Faszination Terrarium: 5 Tipps für Terraristikeinsteiger – tierglueck-Haustierratgeber

Faszination Terrarium: 5 Tipps für Terraristikeinsteiger

Die exotischen Welten, die wir uns mit einem Terrarium ins eigene Zuhause holen, können uns wahrlich in ihren Bann ziehen. Terrarien lassen uns Wüsten- oder Regenwald-Szenarien erleben und uns stundenlang staunend vor dem Terrarium sitzen. Doch wie viel Arbeit steckt eigentlich in einem solchen Terrarium, wie lässt sich dieses faszinierende Hobby erfolgreich starten und wie werden die Tiere ausgewählt? Wir geben die besten Tipps für Terraristikeinsteiger, damit der Einstieg in die faszinierende Welt der Terraristik von Anfang an perfekt gelingt.

Tipp 1: Die richtige Entscheidung

Die Entscheidung darüber, ob ein Terrarientier das richtige Haustier ist, hängt von vielen Faktoren ab. Zunächst einmal müssen alle Mitglieder des Haushaltes mit der Entscheidung für ein Terrarium einverstanden sein. Dann folgen die Gedanken darüber, ob ein Terrarientier, das unter Umständen mehrere Jahrzehnte lang lebt, die richtige Wahl ist und ob im Alltag genügend Zeit aufgebracht werden kann, um sich intensiv mit dem Tier zu beschäftigen. Auch an Urlaube muss gedacht werden, denn wer mehrmals im Jahr für mehrere Wochen nicht Zuhause ist, der wird sich um einen Terrarien-Sitter Gedanken machen müssen. Und es kann recht kompliziert sein, jemanden zu finden, der bereit ist, sich dieser Aufgabe anzunehmen, denn recht viele Menschen haben Angst vor Reptilien oder Schlangen.

Ebenfalls nicht vergessen werden dürfen die Kosten, die beim Kauf eines Terrariums anfallen. Denn es sind nicht nur das Terrarium, seine Ausstattung und die Tiere selbst, die hier zu Buche schlagen. Nein, auch die laufenden Kosten sollten nicht unterschätzt und unbedingt kalkuliert werden. Hierzu gehören neben der Nahrung und den Futtertieren auch die regelmäßigen Stromkosten, die es je nach Terrarium durchaus in sich haben können, sowie die Kosten für das regelmäßig bei der Reinigung zu ersetzende Material wie etwa den Bodengrund.

Tipp 2: Die Auswahl

Ist die Entscheidung für ein Terrarium und ein Reptil, Schlange, Gecko oder ähnliches, positiv ausgefallen, dann geht es daran sich zu überlegen, welches Tier es denn genau sein darf. Es gibt unzählige Arten von Schlangen, Reptilien und Amphibien und jede Art hat ihre ganz bestimmten Anforderungen an die Haltungsbedingungen, an Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Terrariengröße, so dass es wichtig ist, exakt über die gewünschte Tierart Bescheid zu wissen.

Ob Gecko, Leguan, Bartagame, Schlangen, Spinnen oder Amphibien, die Auswahl ist groß und natürlich sollte das natürliche Interesse an einer bestimmten Tierart für die Auswahl an erster Stelle stehen. Dann jedoch sollte eine intensive Beschäftigung mit den Anforderungen, die die gewünschte Tierart an den Halter stellt, diese Auswahl auch unterstreichen. Während einige Tiere nur alleine, also einzeln gehalten werden dürfen, so sind andere nur als Paar oder zu mehreren Exemplaren glücklich. Auch die Lebenserwartung kann stark variieren. All dies muss in der Auswahl eine Rolle spielen, denn es hat nicht nur Auswirkungen auf die Planung, sondern eben auch auf die Kosten. Ist die Anschaffung des Wunschtieres also realistisch oder sollte die Wahl nochmal überdacht werden?

Eine Grundregel bei der Auswahl des Wunschtieres für Terraristikanfänger ist es, keine giftigen Tiere zu wählen. Denn wer bisher noch keine Erfahrung mit den Exoten im Terrarium hat, der hat mit der regulären Pflege bereits genug zu tun. Wer sich hier auch noch darum sorgen muss, eventuell einen giftigen Biss abzubekommen, der ist schnell überfordert. Giftige Tiere sind also für die Einsteiger in die Terraristik absolut tabu.

 Tipp 3: Die Vorbereitung

Ist die Entscheidung für ein bestimmtes Tier schließlich definitiv gefallen, so gilt es sich ausführlich über die entsprechende Tierart zu informieren und sämtliche Vorbereitungen für seine Ankunft zu treffen. Es ist wichtig, dass zuerst die Informationen über das Tier eingeholt werden, dann das Terrarium samt aller Einrichtungsgegenstände besorgt und bereits korrekt angeschlossen und getestet wird, bevor es an den Kauf des Tieres geht.

Hier gilt es, sich möglichst viel Zeit zu lassen, so dass gewährleistet ist, dass der Terraristik-Einsteiger vorab alles über sein Wunschtier weiß. Neben dem Lesen von Fachbüchern empfiehlt sich hier übrigens auch ein Besuch bei einem Züchter. Dieser kann Fragen beantworten und Ratschläge zur Auswahl, zum Kauf und zur Pflege geben. Ganz abgesehen davon kann man dort, wenn das Gefühl stimmt und der Züchter die entsprechende Expertise hat, eventuell schon mal einen Blick auf das gewünschte Tier erhaschen und dann eventuell später zum Kauf zu diesem Züchter zurückkommen. Hier kann man sich auch genau über das benötigte Futter informieren und sich anschauen, wie dieses, sollte es sich beispielsweise um Lebendfutter handeln, gelagert wird. Vor dem Kauf des Tieres sollte übrigens auch bereits ein Tierarzt gefunden werden, der sich mit der Wunschtierart besonders gut auskennt. So ist im Notfall gleich die richtige Adresse parat.

Wenn klar ist, welche Bedingungen und welche Terrariengröße das Wunschtier oder aber - bei der Anschaffung mehrerer Tiere - die Wunschtiere benötigen, wird allerdings zuerst das Terrarium samt sämtlichem Zubehör besorgt. Dass Terrarium muss die richtige Größe haben und um es artgerecht einrichten zu können muss klar sein, welche Art von Lebensraum das Wunschtier benötigt. So gibt es neben Trockenterrarien, z.B. Wüstenterrarien, sowie Halbfeuchten Terrarien, z.B. Felsterrarien, eben auch Feuchtterrarien, z.B. Regenwaldterrarien, sowie Aquaterrarien, z.B. Paludarien.

Je nach gewünschter Art des Terrariums werden nun das Terrarium selbst, sowie das entsprechende Heizsystem, die Inneneinrichtung und die Beleuchtung angeschafft. Zur Inneneinrichtung gehören der Bodengrund, entsprechende Felsen oder Höhlen sowie die Bepflanzung. Bei Feuchtterrarien kommen zusätzlich noch entsprechende Nebelanlagen hinzu. Übrigens darf für ein Terrarium kein Aquarienbecken verwendet werden. Diese verfügen nämlich nicht über die notwendigen Lüftungsschlitze und sind zudem nur von oben zugänglich. Ein seitlicher Zugriff ist aber für die Terrarientiere sehr viel angenehmer, da in der Natur nur Feinde von oben kommen.

Zuhause angekommen, muss das Terrarium dann an dem dafür vorgesehenen Ort aufgestellt werden. Dieser muss ebenfalls anhand der Bedürfnisse der entsprechenden Tierart ausgewählt werden. So sollte das Terrarium weder lauter Musik, noch direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein und außerdem außerhalb der Reichweite von Kindern oder anderen Haustieren aufgestellt sein. Auch gilt, dass schreckhafte Terrarienbewohner nicht in einem besonders belebten Raum gehalten werden sollten und wärmeliebende Tiere etwa nicht in einem kühlen Kellerraum.

Tipp 4: Der Kauf

Wenn das Terrarium angeschlossen und komplett eingerichtet ist und über ein bis zwei Wochen getestet wurde, ob Luftqualität, Luftfeuchtigkeit und Temperatur artgerecht und stabil eingestellt sind, dann kann endlich der Kauf des Tieres in Angriff genommen werden. Dazu sollte entweder ein auf Terrarientiere spezialisiertes Zoofachgeschäft mit entsprechend fachkundigem Personal ausgewählt werden oder aber direkt ein Züchter aufgesucht werden. Beim Züchter gibt es zudem oft wissenswerte Hintergrundinformationen zum ausgewählten Tier selbst oder etwa zu seinen Eltern.

Bei der Auswahl sollte auf bestimmte Dinge geachtet werden, die auf den Gesundheitszustand des Tieres schließen lassen. So ist etwa ein wacher Blick zu bedenken und das Tier sollte auf Häutungsreste überprüft werden. Auch sollte das ausgewählte Tier weder zu dünn noch zu dick sein und insgesamt einen aufgeweckten Eindruck machen.

Tiere, die gerade erst gefressen haben, sollten besser nicht transportiert werden. Hier empfiehlt es sich, drei bis vier Tage zu warten und dann wiederzukommen und das Tier nach Hause zu transportieren. Wenn es soweit ist, lässt sich der Transport am besten mit Styroporboxen vollziehen, die mit ausreichend Lüftungslöchern versehen sind. Diese Boxen sind besser geeignet als etwa Karton, da sie die Verletzungsgefahr minimieren und die Tiere zudem keinen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Die Temperatur für den Transport sollte im Bereich von 5 bis 20 Grad liegen und keine besonderen Schwankungen aufweisen. Das Tier sollte direkt vom Händler aus nach Hause befördert werden und nicht noch mit auf einen Stadtbummel genommen werden. Es sollte direkt beim Kauf des Tieres auch bereits das passende Futter für die ersten Fütterungen mit angeschafft werden, auch wenn das Tier sich erst einige Tage in das neue Zuhause eingewöhnen sollte, bevor es dort zum ersten Mal gefüttert wird.

Tipp 5: Die Eingewöhnung und Pflege

Zuhause angekommen, sollte der neue Mitbewohner umgehend, aber mit ruhiger Hand in sein neues Zuhause eingesetzt werden. Bei besonders scheuen Tieren kann es helfen, das Tier samt der seitlich geöffneten Transportbox ins Terrarium zu setzen. So kann sich das Tier aus der Sicherheit der Box heraus, zunächst einmal in Ruhe umschauen und dann in seinem eigenen Tempo herauskommen.

Auch wenn es schwer fällt, sich von dem Tier fern zu halten, so sollte die erste Woche für das Tier dennoch so ruhig wie möglich ablaufen, so dass es sich in aller Ruhe eingewöhnen und den Stress des Transports und des gesamten Umzuges schnell hinter sich lassen kann. Erst danach sollte angefangen werden vorsichtig und mit dem gebotenen Respekt den ersten Kontakt zu dem Tier aufzunehmen. Werden die Grenzen gewahrt und wird dem Tier erlaubt, das Kennenlernen in seinem eigenen Tempo durchzuführen, dann ist die Chance groß, dass es sehr zahm werden kann.

Nach einigen Tagen im neuen Zuhause kann dann das erste Mal gefüttert werden. Ab dann sollte eine artgerecht angepasste Fütterungs- und Pflege-Routine Einzug halten, bei der das Tier, je nach Art, entsprechend regelmäßig gefüttert wird. Auch das Terrarium sollte dann den Ansprüchen entsprechend, regelmäßig gesäubert und gereinigt werden. Beherzigt man diese Tipps für Terraristik-Einsteiger, dann steht einem zufriedenen Zusammenleben von Tier und Halter nichts mehr im Wege.

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