Gassi gehen im Dunkeln: Mit diesen Tipps sind Sie auf der sicheren Pfote

Gassi im Herbst und Winter: Mit diesen Tipps sind Sie auf der sicheren Pfote

Die dunkle Jahreszeit, vornehmlich Herbst und Winter, stellen beim Gassi gehen besondere Ansprüche an Herrchen und Hund. Vorbei sind die schönen langen Sommerabende mit Sonnenschein und Tageslicht von früh bis spät. Stattdessen ist es nicht nur deutlich kühler geworden, die Tage sind auch wesentlich kürzer, die Dämmerung bricht früh herein und die Sicht ist erschwert. Wer nun mit seinem Vierbeiner draußen unterwegs ist, sollte bedenken, dass das Mensch/Hundegespann von Auto- oder Zweiradfahrern nicht mehr so gut erkannt wird. Damit der Spaziergang bei Dämmerung und Dunkelheit nicht in Stress ausartet oder gar in einen Unfall mündet, sollte man rechtzeitig Vorkehrungen treffen, damit Hund und Herrchen frühzeitig gesehen werden – denn Sicherheit geht vor.

Anders als bei den Katzen, sind die Pupillen unserer Augen leider nicht in der Lage, auch den geringsten Lichteinfall zu nutzen und zu verstärken. Katzenaugen sehen im Dunkeln ungefähr siebenmal so gut, wie wir Menschen. Dieses Manko müssen wir durch Lichtquellen ausgleichen, die wir uns schaffen. Doch alles, was der Lichtkegel nicht erfasst, bleibt uns weiterhin verborgen. Für Autofahrer ist es daher besonders schwer zu erkennen, was am unbeleuchteten Straßenrand passiert. Zudem ist die Aufmerksamkeit in erster Linie auf den Straßenverkehr gerichtet, abseits dessen ist die Wahrnehmung eher zweitrangig. Insbesondere Hunde verschwinden optisch oft im Grau in Grau der Dämmerung – erst recht, wenn sie eine dunkle Fellfarbe haben.

Wohl dem Fußgänger, der in solchen Situationen trotz schlechter Sicht gut zu erkennen ist. Als Radfahrer ist man mit Lampen vorne und hinten am Zweirad ausgestattet, ein Fußgänger genießt diesen Komfort leider nicht. Der begleitende Hund erst recht nicht. Doch hier hat die Industrie in den letzten Jahren kräftig nachgelegt und breite Kollektionen von Hilfsmitteln auf den Markt gebracht, durch die sich Mensch und Hund ins rechte Licht rücken können.

Beim Gassi gehen nicht auf reflektierendes Hunde-Geschirr oder -Weste verzichten

Für den Vierbeiner ist in der Zoologie eine große Auswahl an reflektierenden Zubehörartikeln erhältlich. Sie reicht von einfachen Streifen, die man zusätzlich an das Halsband oder das Geschirr befestigen kann, über reflektierende Geschirre, Westen und Jacken bis hin zu Leinen, die im Dunkeln das Licht zurückwerfen. Darüber hinaus sind auch Blinklichter für das Halsband oder das Geschirr erhältlich sowie spezielle Leuchtbänder für Hunde.

Welche Lösung für den eigenen Hund die beste ist, kann man nur nach und nach austesten. Als erstes sollte man sich als Hundehalter jedoch die Frage stellen, wo man mit seinem Hund Gassi geht. Die Voraussetzungen in einer Parkanlage sind sicher andere, als bei Feldwegen oder entlang einer Straße, auf der auch Autos fahren. Sind beim Spaziergang im Park Blinklichter noch eine tolle Hilfe, wenn man seinen Hund wiederfinden oder generell sehen möchte, so werden Autofahrer durch diese Lichter am Straßenrand in der Regel irritiert und können sie nur schwer zuordnen. Ein reflektierendes Halsband oder ein Geschirr sind in diesem Fall besser geeignet. Im Park oder auf dem dunklen Feldweg ohne Straßenlaternen, nützen die Reflektoren jedoch wenig – der Vierbeiner ist für sein Herrchen nicht zu sehen.

Auswahl an reflektierendem Zubehör für Hunde im Fressnapf Online Shop

Blinklichter und Leuchthalsbänder eignen sich nicht für alle Hunde

Blinkleuchten, die am Hundehalsband oder Geschirr befestigt werden, können Hunde jedoch auch sehr irritieren. Das Hundeauge ist ähnlich dem menschlichen Organ nur bedingt in der Lage, sich auf eine wenig beleuchtete Umgebung einzustellen, doch es gibt sein bestes. Kommen dann noch blinkende Lichter dazu, die den eigenen Schatten auf den Weg werfen, reagiert mancher Hund verängstig. Ein gutes Training kann hier Abhilfe schaffen und Vertrauen herstellen. Doch sollte man seinen Vierbeiner das Tragen von Blinklichtern nicht aufzwingen, wenn er sich nicht daran gewöhnen mag. Es besteht die Gefahr, dass er am Ende bei Dunkelheit gar nicht mehr vor die Tür will. Hochwertige Blinkleuchten kann man zudem auf Dauerlicht umstellen, was auch eine Lösung sein kann.

Besser geeignet sind unter Umständen Leuchthalsbänder aus Silikon, die dauerhaft und zirka zwei bis drei Stunden ununterbrochen leuchten und zusätzlich zum eigentlichen Halsband oder Geschirr getragen werden. Mittels USB-Anschluss können diese Halsbänder tagsüber aufgeladen werden. Bei Hunden mit langem Fell, empfiehlt sich ein breites Leuchtband, das nicht so leicht von den langen Haaren verdeckt werden kann, wie ein schmales Band.

Die Qual der Wahl: reflektierendes Halsband, Weste oder Mantel

Doch zurück zu den reflektierenden Hilfsmitteln, die wohl in den meisten Situationen die beste Sicherheit bieten, ohne den Hund zu irritieren. Wer keine separaten Reflektoren nutzen möchte, greift besser gleich zum Halsband, das mit Bändern vernäht ist, die Licht reflektieren. Doch genauso wie bei den Leuchtbändern gilt: je länger das Hundehaar, desto breiter sollte das Halsband sein. Die Hundeleine sollte ebenfalls reflektierend sein, egal ob man eine klassische Länge, eine Schleppleine oder eine Flexileine mit automatischer Aufwicklung nutzt.

Mehr Fläche zum Reflektieren bietet natürlich ein Hundegeschirr. Oft sind diese Geschirre mit größeren wiederscheinenden Applikationen besetzt, wie etwa einem Pfotenabdruck oder dem Namenszug des Hundes. Darüber hinaus sind im Fachhandel auch Hundewesten aus leichtem Nylonmaterial in leuchtenden Signalfarben erhältlich (reflektierende Hundewesten im Fressnapf Online Shop), die vollständig reflektieren. Das Material ist zudem meist wasserabweisend und schützt die Rückenpartie des Hundes vor Nässe. Beim Spaziergang im Regen kann dies sehr hilfreich sein. Doch nicht alle Hunde mögen solche Westen und versuchen sie wieder vom Körper zu ziehen. Das gilt auch für wattierte Mäntel, die in ihrer Optik zwar dezenter gehalten sind, aber ebenfalls gut rückstrahlen. Ein Hundemantel eignet sich beim Gassi gehen bei Minusgraden oder bei Hunderassen mit dünnerem oder kurzem Fell.

Bei der Überlegung, ob ein Mantel sinnvoll ist, sollte man auch berücksichtigen, dass Hunde naturgegeben im Winter ohnehin ein viel dickeres Fell entwickeln, als im Frühling und Sommer. Das trifft insbesondere dann zu, wenn sich der Vierbeiner das ganze Jahr über oft und lange draußen aufhält. Ein Mantel kann dann unter Umständen zu einem Wärmestau führen.

Angepasste Ausrüstung nicht nur für den Hund

Aber nicht nur der Hund sollte gut für die dunkle Jahreszeit ausgerüstet sein, sondern auch Herrchen oder Frauchen. Während wir in der warmen Jahreszeit gerne helle und leuchtende Farben tragen, neigen wir in Herbst und Winter eher zu gedeckten und dunkleren Farbtönen. Dunkle Kleidung mag besser zur Jahreszeit passen, doch man ist am Abend nicht mehr so gut zu erkennen. Wenn man seine Jacken oder Mäntel nicht mit reflektierenden Bändern ausrüsten möchte, so erhalten Frauchen und Herrchen im Fahrrad- oder Nähzubehör reflektierende Bänder mit Gummiband oder Klettverschluss, die man problemlos über den Jackenärmel ziehen kann.

Zur Ausrüstung des Hundeführers gehört beim abendlichen oder nächtlichen Gassigang auf jeden Fall eine funktionierende Taschenlampe. Sie hat gleich mehrere Funktionen. Zum einen kann sie in dunklen Umgebungen den Weg für Mensch und Hund gut ausleuchten. Die Taschenlampe kann auch entgegenkommende Fahrzeuge warnen und hilft, den vierbeinigen Freund im Dunkeln leichter zu finden. Auch das auf dem Gehweg hinterlassene Geschäft des Vierbeiners lässt sich im Schein der Taschenlampe besser aufnehmen und fachgerecht entsorgen. Wer lieber die Hände frei haben möchte, kann eine Stirn- oder Kopflampe einsetzen.

Hunde verhalten sich im Dunkeln anders als tagsüber

Auch der unerschrockenste Hund kann bei Dunkelheit plötzlich ganz anders reagieren, als im Hellen. Fußgängern oder Radfahrern, die sich nähern, gehen lange Schatten voraus, wodurch die Personen dem Hund viel größer und unheimlicher erscheinen können. Mancher Vierbeiner reagiert verängstigt und will weglaufen. Wieder andere fühlen sich bedroht und bellen oder knurren die unheimliche Gestalt an. Daher sollten Hunde abends und nachts besser angeleint Gassi geführt werden. Außerdem sollten Herrchen und Frauchen sehr aufmerksam sein und mit plötzlichem Aktionen ihres Vierbeiners rechnen. Grundsätzlich gilt, wenn sich eine Person nähert, den Hund genau zu beobachten und zu schauen, wie er sich verhält.

Dunkelheit und schlechtes Wetter sind keine Gründe, auf den Spaziergang zu verzichten

Wenn es dunkel ist, dazu noch kalt, regnerisch und windig, ist mancher Hundehalter geneigt, auf den gewohnten Spaziergang zu verzichten. Und es gibt auch sogenannte Schönwetter-Hunde, die bei Regen keine Pfote vor die Tür setzen, so dass man sie schon an der Leine hinausschleifen müsste. Meist färbt hier jedoch das Verhalten von Herrchen oder Frauchen auf den Hund ab. Das heißt, wenn der Mensch gerne nach draußen geht, tut es ihm der Hund nach – beziehungsweise auch anders herum.

Auf Spaziergänge bei schlechtem Wetter sollte man nicht verzichten, denn es steigert in jedem Fall die Abwehrkräfte von Vierbeiner und Hundehalter gleichermaßen. Und spätestens, wenn draußen Schnee liegt, sollte auch die müdeste Hundenase wieder munter werden und ausgelassen im kühlen Weiß spielen wollen.

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