Guppy - Der perfekte Fisch für Anfänger und Zucht - tierglueck-Haustierratgeber

Guppy - Der perfekte Fisch für Anfänger und Zucht

Guppys sind nicht nur hübsch anzusehende Aquarienbewohner und wunderbar zur anspruchsvollen Zucht geeignet, sie sind auch äußerst robust und die perfekten Partner für all diejenigen, die gerade erst in die Welt der Aquaristik einsteigen. In bunten Farben leuchten die flinken tagaktiven Fischchen ihren Haltern aus dem Wasser entgegen und bringen zudem durch unterschiedliche Flossenformen Abwechslung ins Aquarium.

Die tagaktiven Guppys bringen Farbe und Leben in viele heimischen Aquarien und unterhalten den Betrachter durch ihre ausgeprägte Schwimmfreudigkeit. Das macht sie zu einer der beliebtesten Aquarienfischarten der Welt. Ihre Heimat ist im Norden Brasiliens oder Venezuelas und auf den dort vorgelagerten Inseln, etwa Antigua, Barbados und Grenada. Doch mittlerweile sind sie überall auf der Welt anzutreffen. Wildlebende Guppyschwärme finden sich sogar hierzulande, etwa in den Ausläufern von Kühl- und Klärwässern oder in Thermalquellen.

Während die männlichen Tiere etwa drei Zentimeter lang werden und eine spitz zulaufende Schwanzflosse haben, sind die Weibchen etwas größer – bis zu fünf Zentimeter – und etwas runder mit einem fächerförmigen Schwanz. Wie so oft im Tierreich sind auch bei den Guppys die Männchen das farbenfrohere Geschlecht.

Die Kinderstube des Millionenfisches

Die Tropenfische werden umgangssprachlich auch „Millionenfisch“ genannt, denn sie sind sehr vermehrungsfreudig. So kann ein weiblicher Guppy in nur einem Monat zwischen 20 und 100 Junge bekommen. Die Kinderstube ist von Anfang an ein sehenswertes Spektakel, denn als lebend gebärende Zahnkarpfen bringen die Guppys vollständig ausgebildete Jungtiere zur Welt, die schon nach vier Monaten ausgewachsen sind.

Die Vermehrungsfreudigkeit der Guppys ist nicht zuletzt der ausgeprägten Libido der männlichen Tiere zu verdanken. Zudem kann eine einzelne Begattung gleich mehrere Würfe hintereinander auslösen. Umso wichtiger ist es, bei der Zusammensetzung der Guppy-Gruppe darauf zu achten, dass auf ein Männchen etwa drei Weibchen kommen, damit die Weibchen nicht unnötigem Stress ausgesetzt sind. Wer nicht vorhat zu züchten, der sollte also darauf achten, nur gleichgeschlechtliche Guppys zusammen zu halten.

Die Ernährung: Der Guppy ist was er isst

Fotolia_71345441_XS_Guppy_Copyright.jpgWähren Guppys im Allgemeinen nicht unbedingt hohe Ansprüche an die Haltung stellen, zeigt sich eine hohe Futterqualität tatsächlich im farbenfrohen Strahlen der zierlichen Fische. Je hochwertiger und vitaminreicher das Futter ist, desto prächtiger ihr Schuppenkleid. Gemüse und Proteine sowie Farbverstärker auf natürlicher Basis sollten im Futter also nicht fehlen.

Eine besondere Köstlichkeit ist für die kleinen Tierchen Lebendfutter, wie etwa Mückenlarven oder Salinenkrebse. Auch Frostfutter, Granulat- oder Flockenfutter kann gereicht werden. Wichtig ist hier jedoch, auf die Frische zu achten, denn überlagertes Futter verliert seine Nährstoffe. Nicht gefüttert werden sollten den Guppys Röhrenwürmer und Daphina. Diese werden zwar mit großem Appetit verspeist, können aber zu Erkrankungen führen (Fischfutter im Fressnapf Online Shop).

Für die Fütterung gilt regulär: Weniger ist mehr. Erwachsene Guppys fressen zwei- bis dreimal am Tag, Jungtiere sollten bis zu fünfmal täglich gefüttert werden. Manche Guppyhalter schwören auf eine seltenere Fütterung der erwachsenen Tiere, etwa alle zwei bis drei Tage. Es empfiehlt sich also in jedem Fall, die eigenen Fische und ihre Vorlieben gut zu beobachten. Das Futter wird in der Regel immer sofort verspeist und auf direktes Nachfüttern sollte verzichtet werden.

Ein perfektes Zuhause: Die Ausstattung für glückliche Guppys

Als Anfängerfisch geeignet, verzeiht der Guppy auch einmal kleine Fehler in der Haltung. Wie überall sonst ist es jedoch ratsam, sich vor der Anschaffung über die Anforderungen der neuen Haustiere zu informieren. Auch verraten die Guppys selbst sehr viel über ihre Verfassung. Wer seine neuen Haustiere gut beobachtet, der findet schnell selbst heraus, was den Guppys Freude bereitet. Mit der richtigen Temperatur, passender Einrichtung und klarem Wasser mit leichter Strömung, kann man nicht viel falsch machen. So können die geselligen Aquarienbewohner bei guter Haltung auch bis zu vier Jahre alt werden.

Als Schwarmfische ist es für Guppys von höchster Wichtigkeit, Gesellschaft zu haben und über ein ausreichend großes Becken zu verfügen. Mindestens 60 cm lang sollte das Becken sein und über ein Fassungsvermögen von mindestens 54 Litern verfügen. Wer vorhat zu züchten, der sollte gleich zu einem größeren Aquarium greifen. Gerade Anfängern ist ein Becken von mindestens 100 Litern zu empfehlen, da es bei kleineren Becken schwieriger ist, ein gesundes und stabiles Wasserklima zu erhalten (Aquarien im Fressnapf Online Shop).

Bei einer Wassertemperatur von 22 bis 24 Grad tagsüber und etwa einem Grad weniger in der Nacht, fühlen sich die geselligen Guppys besonders wohl. Jungtiere bevorzugen ein Grad mehr. Der ph-Wert des Wassers sollte für ein optimales Wohlbefinden bei 6 bis 8,5 liegen. Wichtig für eine artgerechte Haltung ist auch eine Beleuchtung von 8-12 Stunden pro Tag. Um übermäßige Algenbildung zu vermeiden, sollte das Aquarium allerdings nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Der regelmäßige Wasserwechsel von etwa 30 Prozent des Wassers alle zwei bis drei Wochen versteht sich von selbst. Dazu kann normales Leitungswasser verwendet werden. Wird das Wasser langsam und sanft ins Aquarium eingelassen, bleiben die kleinen Gesellen auch während der Frischwasserzufuhr entspannt. Insgesamt ist eine gute Filterung wichtig, um zum Schadstoffe abzubauen und den Boden sauber zu halten.

Bei der Ausstattung sollten – neben einem Aquarium samt Beleuchtung, Heizstäben und Filter – natürlich Höhlen, Steine und geeignete Wasserpflanzen nicht fehlen. Eine üppige Bepflanzung macht den Tieren besondere Freude, da sie viele Versteckmöglichkeiten und zusätzlich auch gemütliche Schlafgelegenheiten bietet. Besonders gut eigenen sich feinfiedrige Pflanzen und einige Schwimmpflanzen. Zur Verbesserung der Wasserqualität können zudem Javamoos, Wasserpest und Mooskugeln ins Becken gesetzt werden (Aquarienausstattungen im Fressnapf Online Shop).

Kosten der Guppy-Haltung

Die Kosten, die für die neuen Haustiere anfallen, hängen ganz wesentlich von der Menge und Größe der Aquarien, sowie der Anzahl der gehaltenen Fische ab. Im ausgewählten Fachhandel oder am besten direkt beim Züchter gekauft, kosten männliche Guppys zwischen drei und sechs Euro, weibliche Tiere zwischen zwei und fünf Euro. Doch nicht nur die Tiere selbst müssen gekauft werden, auch ein Aquarium mit der entsprechenden Ausrüstung und Inneneinrichtung, sowie Steine, Felsen, Höhlen und Moose müssen angeschafft werden.

Auch die regelmäßig anfallenden Kosten müssen mit bedacht werden. Dazu zählen die für Neonröhren, Innenfilter, Heizkabel, Luftpumpe und weiteren Extras entsprechenden Stromkosten. Auch die Abwasser-und Futterkosten sollten bereits vor der Anschaffung bedacht werden. Während ein Zuchtvorhaben sich durchaus finanziell bemerkbar machen kann, fallen die Kosten für einziges Aquarium jedoch nicht allzu sehr ins Gewicht.

Ein gesunder Guppy in guter Gesellschaft

Ganz wichtig für das Wohlbefinden der geselligen Haustiere sind deren direkte Mitbewohner. Es ist natürlich vollkommen ausreichend, einen einzelnen Guppy-Schwarm im Aquarium zu halten, doch es dürfen durchaus auch andere Fischarten mit einziehen. Dies macht das Erlebnis Aquarium noch bunter und kann durchaus auch für die Fische selbst eine nette Abwechslung sein.

Guppy - Der perfekte Fisch für Anfänger und Zucht - Guppy-Paar - tierglueck-HaustierratgeberZur Vergesellschaftung, also zur gemeinsamen Haltung, dürfen selbstverständlich nur Fischarten ausgewählt werden, die sich mit dem Guppy einen Lebensraum gut teilen können. Besonders zu empfehlen sind hier Panzerwelse, Querbandhechtlinge, Bärblinge, Kaisersalmler oder Zwergguramis. Bevor hier die endgültige Entscheidung fällt, sollte aber fachkundiger Rat eingeholt werden. Schließlich soll sichergestellt sein, dass der pH-Wert für alle Tiere im Becken angenehm ist.

Die neuen Haustiere gesund zu halten fängt schon beim Kauf der geeigneten Tiere an. Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn die Fische besonders günstig unterhalb der regulären Preisspanne angeboten werden. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass es sich um importierte Tiere aus Massentierhaltung handelt. Diese werden oft mit Antibiotika behandelt und haben Probleme damit, sich in einem unbehandelten natürlichen Aquarienbiotop einzuleben.

Um sicherzustellen, dass sich die flinken schwimmenden Haustierchen rundherum wohlfühlen, ist es äußerst wichtig, sie jeden Tag intensiv zu beobachten. Wenn die Fische gesund aussehen und sich normal verhalten, besteht kein Grund zur Sorge. Auffälligkeiten in der Erscheinung, etwa eine ungewöhnliche Färbung oder Punkte auf dem Körper, könnten jedoch Hinweise auf eine Erkrankung sein. Auch auffälliges Verhalten, wie schaukelnde oder sehr verlangsamte Bewegungen, sollten beobachtet und gegebenenfalls entsprechend behandelt werden. In jedem Fall ist es wichtig, sich fachkundigen Rat zu holen.

Geschichte der Guppys: Vom Guppy-Handel bis zur Zucht

Guppys sind nicht nur relativ pflegeleichte und leicht zu züchtende Haustiere, sie haben auch eine interessante Geschichte. Der lateinische Name Poecilia reticulata geht auf den Forscher Robert John Lechmere Guppy zurück, der 1866 vor der Küste von Trinidad einige Exemplare gesammelt und dem Britischen Museum geschickt hatte. Obwohl die Art bereits bekannt war, blieb die umgangssprachliche Bezeichnung Guppy erhalten. Die ersten Guppys wurden dann Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa als sehr wertvolle Tiere gehandelt und da sie gerne Mückenlarven fressen, glaubte man zudem, durch ihren Einsatz Malaria bekämpfen zu können.

Im Allgemeinen erhielten die Guppys vor allem durch ihre guten Zuchtmöglichkeiten von Anfang an besondere Aufmerksamkeit. Zunächst noch sehr klein und eher unauffällig in der Farbgebung, wurden mit der Zeit außergewöhnliche Farben und Formen gezüchtet. Heute gibt es zahlreiche Ausstellungen auf denen interessante Guppyvarianten ausgestellt werden.

Im Fachjargon gehören Guppys zu den Strahlenflossern, in die Unterklasse der Neuflosser. Die verschiedenen Arten des Guppys unterscheiden sich besonders durch die Ausprägung der Schwanzflossen. Triangel- und Doppelschwert-Guppys sind die beliebtesten Arten. Unter die Großflosser fallen Doppelschwert, Fahnenschwanz, Fächerschwanz, Leiterschwanz, Obenschwert, Triangelschwanz sowie Untenschwert. Zu den Kleinflossern gehören Nadelschwanz, Spatenschwanz, Speerschwanz sowie Rundschwanz. Alle zeichnen sich zudem durch ihre farbenfrohe Erscheinung aus. Besonders schillernd ist – neben dem klassischen Zuchtguppy – der Endler Guppy. Wer seine Leidenschaft für das Züchten der farben- und formenreichen Guppys entdeckt, dem sind hinsichtlich der Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Gerade aufgrund der Vermehrungsfreudigkeit können schnell mehrere Generationen der flinken Fische gezüchtet werden.

Aber auch ohne Zuchtvorhaben kann die Haltung, etwa eines reinen Männerschwarms, große Freude bereiten. Die flinken Wasserbewohner sind gesellig und freundlich und bringen mit ihrem faszinierenden Lebensraum Farbe und Bewegung ins Haus.

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