Ein Haustier als Weihnachtsgeschenk? | tierglueck-Haustierratgeber

Ein Haustier verschenken? Lebendige Weihnachtsgeschenke sind vom Umtausch ausgeschlossen!

Alle Jahre wieder kommt die Weihnachtszeit mit all ihren schönen Momenten. Jeder ist bemüht, seinen Lieben eine besondere Freude zu bereiten. Oft werden Schmuck und Kleidung verschenkt oder Spielsachen und Elektronik. Viele überlegen auch, ein Haustier zu verschenken. Dabei sind Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen oder Kanarienvogel alles andere als gut geeignet, um als Überraschung unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen. Womit noch nicht einmal die simple Tatsache gemeint ist, dass man sie nicht einfach so in ein buntes Päckchen einpacken kann. Viel mehr geht es um die Verantwortung für ein Lebewesen, die bereits mit dem Kauf beginnt und die man unter Umständen leichtfertig weiterreicht. Und das für nicht weniger als die nächsten 12 bis 18 Jahre! Ein Haustier als Weihnachtsgeschenk, das geht nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Es kommt auf eine gute Vorbereitung an und auf die offene Abstimmung mit dem zukünftigen Tierhalter.


Zugegeben, ein Hundewelpe am Weihnachtsabend, der eine dicke rote Schleife trägt, das hat schon einen ganz besonderen Charme. Das niedliche Weff-Weff, tapsige Pfoten auf dem Teppichboden, ein drolliges Hundegesicht und eine eifrig zappelnde Rute, erobern ganz schnell die Herzen aller Anwesenden. Sogar ein Bächlein auf dem Parkett wird meist belächelt. Ähnlich verhält es sich, wenn der Beschenkte einen Kleintierkäfig mit einem kuscheligen Kaninchen darin "auspackt". Das wird dann als erstes auf den Arm genommen. Die Begeisterung ist meist groß und anfangs überwiegt sicher die Freude über dieses Geschenk. Die besinnlichen Tage tun ihr Übriges dazu. Insbesondere, wenn leuchtende Kinderaugen im Spiel sind. Bedenken sollte man allerdings, dass ein Weihnachtsfest mit einem tierischen Neuzugang in der Regel komplett anders verläuft als geplant. Schließlich kommt ein Lebewesen mit ganz eigenen Bedürfnissen ins Haus. Und das Tier selbst? Es hat bereits eine Menge Stress hinter sich und statt nur endlich ein ruhiges Umfeld zum Eingewöhnen vorzufinden, trifft es auf Hektik und Trubel, den Heiligabend und die Weihnachtstage heutzutage so mit sich bringen.

Sind Haustiere ideale Weihnachtsgeschenke für Kinder?

Auf dem Wunschzettel vieler Kinder stehen jedes Jahr auch immer wieder Haustiere. Je nach Alter sind es überwiegend Meerschweinchen oder andere Kleintiere, aber auch Katzen oder Hunde. Verantwortungsbewusste Eltern können in der Regel absehen, ob ihre Kinder schon bereit sind, die Verpflichtung für ein Lebewesen zu übernehmen, das regelmäßig Nahrung, Pflege und Betreuung sowie ein artgerechtes Umfeld benötigt. Man muss sich die Frage stellen, ob das Kind auch noch nach einigen Wochen mit dem Hund Gassi geht oder das Kleintierheim reinigt. Ansonsten bleiben diese Aufgaben ganz schnell an den Eltern hängen, deren Kinder sich längst mit anderen Dingen beschäftigen. Haustiere sind keine Puppen oder Feuerwehrautos, die man in die Ecke stellen kann, wenn man das Interesse verloren hat.

Auch Großeltern, Verwandte oder Freunde der Familie sollten nicht leichtfertig tierische Wünsche erfüllen, nur weil sie die Verantwortung für das Lebewesen am Heiligabend an die Enkelin oder den Enkel abgeben können. Vor dem Kauf sollte man sich ausführlich mit den Eltern besprechen. Bei den Gesprächen sollte auch das Thema Allergien berücksichtigt werden oder ob alle Familienmitglieder der Tierhaltung zustimmen. Auch über die Anschaffung des notwendigen Zubehörs für das Tier, das sich von Art zu Art unterscheidet, sollte gesprochen werden. Das trifft natürlich auch zu, wenn der Beschenkte ein Erwachsener ist. Die folgenden Abschnitte geben zukünftigen Tierhaltern Informationen, was alles auf sie zukommt. Wer Tiere verschenken möchte, sollte sich im Vorfeld darüber klar sein.

Das sollten Sie bedenken, wenn Sie einen Hund verschenken möchten

Ganz gleich, ob man einen Hund nun an ein Kind oder einen Erwachsenen verschenkt, mit dem simplen Erwerb des Vierbeiners ist es nicht getan. Egal ob Terrier, Schäferhund oder Dogge, jeder Hund benötigt bereits bei seinem Einzug ins neue Heim eine große Menge an Ausstattung, wie Näpfe, Halsband und Leine, Pflegeprodukte, Körbchen und Decken, Transportbox, Kauspielzeug zur Beschäftigung und natürlich Futter und Snacks. Oft übersteigt dieses Zubehör sogar die Anschaffungskosten für den Hund. Außer Acht lassen darf man als Schenker auch nicht die Folgekosten, die mit der Haltung eines Hundes anfallen. Abgesehen vom Futter sind das Kosten für notwenige Impfungen, Wurmkuren, Parasitenprophylaxe und allgemeine Untersuchungen beim Tierarzt. Auch eine jährliche Hundesteuer fällt an, mit einer unterschiedlichen Gebührenordnung von Bundesland zu Bundesland.

Der Hund ist das einzige Haustier, das mehrmals täglich vor die Tür muss, um seine Geschäftchen zu verrichten. Mancher Hundebesitzer macht es sich leicht und öffnet dem Hund einfach die Terrassentür, damit er in den Garten hinausgehen kann. Einen Spaziergang, um den Bewegungsdrang des Vierbeiners zu erfüllen, ersetzt das natürlich nicht. Wer über keinen eigenen Garten verfügt, muss drei- bis fünfmal täglich mit seinem Hund zum Gassi gehen nach draußen – bei Sonne, Regen, Sturm, Eis und Schnee. Hunde müssen auch mal gebadet werden, sie benötigen regelmäßige Fell- und Pfotenpflege und eine Kontrolle der Augen, Ohren und Zähne.

Darüber hinaus sind Hunde sehr menschenbezogene Haustiere, die die Gesellschaft ihrer Frauchen und Herrchen benötigen. Es wäre daher nicht fair, sie permanent sich selbst zu überlassen. Berufstätige Hundebesitzer benötigen eine Tagesbetreuung oder sollten ihren Vierbeiner mit zum Arbeitsplatz nehmen. Daneben sind auch Kinder tagsüber für viele Stunden außer Haus, wenn sie die Schule besuchen, und können sich nicht um ihren Hund kümmern. Auch diese Dinge sollte man in die Überlegung einbeziehen, bevor man einen Hund verschenkt.

Das sollten Sie bedenken, wenn Sie eine Katze verschenken möchten

Ein niedliches Katzenjunges hat in der Regel in einem Schuhkarton ausreichend Platz. Doch schnell wird das Kätzchen größer und hat einen ganz anderen Bedarf an Unterbringung und Beschäftigung. Neben Futter- und Wassernapf braucht jede Katze ein gemütliches Körbchen, das idealerweise in einen Kratzbaum integriert ist, der dem Stubentiger zum Schärfen seiner Krallen und zur Beschäftigung dient. Diese Anschaffung ist unabdingbar – auch zum Schutz der eigenen Möbel. Auch Halsband und Leine können benötigt werden. Egal ob Freigänger oder nicht, Katzen brauchen im Haus oder in der Wohnung eine Katzentoilette, die regelmäßig gereinigt und mit frischer Einstreu ausgestattet sein muss. Auch einige artgerechte Spielzeuge sollten vorhanden sein, sonst sucht sich die Mieze ihre eigenen Gegenstände und bringt vorzugsweise eine gerade gefangene Maus von draußen als Spielgefährten mit in die Wohnung. Darüber hinaus sind Transportbox, Pflegeprodukte und natürlich Futter erforderlich. Ebenso wie Hunde, benötigen auch Katzen jährliche Impfungen, Wurmkuren und Parasitenschutz.

Die wenigsten Katzen werden wie Hunde zum Gassi gehen nach draußen geführt. Dennoch sollten sie nach einer Eingewöhnungsphase regelmäßig nach draußen gelassen werden. Eine Katze, die sich heimisch fühlt, wird auch immer wieder zurückfinden. Um nicht ständig die Tür öffnen zu müssen, empfiehlt sich der Einbau einer Katzenklappe, die sogar zeitgesteuert funktionieren kann und eine Zugangskontrolle über den implantierten Chip oder Halsbandanhänger ermöglicht. Im Gegensatz zu Hunden kann man Katzen schon mal für einige Stunden am Tag alleine lassen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht ebenfalls die Gesellschaft ihrer Menschen benötigen. Unter Umständen sollte man jedoch die Anschaffung von zwei Katzen in Erwägung ziehen.

Das sollten Sie bedenken, wenn Sie ein Kleintier verschenken möchten

Bei Kleintieren sind nur Körpermaße und Anschaffungskosten klein, ihr Bedarf ist dafür umso größer. Egal ob Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Chinchillas oder Ziervögel, alle benötigen ein artgerechtes Kleintierheim und einen dazugehörenden Auslauf. Alle Kleintiere brauchen zudem die Gesellschaft eines Artgenossen, damit sie den Schutz und die Sicherheit des anderen sowie die artgemäße Ansprache genießen können. Sie sind zwar zutraulich den Menschen gegenüber und können eine enge Bindung aufbauen, doch diese ersetzt niemals die besondere Zwiesprache mit einem Sozialpartner gleicher Art. Einzige Ausnahme stellt der Hamster als klassischer Einzelgänger dar.

Das Kleintierheim für Nager oder Hasenähnliche sollte groß genug sein, damit sich die Tiere darin gut bewegen können. Ein zusätzlicher Freilauf in der Wohnung bedingt eine Menge Vorkehrungen - Nagerschutz für Kabel, Pflanzen, Tapeten und Möbel, Schutz der Auslegeware und vieles mehr. Kann kein freier Auslauf in der Wohnung ermöglicht werden, benötigen sie ein zusätzliches Gehege, um ihrem Bewegungsdrang nachkommen zu können. Das ist mit relativ einfachen Mitteln und kostengünstig zu realisieren, erfordert aber den nötigen Platz. Bei der Haltung von Meerschweinchen ist die Empfehlung mindestens eineinhalb Quadratmeter pro Tier, Zwergkaninchen benötigen schon jeweils zwei Quadratmeter pro Ohrenpaar. Bedenken sollte man, zudem, dass die meisten Kleintiere nachtaktiv und entsprechend munter sind, wenn Kinder üblicherweise schlafen. Von einer Unterbringung des Nagerheims im Kinder- oder Jugendzimmer sollte man daher absehen. Auch bei der Haltung von Kanarienvögeln, Nymphensittichen oder Papageien ist zu berücksichtigen, dass diese auch mal außerhalb ihres Käfigs oder ihrer Voliere einige Runden durch das Zimmer fliegen oder laufen wollen.

Darüber hinaus benötigen alle Kleintiere entsprechend ihrer Art passende Käfig-, Stall- oder Volieren-Einrichtung, wie Näpfe, Häuser, Leitern, Brücken, Badehäuser und Gegenstände zur Beschäftigung. Eine Transportkiste ist für Tierarztbesuche erforderlich. Kosten für Futter, Heu und Einstreu ist zu berücksichtigen. Zudem benötigen auch Kleintiere, wie beispielsweise Kaninchen regelmäßige Impfungen.

Welche Folgen können unüberlegte Haustierkäufe haben?

Die meisten Menschen sind sich heute der Verantwortung für ein Lebewesen bewusst, wenn sie es verschenken wollen. Wer vorab ausführliche Informationen einholt und sich eingehend mit dem Thema beschäftigt, weiß, was auf ihn zukommt. Dennoch werden jedes Jahr allein in Deutschland Tausende Haustiere nach Weihnachten ausgesetzt. Hunde werden an Bäume gebunden oder auf Autobahnraststätten aus dem Auto geworfen und hoffen darauf, von hilfsbereiten Menschen gefunden zu werden. Kaninchen und andere Kleintiere werden in der freien Natur einfach ihrem Schicksal überlassen und hoppeln dort in ihren sicheren Tod.

Auch die Tierheime sind nach den Feiertagen oft überlastet, da so viele tierische Geschenke abgegeben werden. Wobei sie dort noch die besten Chancen haben, weitervermittelt zu werden. Übrigens, wer sich für die Adoption eines Haustieres aus dem Tierheim interessiert, hat im Monat Dezember meist schlechte Aussichten. Die meisten Tierheime vermitteln zu diesem Zeitpunkt aus Prinzip keine Tiere, um zu vermeiden, dass diese als Weihnachtsgeschenke unter dem Tannenbaum landen.

Tipp: Haustiere erst nach Weihnachten anschaffen oder verschenken!

Wer dennoch ein Haustier verschenken möchte, sollte es besser erst nach Weihnachten übergeben, und bis dahin noch an Ort und Stelle belassen. Als Geschenk bietet sich ein Gutschein an oder ein Zubehörteil für das Haustier. So kann sich der Beschenkte während der Feiertage Gedanken machen, ob die Tierhaltung tatsächlich gewünscht oder gewollt ist. Auch für die Tiere ist diese Vorgehensweise von Vorteil, da sie die Zeit in ihrer gewohnten Umgebung verbringen und nicht dem Stress und Trubel der Weihnachtstage ausgesetzt sind. Seriöse Züchter reservieren auf Wunsch einen Hunde- oder Katzenwelpen und auch die Tierheime lassen in dieser Hinsicht mit sich reden.


Wer Tiere verschenken möchte, sollte sich unabhängig vom Anlass sicher sein, dass der Beschenkte auch einer Tierhaltung zustimmt. Die Verantwortung für ein Lebewesen über viele Jahre hinweg zu übernehmen, ist nicht jedermanns Sache und erfordert eine gewissenhafte Planung. Tiere sollten jedoch niemals zu Weihnachten verschenkt werden, auch nicht an Kinder. Denn anders als ein Oberhemd, Handtücher oder die Legoeisenbahn sind Hund, Katze oder Kaninchen vom Umtausch ausgeschlossen!

Beitrag jetzt teilen:

Newsletter

Folgt uns auf Facebook

Werde Fan von tierglueck.de auf Facebook und verpasse keine Neuigkeiten mehr.

Jetzt folgen Jetzt folgen