Eine Katze aus dem Tierheim adoptieren - tierglueck-Haustierratgeber

Eine Katze aus dem Tierheim adoptieren

Katzen begeistern uns mit ihrer vornehmen Zurückhaltung. Und genau genommen, sind nicht wir ihre Besitzer, sondern sie gewähren uns ihre Gesellschaft – fast so, als würden sie uns besitzen. Ein bisschen wildes Raubtier und ganz viel Schmusetiger, macht die Samtpfoten zu begehrten und zeitlosen Haustieren. Egal, ob klein oder groß und ob Mischling oder Rassekatze, lebt heute nahezu in jedem fünften deutschen Haushalt mindestens ein Stubentiger und ist nicht selten vollwertiges Familienmitglied. Denkt man über die Anschaffung einer Katze nach, sollte man immer auch eine Adoption aus dem Tierheim in Betracht ziehen. Denn sehr viele Katzen warten in Tierheimen oder den zahlreichen Tierschutzstationen auf ihr neues Frauchen oder Herrchen. Doch es gibt einiges zu beachten, bis so ein Heimtier im neuen Zuhause einziehen kann.

Die meisten Hauskatzen werden heute immer noch über gewerbliche oder private Züchter erworben. Immer mehr Tierhalter besuchen aber auch die örtlichen Tierheime oder Tierschutzvereinigungen, um dort Katzen zu adoptieren. Meist warten dort Samtpfoten auf ihre neuen Herrchen und Frauchen, die schon einige Jahre alt sind. Aber oft sind auch Jungtiere vorhanden, etwa, wenn eine Kätzin ihre Kleinen im Tierheim zur Welt bringt oder gemeinsam mit ihrem Wurf abgegeben wurde.

Katze aus dem Tierheim: Das muss vorab geklärt werden

Vor der Anschaffung einer Katze stehen für den Tierhalter zunächst einmal viele Überlegungen an, die sowohl mit seinen eigenen Bedürfnissen, als auch mit dem Wohnumfeld zu tun haben. Soll die Katze nur in der Wohnung beziehungsweise im Haus gehalten werden oder auch Freigang erhalten? Gibt es schon eine Katze oder einen Hund, die in der Gemeinschaft wohnen? Ist die Katze tagsüber viel allein, weil Herrchen oder Frauchen arbeiten? Leben auch Kinder in der Gemeinschaft? Der neue Hausgenosse, sollte schon dazu passen und sich gut in diese Lebensumstände einfügen können. Beispielsweise wäre es eine Fehlentscheidung, einen Kater zu adoptieren, der sich nicht mit kleinen Kindern versteht, wenn diese ein Teil der Familie sind.

Das gut ausgebildete Personal im Tierheim kann in den meisten Fällen Auskunft geben, welche Katze am besten passen würde, da die Vorgeschichten der Tiere vielfach bekannt sind. Kommt ein Interessent ins Tierheim, mit der Absicht, eine Katze zu adoptieren, wird er ohnehin meist von den verantwortlichen Pflegern unter die Lupe genommen. Denn den Betreuern ist daran gelegen, dass ihre Schützlinge das bestmögliche Zuhause bekommen und nicht nach einigen Wochen verstört wieder bei ihnen landen.

Aus diesem Grund sollte man auch nicht mit speziellen Vorstellungen, was Fellfarbe oder Rasse betrifft, ins Tierheim fahren. Entscheidender ist, dass die Katze zum Menschen und in sein Umfeld passt. Wohnt man zur Miete, sollte man sich zuvor beim Vermieter erkundigen, ob eine Katzenhaltung erlaubt ist. Bei vielen Tierheimen muss man sogar eine entsprechende Bestätigung vorlegen. Zukünftige Tierhalter sollten jedoch wissen, dass eine Hunde- oder Katzenhaltung in der Wohnung heute nicht mehr pauschal untersagt werden darf, auch wenn der Mietvertrag eine solche Klausel enthält.

Der Unterschied zwischen einem Tierheim und einem Tiernothilfe-Verein

Tierheim oder Tiernothilfe haben eines gemeinsam: nämlich das Wohl der Tiere. Im Tierheim werden meist unterschiedliche Tierarten aufgenommen, wie Hunde, Katzen, Nager oder Vögel. Es sind meist gemeinnützige Einrichtungen der Städte oder Gemeinden, sie werden aber auch privatwirtschaftlich betrieben. Die Einrichtungen der Tiernothilfe werden oft von Privatpersonen oder Vereinen betrieben und finanzieren sich durch Spenden. Dort findet sich meist nur eine Tierart. Während sich das Tierheim vornehmlich um Aufnahme und Weitergabe von Abgabe- oder Fundtieren kümmert, engagiert sich die Tiernothilfe vielfältig für ein artgerechtes Leben der Tiere. Sie bekämpfen aktiv Missstände, retten Tiere in Not oder unterbinden eine unkontrollierte Vermehrung. Oft arbeiten Tierheim und Tierschutz Hand in Hand miteinander und unterstützen sich gegenseitig.

Der Besuch im Tierheim

Für einen Besuch im Tierheim sollte man sich viel Zeit nehmen. Idealerweise erkundigt man sich vorher nach den Besuchszeiten und macht einen Termin mit dem Katzen-Experten für eine umfassende Beratung aus. Bilder von Haus, Wohnung, Garten oder der Einrichtung, die man vorzeigen kann, sind von Vorteil. Nicht selten möchten sich gewissenhafte Tierpfleger auch zunächst ein persönliches Bild vom Zuhause des Interessenten verschaffen und schlagen einen Besuch vor. Mit allen Informationen kann das Personal dann bestimmte Katzen vorschlagen, die gut in das vorhandene Umfeld passen könnten.

Anders als Hunde, sind Katzen Fremden gegenüber meist zurückhaltend. Ob die Chemie zwischen dem neuen Herrchen und der Samtpfote stimmt, kann man daher selten auf Anhieb feststellen. Oft ist auch mehr als ein Besuch im Tierheim erforderlich um festzustellen, ob sich eine Freundschaft zwischen Tier und Mensch entwickeln könnte. Hinzu kommt der Umstand, dass viele Heimtiere schon einiges hinter sich haben und die Katzenseele belastet ist. Zum Beispiel ist das geliebte Frauchen gestorben und wird schmerzlich vermisst. Katzen, die ausgesetzt wurden, brauchen grundsätzlich länger, um wieder Vertrauen zum neuen Herrchen zu fassen. Das betrifft besonders Stubentiger, die misshandelt wurden. Einige haben ein trauriges Schicksal hinter sich, andere sind krank und benötigen eine besondere Pflege.

Der Tierhalter übernimmt nur die Patenschaft für die Katze

Hat man sich für eine Katze oder einen Kater entschieden und möchte es mit nach Hause nehmen, sollte man wissen, dass einem das Tier nicht gehört. Man unterschreibt einen Schutzvertrag und entrichtet eine Gebühr, die in etwa die Höhe von Impf- und Kastrationskosten umfasst. Bei einer erwachsenen Katze sind dies etwa 110 bis 130 Euro. Eigentümer des Tieres bleibt zu jeder Zeit das Tierheim, der Interessent ist gewissermaßen der Pate des Stubentigers. Der Schutzvertrag beinhaltet zudem eine Klausel, in dem der Halter dem Personal des Tierheims Kontrollbesuche gestatten muss.

Mit Vertragsabschluss verpflichtet sich der Halter nicht nur, das Tier in einem artgerechten Umfeld zu halten, er stimmt auch zu, sämtliche Tierarztkosten für die erforderlichen Impfungen oder ggf. Behandlungen im Krankheitsfall zu tragen. Wenn er beschließt, die Tierhaltung aufzugeben, darf er die Katze nicht einfach so weitergeben oder gar verkaufen, sondern muss sie an das Tierheim zurückgeben.

Katzen oder Kater die über das Tierheim an neue Besitzer vermittelt werden, sind meist kastriert. Diese Maßnahme beugt der unkontrollierten Vermehrung der Heimtiere vor und ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer also Nachkommen von seiner Katze haben möchte, sollte sich vorher genau erkundigen, ob auch unkastrierte Weibchen verfügbar sind, die vielleicht erst kürzlich abgegeben wurden.

Eine Katze aus dem Tierheim erfordert viel Geduld

Die Fachleute im Tierheim oder der Tiernothilfe können Interessenten auch umfassend beraten, wenn es um die Anschaffung der benötigten Katzeneinrichtung geht und besondere Vorlieben des ausgewählten Stubentigers benennen. So lassen sich Kratzbäume, Ruheplätze, Katzentoilette und Näpfe leichter auswählen. All das sollte bereits vor dem Einzug des neuen vierbeinigen Bewohners bereitstehen. Hilfreich ist, wenn die Katze ihr Lieblingsspielzeug aus dem Tierheim mitbekommt, damit sie einen vertrauten Gegenstand hat. Auch das gewohnte Futter sollte zumindest für die ersten Tage in der neuen Umgebung verfügbar sein.

Zieht der Stubentiger schließlich in seinem neuen Zuhause ein, muss sein Herrchen oder Frauchen vor allem eines haben: Geduld und nochmals Geduld. Denn es dauert meist eine ganze Weile, bis sich Kater oder Katze im neuen Umfeld zurechtfinden und es als ihr neues Heim ansehen. Auch das Vertrauen zwischen Mensch und Tier braucht seine Zeit und muss sich entwickeln, man kann es nicht erzwingen. Über Leckerchen, vorsichtige Streicheleinheiten und liebevolle Ansprache lässt sich jedoch bald auch ein zurückhaltendes Katzenherz gewinnen.

Wenn die Katze aus dem Tierheim fremdelt

Gut möglich, dass der Neuankömmling zunächst keinen großen Appetit entwickelt, zu fremd ist alles um ihn herum noch. Auch kann es sein, dass er seine Artgenossen aus dem Tierheim vermisst, denn meist werden Katzen dort in kleinen Gruppen gehalten. Überrascht sollte der Tierhalter auch nicht sein, wenn die als stubenrein geltende Samtpfote in den ersten Tagen ihre Toilette ignoriert. Hilfreich ist für den neuen Bewohner, ihm zunächst einen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem er sich frei bewegen kann. Wobei Frauchen oder Herrchen so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen sollten, damit er sich nicht einsam fühlt.

Freigang sollte die Katze erst dann erhalten, wenn der Halter sicher sein kann, dass sie sich bereits gut eingelebt und ihr neues Zuhause akzeptiert hat. Ansonsten besteht die Gefahr des Weglaufens. Trägt die Katze bislang noch keinen Mikrochip, ist es zudem ratsam, diesen vor dem ersten Freilauf beim Tierarzt implantieren und den Code beim deutschen Haustierregister eintragen zu lassen. So lässt sich eine entlaufene Katze immer wieder ihrem Besitzer zuordnen. Alternativ sollte die Katze zumindest ein Halsband mit einem Adressanhänger tragen.

Und wenn es trotz aller Bemühungen nicht klappt?

Es gibt natürlich auch Situationen und Mensch/Tier-Konstellationen, die so gar nicht miteinander harmonieren wollen. Auch bei der größten Mühe des Halters, vermag sich die Katze nicht in ihrem neuen Zuhause einleben wollen, geschweige denn, sich heimisch zu fühlen. Natürlich ist es für die ohnehin schon angeschlagene Katzen-Psyche alles andere als optimal, das Tier wieder in die Obhut des Tierheims zu geben, doch manchmal gibt es keine andere Lösung. Die Entscheidung sollte aber immer zum Wohl des Tieres fallen. Das Personal im Tierheim kann auch hier umfassend beraten und mit dem Halter gemeinsam eine Lösung finden.

Eine Katze aus dem Tierheim zu adoptieren ist für den Tierhalter sicher mit einigen zusätzlichen Umständen verbunden. Doch in unseren deutschen Tierheimen oder den Tierschutz-Einrichtungen warten immer noch zahlreiche Stubentiger darauf, ein neues Zuhause und liebevolle Frauchen oder Herrchen zu finden. Und sie haben es alle verdient, eine zweite Chance zu bekommen.

 

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