmbakterien, Haare oder Gewebezellen. Erhält der Hund ein Futter mit hohen Rohfaseranteilen, wie zum Beispiel Gemüse und Obst, ist die Ausscheidungsmenge größer als bei Fleischmischungen. Grund hierfür ist der hohe Anteil an unverdaulichen Ballaststoffen. Bestimmte Gemüsesorten, wie beispielsweise Möhren, können den Kot leicht rötlich einfärben. Grüne Gemüsesorten hingegen sorgen eher für eine olivfarbene Einfärbung.

Ist der Kot sehr hart und trocken, verursacht das Absetzen dem Hund meist Schmerzen und er muss sich sehr anstrengen. In diesem Fall sollte man über eine Futterumstellung nachdenken. Der Tierarzt kann hier optimal beraten. Ist der Kot hingegen zu weich und formlos, spricht es für eine zu eiweißhaltige Ernährung, wie sie zum Beispiel durch zu fette Schlachtabfälle und minderwertiges Rohfleisch hervorgerufen wird. Der Tierhalter sollte unbedingt auf eine ausgewogene Ernährung achten, die aus Trocken- und Nassfutter besteht, das man entweder mischen oder abwechselnd geben kann.

Durchfall: Was sind die Ursachen und Auslöser?

Eine Durchfallerkrankung weist auf eine massive Verdauungsstörung hin. Durchfall bei Hunden äußert sich durch einen sehr weichen bis flüssigen Stuhl. Unschöne Begleiterscheinungen können Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit des Tieres sein. Bei schwerwiegenden Formen können auch Erbrechen und Fieber hinzukommen. Die häufigste Ursache von Durchfall ist die falsche Ernährung des Hundes. Wichtig ist eine artgerechte Fütterung. Zwar lieben Hunde alles, was wir auf den Tisch bringen, doch sind die meisten Speisen, die der Mensch zu sich nimmt, für den Vierbeiner eher ungesund. Unser Essen ist für den Hundemagen und seinen sensiblen Verdauungsapparat meist viel zu stark gewürzt. Reste vom Grillfleisch mögen für den Hund eine Delikatesse sein, weil sie so verführerisch duften, doch in der Regel wird er diese Mahlzeit wenig später bereuen und Durchfall bekommen.

Auch auf eine plötzliche Futterumstellung von Nass- auf Trockenfutter oder umgekehrt, kann der Vierbeiner mit Durchfall reagieren, weil sein Organismus sich erst langsam dem ungewohnten Futter anpasst. Das gleiche gilt für neue Futtersorten, mit einer anderen Zusammensetzung. Übrig gebliebenes Futter, das zu lange offen im Napf gestanden hat, ist ebenfalls eine potentielle Gefahrenquelle für Durchfall und sollte besser entsorgt werden. Das gleiche gilt für abgestandenes Wasser.

Durchfallerkrankungen können natürlich auch durch die Aufnahme von Giftködern, Aas oder anderen Unrat auftreten, die der Vierbeiner draußen gefunden hat und sind eine direkte Reaktion auf schwer- oder unverdauliche Nahrung. Ein Parasitenbefall kann ebenso Durchfall auslösen, wie das Trinken aus einer stehenden Wasserpfütze. In eher seltenen Fällen sind Erkrankungen und Entzündungen des Darms oder der Bauchspeicheldrüse Auslöser für Durchfall. Das gilt auch für sensible Hunde-Naturen, bei denen Änderungen im Lebens- oder Tagesablauf zu einer psychischen Belastung werden und Auswirklungen auf den Magen/Darmhaushalt haben können.

Wann ist Durchfall harmlos und wann muss der Hund zum Tierarzt?

Stellt man bei seinem Hund leichten Durchfall fest, aber er verhält sich ansonsten ganz normal, frisst, trinkt und ist munter, besteht zunächst keine Gefahr. Auch wir Menschen vertragen nicht immer alle Speisen gleich gut und auch unser Organismus reagiert zuweilen mit Durchfall. Und genau wie bei uns, hilft auch beim Hund eine kurzzeitige Diät. Ein bis zwei Mahlzeiten auszulassen, reicht meist schon aus. Frisches Wasser sollte dem Hund aber immer reichlich zur Verfügung stehen, denn bei Durchfall trinkt er mehr, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Durchfall beim Hund – Was tun? - tierglueck-HaustierratgeberHält leichter Durchfall an oder tritt er immer mal wieder auf, deutet dies auf eine Futterunverträglichkeit hin. Oft schafft schon die Anpassung des Mischungsverhältnisses von Nass- und Trockenfutter Abhilfe. Etwas mehr Trockenfutter, dafür weniger Nassfutter kann sich positiv auf die Darmflora des Hundes auswirken. Denkt man über eine generelle Futterumstellung nach, beispielsweise hin zu einer eisweißärmeren Sorte, so sind oft Probierpackungen in der Zoologie erhältlich. Das hat den Vorteil, dass man erst mal austesten kann, ob das neue Futter dem Vierbeiner schmeckt und ob er es verträgt. Das Futter sollte man aber nicht abrupt austauschen, sondern ganz allmählich wechseln, da das ungewohnte Futter sonst sofort wieder durchschlagende Wirkung zeigt.

Bei stärkerem und anhaltenden Durchfall, der sich zudem negativ auf den Gesamtzustand des Hundes auswirkt, ist der sofortige Besuch beim Tierarzt zu empfehlen. Das ist insbesondere dann erforderlich, wenn der Stuhl blutig oder schwarzgefärbt ist, die Abstände zwischen dem Koten sehr kurz sind oder sich der Hund zusätzlich erbricht, Fieber hat und seine Nase heiß ist. Meist geht dies auch einher mit starker Müdigkeit und Abgeschlagenheit – der Hund verkriecht sich in eine Ecke, zittert und fühlt sich sichtlich elend. Da eine Vergiftung oder ernste Erkrankung vorliegen könnte, sollte man keine Zeit verlieren und zum Tierarzt oder besser gleich in die Tierklinik fahren. Wichtig ist, direkt eine Kotprobe mitzunehmen, die in der Tierklinik meist sofort labortechnisch auf Parasiten, Bakterien, Pilze, Vieren oder Gifte erstuntersucht werden kann. Die wenigsten Tierärzte verfügen über ein eigenes Labor. Handelt es sich um einen Welpen ist übrigens besondere Eile geboten, da das Jungtier viel weniger Abwehrkräfte hat, als ein erwachsener Artgenosse und entsprechend schnell und stark geschwächt ist.

Durchfall richtig behandeln

Bei einer Durchfallerkrankung wird dem Hundekörper sehr schnell sehr viel Flüssigkeit entzogen, die er schnellstmöglich wieder aufnehmen muss, damit es nicht zu einer Dehydrierung kommt. Der Tierhalter muss also darauf achten, dass dem Hund immer genügend frisches Wasser in Zimmertemperatur zur Verfügung steht. Um sicher zu gehen, dass das Trinkwasser von guter Qualität ist, kann man es zuvor abkochen und vor der Gabe abkühlen lassen. Es empfiehlt sich zudem, dem Patienten immer wieder zum Trinken zu ermuntern und ihm das Wasser anzubieten. Hilfreich kann es auch sein, den Wassernapf in unmittelbarer Nähe seines aktuellen Lagerplatzes aufzustellen, wenn der Napf normalerweise in der Küche oder in einem anderen Raum steht.

Muss man mit der Fütterung für ein bis zwei Tage aussetzen, empfiehlt sich für die erste Mahlzeit nach der Fastenkur eine Schonkost aus gekochtem, ungesalzenem Reis mit Joghurt und etwas Hühnerfleisch ohne Haut und Knochen, das ebenfalls durchgegart sein sollte. Das ist für die meisten Hunde besonders gut verträglich, wird gerne gefressen und beruhigt die Darmflora. In Absprache mit dem Tierarzt können dem Futter zudem Kohletabletten aus der Apotheke, in der für den Hund und die Erkrankung passenden Dosierungsmenge, beigemischt werden. Medizinische Aktivkohle ist in der Lage, Giftstoffe im Verdauungstrakt zu binden, so dass diese gebündelt ausgeschieden werden können. Kohletabletten gehören eigentlich in die Hausapotheke eines jeden Hundebesitzers. Ein gutes Hausmittel ist zudem das Wasser, in dem zuvor Reis gekocht wurde. Dies kann man in abgekühlter Form statt Trinkwasser reichen, es sollte aber ungesalzen sein.

Vorsorgemaßnahmen gegen Durchfall

Abgesehen von der für den Hund optimalen Futterzusammensetzung sollte der Tierhalter ein gehobenes Hygienemaß ansetzen. Trink- und Futternäpfe sollten täglich gereinigt werden, damit sich keine Rückstände bilden können. Das Wasser sollte nicht abgestanden, sondern mehrmals täglich frisch gegeben werden. Beim Spaziergang draußen sollte der Vierbeiner nichts fressen, was er unterwegs findet. Besonders gefährlich sind Giftköder oder Aas, die neben Durchfall noch weitere lebensbedrohliche Krankheiten auslösen können. Trinken aus Wasserpfützen ist ebenfalls ein Tabu, da sie potentielle Infektionsquellen sind. Aufmerksame Hundehalter haben immer eine Flasche mit Trinkwasser für den Hund dabei. In der Zoologie sind praktische Näpfe mit integrierter Flasche für unterwegs erhältlich.

Eine gesunde artgerechte Ernährung fördert auch eine gesunde Darmflora. Essensreste aus der Küche von Herrchen und Frauchen sind zwar für den Hund stets begehrenswert, aber aufgrund ihrer Zusammensetzung und der Gewürzzutaten nicht zu empfehlen. Da Hunde instinktiv dazu neigen, ihr Futter schnell zu verschlingen und kein Maßhalten kennen, sollten die Portionen, die Magen und Darm verarbeiten müssen, nicht zu groß sein. Die für den Vierbeiner errechnete Tagesration kann also ruhig auf zwei bis drei Portionen am Tag verteilt werden. Übrigens schützt auch eine regelmäßige Entwurmung den Hund vor Durchfall, die ja ohnehin auf seinem vierteljährlichen Pflegeplan vermerkt sein sollte.

 

Eine Durchfallerkrankung beim Hund ist eine unangenehme Angelegenheit für Mensch und Tier. Wenn der Fall eingetreten ist, sollten Herrchen und Frauchen ihren Vierbeiner genau beobachten und im Zweifelsfall lieber gleich den Tierarzt aufsuchen, insbesondere, wenn das Wochenende bevorsteht. Eine gesunde und artgerechte Ernährung, die eigentlich selbstverständliche Futterhygiene sowie eine konsequente Erziehung beim Spaziergang, stellt die beste Durchfall-Prophylaxe dar.

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