Ein Kaninchen aus dem Tierheim adoptieren - tierglueck.de

Ein Kaninchen aus dem Tierheim zu adoptieren lohnt sich!

Zwergkaninchen zählen zu den unkompliziertesten Haustieren. Ihre Besitzer müssen nicht bei Wind und Wetter vor die Tür, um mit ihnen Gassi zu gehen. Zudem sind Kaninchen die idealen Haustiere für Berufstätige, denn sie benötigen keine permanente Ansprache – vorausgesetzt, sie werden artgerecht gehalten, also immer mindestens paarweise und haben genügend Auslauf. Dennoch haben die possierlichen Kleintiere im Verhältnis gesehen große Ansprüche an Unterbringung, Pflege und Fütterung. Und wer Kaninchen anschaffen möchte, sollte bedenken, dass er eine Verantwortung für acht bis zwölf Jahre übernimmt, denn so alt können die Mümmler durchaus werden. Bei der Anschaffung stellt sich zudem die Frage, woher man die Kaninchen bezieht, entweder direkt vom Züchter oder aus der Zoologie. Aber auch ein Besuch im Tierheim oder der Tiernothilfe kann sich lohnen. Dort warten oft viele Kaninchen, die ein neues Zuhause suchen und ein zweite Chance verdient haben.


Kaninchen landen aus verschiedenen Gründen im Tierheim. Manche sind von ihrem bisherigen Zuhause weggelaufen, werden von aufmerksamen Menschen gefunden und ins Tierheim gebracht. Oft wurden die kleinen Nager aber auch einfach ausgesetzt, weil man sich nicht mehr kümmern will oder kann, weil die Tierhaltung zu aufwändig geworden ist oder einfach, weil der nächste Urlaub ansteht. Dabei ist es doch eigentlich einfach, denn wer die Tierhaltung aufgeben möchte oder muss, kann seine Kleintiere gegen eine kleine Schutzgebühr im Tierheim abgeben, wo sich gut ausgebildete Mitarbeiter um eine professionelle Vermittlung der Nager kümmern kann. Dem einen oder anderen Tierhalter mag es peinlich sein, seine Kaninchen ins Tierheim zu bringen, doch das ist allemal besser, als sie einfach auszusetzen, wo sie ihrem sicheren Tod ausgeliefert sind, wenn sie niemand findet.

Welches Kaninchen passt zu mir?

Die meisten Kleintierhalter wünschen sich Jungtiere, insbesondere, wenn sie gerade mit der Tierhaltung beginnen. Der Gang zum Züchter oder in die Zoologie ist in diesem Fall zu empfehlen, wobei teilweise auch Baby-Kaninchen im Tierheim zu bekommen sind. Etwa, wenn eine trächtige Häsin abgegeben oder gefunden wurde. In der Regel sind es aber erwachsene Tiere, die dort auf ihre neuen Besitzer warten. Sucht man also einen Ersatzkumpel für sein Kaninchen, das gerade seinen Partner oder seine Partnerin verloren hat, kann sich ein Besuch im Tierheim lohnen. Denn selten vertragen sich ältere Kaninchen mit Jungtieren.

Auch ist es empfehlenswert, einen Partner zu suchen, der vom Temperament her zu den eigenen Mümmelmännern passt. Ein sehr agiles Kaninchen wird kaum zu einem trägen Schmusehäschen passen. Die beiden würden sich wohl gegenseitig nerven. Im Tierheim oder der Tiernothilfe können die Mitarbeiter meist Aussagen zum Temperament der zu vermittelnden Kaninchen machen und Empfehlungen geben, zu wem sie passen würden.

Was muss man wissen, wenn man ein Kaninchen aus dem Tierheim holt?

Kaninchen, die im Tierheim auf ihre neuen Besitzer warten, haben zumeist schon ein bewegtes Leben hinter sich. Und mancher Mümmelmann hatte nicht nur einen Vorbesitzer. Entsprechend verängstigt können Heimtiere auf Interessenten wirken. Es bedarf einer etwas längeren Annäherungsphase, in der die neuen Besitzer viel Geduld für den Neuzugang aufbringen müssen. Eine Vertrauensbasis muss erst noch aufgebaut werden.

Auch wenn alle Tierheime froh über jedes Tier sind, das ein neues Zuhause bekommt, überprüfen seriöse Einrichtungen immer erst genau die Lebensumstände der potentiellen Besitzer. Dabei spielt die geplante Unterbringung der Kaninchen eine entscheidende Rolle, denn artgerechte Haltung hat Vorrang vor Vermittlung. Übrigens bekommt man einen Hoppelmann aus dem Tierheim nicht geschenkt und er gehört einem auch nicht. Vielmehr muss der Interessent einen Vermittlungsvertrag unterschreiben und er verpflichtet sich gut für das Tier zu sorgen und alle Tierarztkosten zu tragen. Eigentümer des Kaninchens bleibt weiterhin das Tierheim, dass im Zweifelsfalle sogar ein Rückforderungsrecht hat.

Der Tierfreund zahlt eine Art Vermittlungspauschale, die im Vertrag festgehalten ist und in etwa die Kosten für die erforderliche Jahres-Impfung umfasst. Je nach Bundesland sind dies zwischen 20 und 35 Euro für ein weibliches Kaninchen und zwischen 30 und 45 Euro für ein männliches Kaninchen. Rammler sind immer etwas teurer, da sie per Tierschutzgesetz nicht unkastriert abgegeben werden dürfen. Tierheime sind dazu verpflichtet, die unkontrollierte Vermehrung zu unterbinden. Ein frisch kastrierter Rammler darf übrigens erst nach zirka sechs Wochen mit einem Weibchen zusammenkommen, bis dahin ist er immer noch zeugungsfähig.

Genaue Auskünfte über den Gesundheitszustand einholen

Zuweilen hat die Abgabe eines Zwergkaninchens auch medizinische Gründe. Etwa wenn ein Kaninchen an einer chronischen Erkrankung leidet, wie beispielsweise Kaninchenschnupfen oder schief wachsende Schneidezähne, die eine ständige Nachbehandlung erfordern. Wer ein solches Kaninchen adoptiert, muss mit höheren Tierarztkosten und unter Umständen auch mit der täglichen Gabe von Medikamenten rechnen.

Die Mitarbeiter im Tierheim sind dazu verpflichtet, möglichst genaue Angaben über den Gesundheitszustand der Vermittlungs-Kaninchen zu machen, was bei Fundtieren nicht immer ganz so einfach ist. Normalerweise bekommen die Tierheime regelmäßig Besuch von einem Tierarzt, der die vierbeinigen Bewohner untersucht und turnusmäßig impft. Insbesondere Neuzugänge werden dabei einer eingehenden Begutachtung unterzogen. Die daraus gewonnene Diagnose sowie die Erkenntnisse aus der täglichen Beobachtung durch das Personal sollten einem Interessenten so genau wie möglich mitgeteilt werden, damit er weiß, worauf er sich gegebenenfalls einlässt.

Tierheim, Tiernothilfe oder private Vermittlung – wo liegen die Unterschiede?

Tierheime sind meist städtische Einrichtungen oder größere Vereine mit Unterstützung aus der Gemeinde. Sie nehmen in der Regel nicht nur eine Tierart auf, sondern viele verschiedene, wie Hunde, Katzen, Kleintiere, Vögel und Reptilien, die dann in voneinander getrennten Bereichen untergebracht sind. Die Tiernothilfe spezialisiert sich dagegen meist auf nur eine Tierart und es gibt in vielen Bundesländern auch Vereine, die beispielsweise nur Zwergkaninchen aufnehmen und vermitteln. Viele dieser Vereine decken zudem Missstände auf und beschlagnahmen verwahrloste Tiere aus unzureichenden Haltungen, die dann liebevoll aufgepäppelt und neu vermittelt werden. Sie finanzieren sich überwiegend durch Spenden.

Darüber hinaus kann man ebenfalls ein Kaninchen aus einer privaten Vermittlung übernehmen, beispielsweise über eine Annonce in einem Anzeigen- oder Wochenblatt oder aus Internetforen. Hier steht meist die Vermittlung eines geliebten Haustieres in gute Hände im Vordergrund und der Interessent zahlt normalerweise nichts für die Übernahme, er bekommt oft sogar noch einiges an Ausstattung für den Hoppelmann dazu.

Alle Einrichtungen oder Vermittlungen haben jedoch Eines gemeinsam: Das Wohl der Tiere, die alle ein möglichst gutes neues Zuhause in artgerechter Haltung bekommen sollen. Oft arbeiten daher städtische und private Einrichtungen zusammen und können sich sinnvoll ergänzen.

Wie finde ich ein gutes Tierheim oder eine seriöse Tiernothilfe?

Oft kann der Tierarzt wertvolle Tipps geben, in welchem Tierheim oder in welcher Tiernothilfe gerade Kleintiere zu vermitteln sind. Am Infobrett der Zoologie gibt es auch oft Aushänge. Darüber hinaus bietet das Internet sehr viele Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. Nahezu jede Einrichtung ist auch im Internet vertreten und nicht wenige stellen dort bereits ihre Vermittlungstiere vor, so dass man sich einen guten ersten Überblick verschaffen kann.

Der nächste Schritt ist dann meist ein Telefonat, bei dem man mehr über die Tiere und auch die Einrichtung erfahren kann. Möchte man sich die zur Auswahl stehenden Kaninchen genauer anschauen, ist ein Besuch in der Einrichtung unabdingbar. Hierfür sollte man sich einerseits viel Zeit nehmen, andererseits auch berücksichtigen, dass die Mitarbeiter sich in erster Linie um die Tiere kümmern müssen und nur begrenzt Zeit für Interessenten aufbringen können. Die Öffnungs- und Besuchszeiten sind zu respektieren und oft kann man sogar individuelle Termine abstimmen.

Woran erkenne ich eine seriöse Einrichtung?

Im Idealfall ist ein Tierheim so großzügig angelegt, dass jedes Tier viel Platz für sich hat. Dies entspricht allerdings leider meist nicht der Realität, denn dafür suchen zu viele Heimtiere ein neues Zuhause. Stattdessen kann man sich die Unterbringung genauer anschauen. Ist die Einstreu relativ sauber oder macht die Box den Eindruck als wäre sie schon länger nicht gereinigt worden? Ist genug frisches Wasser, Heu und Futter da? Wie sehen die Tiere selbst aus, machen sie einen gepflegten Eindruck? Das Fell der Kaninchen sollte nicht struppig oder verknotet sein und ihre Krallen nicht zu lang. Das Personal sollte Auskünfte zur Herkunft und zum Gesundheitszustand der Zwerge geben können.

Was sollte ich bei meinem Besuch im Tierheim mitbringen?

Wer ein Kaninchen aus dem Tierheim adoptieren will, sollte idealerweise Fotos dabeihaben, die vielleicht ein vorhandenes Kleintiergehege zeigen und auch die Größe und Einrichtung des Auslaufs beschreiben können. Jedes Kaninchen braucht mindestens zwei Quadratmeter Platz, um seinen Bewegungsdrang ausleben zu können. Kann das vorhandene Gehege unter diesen Maßgaben noch einen weiteren Hoppelmann aufnehmen oder plant man einen Anbau? Diese wichtige Frage sollte man beantworten können.

Hilfreich ist es zudem, den oder die Impfpässe der vorhandenen Tiere bereit zu halten. So kann der Vermittler zweifelsfrei erkennen, dass Sie sich gut um Ihre Kaninchen kümmern. Zwar ist bei einem Besuch nicht sicher, dass Sie auch ein passendes Tier finden, jedoch empfiehlt es sich, eine Transportbox mitzunehmen und vielleicht zunächst im Auto zu belassen. So sind Sie für den Fall gerüstet, dass gleich ein Hoppelmann mit nach Hause fährt. Und kleiner Tipp: Über Futter- oder Geldspenden für die anderen Tiere freut sich jedes Tierheim.

Möchte man ein weiteres Zwergkaninchen anschaffen und sucht nicht zwingend ein Jungtier, kann sich der Besuch im Tierheim oder der Kontakt zur Tiernothilfe lohnen. Kaninchen sind sehr flexibel und können sich schnell auf ihre neuen Besitzer umstellen. Insbesondere dann, wenn sie liebevoll umsorgt und artgerecht gehalten werden. Denn hinter den meisten armen Seelen im Tierheim verbergen sich tolle Charaktere, die nur darauf warten, zum Vorschein zu kommen. Geben Sie ihnen diese Chance!

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