Flöhe und Grasmilben bei Hunden – Was tun? - tierglueck-Haustierratgeber

Flöhe und Grasmilben bei Hunden – Was tun?

Allein der Gedanke an kleine krabbelnde Insekten auf unserer Haut lassen uns Unbehagen empfinden und plötzlich juckt es überall, obwohl da gar nichts ist. Doch dieses Szenario kann schnell zur Realität werden, wenn der eigene Hund von Flöhen oder Grasmilben befallen ist. Wohl dem Herrchen, das dies bereits frühzeitig erkennt. Denn bei einem Befall gilt es schnell und umfassend zu handeln, um den armen Vierbeiner von seiner Pein zu befreien und die lästigen Schädlinge zügig wieder los zu werden. Insbesondere Flöhe können auch Krankheiten übertragen, die nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind. Durch vorbeugende Maßnahmen kann der Tierhalter zudem die Gefahr durch Parasiten bereits im Vorfeld deutlich reduzieren.


Während Flöhe ganzjährig aktiv sind, müssen Tierhalter bei Grasmilben insbesondere in den Sommermonaten von Juli bis Oktober mit einem Befall rechnen. Haben sich Parasiten einmal beim Hund eingenistet, beißen und saugen sie, lösen einen lästigen Juckreiz aus und können Allergien und Krankheiten auslösen. Sie ernähren sich von Blut und Zellsäften ihrer Wirte und machen auch vor dem Menschen nicht halt. Und sie vermehren sich rasend schnell und werden rasch zum großen Problem, das auch das Wohnumfeld in Mitleidenschaft zieht.

Flöhe springen von Tier zu Tier und können Krankheiten auslösen

In Europa sind allein über 70 unterschiedliche Floharten bekannt, die zwischen 1,5 und 4,5 Millimeter groß werden können. Unter dem Mikroskop oder der starken Lupe erkennt man ihre bräunliche Farbe und die sechs Beine, mit den hinteren, etwas längeren Sprungbeinen. Ihr flügelloser Körper ist sehr schmal, am Kopfteil sitzt der kombinierte Stech- und Saugrüssel. Die Lebenszeit von Flöhen beträgt maximal eineinhalb Jahre. Sie bevorzugen Wärme und Trockenheit und ernähren sich vom Blut der Säugetiere und des Menschen. Körperwärme, Atemausstoß und Bewegungen locken Flöhe an. Sie können bis zu einem Meter weit springen und ca. 25 Zentimeter in die Höhe. Flohüberträger Nummer eins sind Igel, aber auch Katzen und Hunde, die befallen sind. Flohnester in Gräsern sind ebenfalls potentielle Herde.

Wissenschaftliche Tests haben ergeben, dass Flöhe bis zu sechs Monate ohne Nahrung überleben können. Daher nisten sie sich gerne auch im direkten Umfeld ihrer Wirte ein, wie zum Beispiel im Hundebett, in Decken, Teppichen oder Sofaritzen. Eine wirkungsvolle Bekämpfung dieser Parasiten muss daher unbedingt auch das Wohnumfeld von Tier und Mensch einbeziehen.

Flohbisse sind nicht nur lästig, sie können auch ernsthafte Erkrankungen beim Hund nach sich ziehen. Flöhe sind Überträger von Bandwürmern und lösen beim Hund meist eine Kettenreaktion aus. Ist beim Vierbeiner ein Flohbefall festgestellt und erfolgreich behandelt worden, sollte sich sofort auch eine Wurmkur anschließen. Denn Hunde kratzen sich nicht nur, sie beißen sich auch ins Fell und in die Haut, um den Juckreiz zu lindern. Dabei verschlucken oder zerteilen sie die Parasiten, die so in den Magen des Hundes gelangen. Bei einem massiven Befall durch Flöhe kann es zudem zu einem erheblichen Blutverlust kommen, der das Immunsystem des Hundes nachhaltig stören und schwächen kann. Wenn auch Flöhe eher seltener auf den Menschen überspringen, so können sie im Einzelfall Auslöser von Allergien sein.

Den Flohbefall erkennen und bekämpfen

Stellt der Tierhalter bei seinem Hund Flöhe fest, ist Eile geboten. Flöhe können sich innerhalb von nur 24 Stunden um das fast Zweihundertfache vermehren. Zunächst steht die Erkennung des Problems im Vordergrund, denn Flöhe sind aufgrund ihrer winzigen Größe nur schwer im Fell des Vierbeiners zu erkennen. Ein deutliches Zeichen für einen Flohbefall ist, wenn sich der Hund ständig kratzt und sich selbst immer wieder beißt. Auch kahle Stellen im Fell, punktförmige Blutungen und Blasenbildung sind deutliche Anzeichen. Flohbisse zeigen sich zudem durch dunkelrote Punkte in einem hellen Ring. Mit einem speziellen Flohkamm aus der Zoologie können Herrchen und Frauchen zudem das Fell des Hundes durchkämmen. Bei einem Flohbefall kommen so winzige Eier und krümeliger Kot zum Vorschein. Diese Substanzen finden sich meist auch im Hundebett oder der Schlafdecke.

Bei einem leichten Befall können Flohshampoos aus der Zoologie für erste Linderung sorgen. Doch für eine wirkungsvolle Rundumbekämpfung von Flöhen sollte besser der Tierarzt zu Rate gezogen werden, der Medikamente und spezielle Tinkturen verordnen kann. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn der Befall bereits fortgeschritten ist. Und immer schließt sich eine Entwurmungskur der Behandlung an, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Spot-On Präparate, die im Nacken des Hundes aufgetragen werden, schützen nur vor einem erneuten Befall, können aber den akuten Fall nicht bekämpfen.

Die Behandlung des Hundes hat in jedem Fall Vorrang, doch auch die gründliche Reinigung des Wohnumfeldes ist von entscheidender Wichtigkeit, damit es nicht innerhalb kürzester Zeit zu einem erneuten Befall kommen kann. Gründliches und häufiges Staubsaugen ist nun angesagt. Waschbare Utensilien, wie Hundebett, Decken, Handtücher und gegebenenfalls auch Gardinen und Vorhänge, sollten so heiß wie möglich in der Waschmaschine gewaschen werden. Nicht Maschinen-waschbare Stoffe, wie Teppiche oder Polstermöbel, sollten mit einem Antiflohspray großzügig behandelt werden. Diese sind zwar meist giftig, doch sonst wird man die krabbelnden und hüpfenden Gesellen nicht los.

Vorbeugende und schützende Maßnahmen gegen Flöhe

Damit es gar nicht erst zu einem Flohbefall kommt, kann der Tierhalter verschiedene Maßnahmen zum Schutz ergreifen. Die bereits erwähnten Spot-On Präparate können unterstützen. Diese Antiparasitika werden ins Nackenfell des Hundes eingeträufelt oder gesprüht und leicht einmassiert – dort kann er sich die Flüssigkeit nicht wieder ablecken. Das Präparat schützt den Vierbeiner für ca. vier bis sechs Wochen, wird er häufiger gebadet, sollte die Behandlung entsprechend öfter erfolgen. Eine Alternative sind spezielle Flohhalsbänder, die zwar nicht so schick aussehen, den Hund aber bis zu fünf Monate lang schützen können. Außerdem sollte das Fell regelmäßig auf Flöhe kontrolliert werden – ein Flohkamm gehört daher in die Hundeausstattung. Außerdem kann man ca. alle sechs Wochen eine Kur mit einem speziellen Flohshampoo durchführen.

Grasmilben übertragen zwar keine Krankheiten, sind aber extrem lästig

Neben Flöhen können auch Grasmilben das Leben schwer machen. Sie sind auch als Herbstmilbe, Heumilbe oder Erntemilbe bekannt, weil sie verstärkt im Herbst und zur Erntezeit auftreten. Wie der Name schon vermuten lässt, lauern sie im Gras und warten dort auf ihre Wirte. Grasmilben gehören zu den Spinnentieren, sie haben acht Beine und werden bis zu zwei Millimeter groß. Gefahr für Hund und Halter geht aber eher von den viel kleineren Larven der Grasmilbe aus. Sie sind weniger als einen halben Millimeter groß und haben einen flachen orange-farbenen Körper mit sechs Beinen. Ihre Mundwerkzeuge bohren sich in die Haut des Wirts und ernähren sich von Zellsäften und Lymphflüssigkeit, jedoch trinken sie kein Blut. Während sie beißen, sondern sie ein Speichelsekret ab, das die unteren Hautschichten löst und für den starken Juckreiz verantwortlich ist.

Nach dem Saugen verlässt die Grasmilbe ihren Wirt wieder. Sie löst zwar keine Krankheiten aus, doch der lästige Juckreiz hält über mehrere Tage an und löst eine allergische Reaktion aus. Kratzen verstärkt den Juckreiz obendrein. Die Einstich- oder Bissmale sind auf der Haut von Tier und Mensch meist als flächenförmig angeordnete rote Punkte auszumachen, die zwar nicht schmerzen, aber heftig jucken.

Den Grasmilbenbefall erkennen und bekämpfen

Auch Grasmilben sind auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Kratzt sich der Hund permanent, kann man ihn zum Bürsten auf ein helles Tuch stellen. Lassen sich anschließend orangerote Pünktchen auf dem Tuch ausmachen, handelt es sich um Grasmilben. Auch gerötete Hautpartien, insbesondere in den Ohren, den weniger behaarten Gelenken und den Pfotenzwischenräumen geben Hinweise, denn die Larven beißen sich gerne an verdeckten Körperstellen fest.

Bei einem frühzeitig erkannten oder schwachen Befall kann der Tierhalter kühlende und den Juckreiz lindernde Gels zum Einreiben einsetzen und ein spezielles Parasiten-Shampoo. Bei stärkerem Befall, empfiehlt sich in jedem Fall zusätzlich der Einsatz von Medikamenten, die der Tierarzt verordnet. Das gilt auch bei Entzündungen der Haut. Bei einem Befall sollte der Tierhalter auch hier Hundebett, Decken und Handtücher in der Waschmaschine reinigen und gründlich durchsaugen. Eine ganz so umfangreiche Reinigungsaktion, wie bei einem Flohbefall, ist jedoch nicht erforderlich, da sich die Grasmilbe nicht langfristig im Wohnumfeld einnistet.

Vorbeugende und schützende Maßnahmen gegen Grasmilben

Flöhe und Grasmilben bei Hunden – Juckreiz bei HundewelpenAntiparasitika, die so genannten Spot-On Sprays, die einmal monatlich im Nackenfell aufgetragen und einmassiert werden, schützen den Hund auch wirkungsvoll gegen den Befall von Grasmilben. Regelmäßiges Baden mit einem Parasiten-Shampoo kann ebenfalls zur Vorbeugung eingesetzt werden.

Wer einen eigenen Garten hat, sollte den Rasen möglichst kurz geschnitten halten und den Grasschnitt und insbesondere vorhandenes Moos entfernen, da Grasmilben hier bevorzugt ihre Eier ablegen. Sie bevorzugen zudem trockene und sonnige Plätze, weniger einen gut gewässerten Rasen, der überdies einen kalkreichen Boden aufweist und mit stickstoffhaltigem Dünger angereichert ist. Wer feststellen möchte, ob sein Rasen Grasmilben beheimatet, kann bei Sonnenschein ein weißes Tuch oder Blatt Papier aufs Gras legen. Nach einigen Minuten versammeln sich die Spinnentiere auf der hellen Unterlage zum Sonnenbad und sind gut zu erkennen.

Im Grunde sind nur geringe und wenig aufwändige Maßnahmen erforderlich, um die krabbelnde und saugende Invasion durch Flöhe und Grasmilben für Hund und Herrchen dauerhaft abzuwehren. Bei aller Vorbeugung sollte der Tierhalter jedoch immer gut vorbereitet sein und seinen vierbeinigen Freund stets gut beobachten, damit er im Ernstfall schnell reagieren kann. Ein gutes Spot-On Präparat hilft wirksam gegen Flöhe, Grasmilben und Zecken. Tipp: Auf Aktualität des Spot-On Präparats achten, damit auch neue, gegebenenfalls resistente Parasiten-Generationen vertrieben werden und sich gar nicht erst einnisten können.

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