Hund entlaufen: Was ist jetzt zu tun? | tierglueck-Haustierratgeber

Hund entlaufen – Warum nur und wie kann man ihn finden?

Normalerweise sind Hunde sehr heimatverbunden. Das hat mit Ihrem Beschützerinstinkt zu tun, der ihnen vorgibt, auf ihre Menschen sowie auf Haus und Hof aufzupassen. Dennoch kann es manchmal vorkommen, dass sie von zu Hause weglaufen und den Heimweg nicht mehr finden. Filmhund Lassie fand 1956 und später in der Neuverfilmung von 2005 über 600 Kilometer Entfernung hinweg wieder nach Hause zurück. Doch wie realistisch ist dies, haben Hunde tatsächlich eine Art Radar, das ihnen den Weg weist? Für das Weglaufen des Vierbeiners kann es verschiedene Gründe geben und zuweilen bleibt es nicht bei einem Mal. Durch moderne Methoden der Hundekennzeichnung wie Chipimplantat, Tätowierung oder Hundemarke lässt sich der Streuner heutzutage deutlich leichter wiederfinden, als noch zu Lassies Zeit. Zudem können aktuelle GPS-Systeme einen virtuellen Zaun errichten.


Tatsächlich können Hunde ihren Heimweg auch über größere Entfernungen hinweg wiederfinden. Die Distanz, die Lassie zurückgelegt hatte, um wieder nach Hause zu kommen, ist aber nicht mehr als eine schöne Geschichte, denn die Colliehündin wurde im Auto weggebracht. Vielmehr folgen Hunde ihrer eigenen Fährte. Und sofern sie auf eigenen Pfoten von ihrem Zuhause aufgebrochen sind, sollten sie in der Regel auch wieder dorthin zurückfinden. Anders verhält es sich, wenn sie gemeinsam mit ihren Menschen im Auto unterwegs waren, beispielsweise zum Urlaubsort. Gehen sie dort verloren, würden sie sicher eher ins Hotel oder die Ferienwohnung zurückkehren, jedoch wissen sie nicht, wie sie zu ihrem eigentlichen Heim kommen sollen.

Warum laufen Hunde von zu Hause weg?

Hunde sind nicht wie Menschen, sie laufen nicht von zu Hause weg, weil es ihnen dort nicht mehr gefällt oder sie ein anderes Leben beginnen möchten. Meist sind es ganz banale Gründe, die einen Vierbeiner von der gewohnten Umgebung wegführt. Das kann beispielsweise eine Katze sein, die über das Grundstück läuft und das Weite sucht, während ihr der Hund folgt. Vielleicht hat er auch die Fährte eines Wildtieres aufgenommen, das durch den Garten gehuscht ist. In beiden Beispielen wurde der Jagdinstinkt des Hundes geweckt und je nach Rasse kann er schon mal vergessen, dass er eigentlich nicht weglaufen darf. Die Fährte, der er folgt, duftet für ihn so verführerisch, dass er einfach hinterherlaufen muss. Dabei kann er sich schon mal einige Kilometer vom Haus entfernen und sich plötzlich in einer für ihn fremden Umgebung wiederfinden.

Handelt es sich bei dem Ausreißer um ein Jungtier, kann auch Angst der Grund für das Weglaufen sein. Etwa, weil er ein lautes, ihm unheimliches Geräusch gehört hat und in Panik davonläuft. Seine Angst treibt ihn voran und schnell hat er sich weit von seinem Zuhause oder seinen Menschen entfernt. Viele Hunde haben panische Angst vor Blitz und Donner. Während sich die meisten verängstigt unter das Bett verziehen, suchen andere eher das Weite. Eine große "Gefahr" geht zudem von läufigen Hündinnen aus. Während ihrer Hitze verströmen sie einen Duft, der Rüden unwiderstehlich anzieht und auch über größere Entfernungen hinweg wirkt. Haben Rüden einmal die Witterung aufgenommen, gibt es für sie kein Halten mehr.

Auch Hunde, die erst kürzlich aus dem Tierheim adoptiert wurden, sind potenzielle Weglaufkandidaten. Sie fühlen sich in ihrem neuen Zuhause noch nicht richtig heimisch und suchen nicht selten den Weg zurück ins Heim. In der Regel finden sie dorthin aber nicht mehr zurück und verirren sich stattdessen. Hunde verspüren zudem Trauer über verstorbene Herrchen oder Frauchen und haben sich in ihrem neuen Zuhause noch nicht eingelebt. Oft vermisst der Vierbeiner die geliebten Menschen aus seiner Vergangenheit. Dann nutzt er jede Gelegenheit, um die Umgebung nach ihnen abzusuchen.

Sehr aktive Vierbeiner können sich schon mal vernachlässigt fühlen, wenn sie keine Beschäftigung haben. Dann erkunden sie gerne auch aus Langeweile ihre Umgebung. Das kann man beispielsweise bei Hütehunden beobachten, denen die Aufgabe fehlt. Ihr Streifzug auf der Suche nach Beschäftigung führt sie schließlich immer weiter weg von ihrer vertrauten Umgebung.

Wenn der Vierbeiner an "Hunde-Alzheimer" erkrankt ist

Altersverwirrtheit kann nicht nur Menschen treffen, sondern kann auch bei Hunden vorkommen. Betroffen sind ältere Hunde ab etwa neun Jahren. Sie erkranken an kognitiver Dysfunktion, eine altersbedingte Erkrankung des Gehirns, die durch Pigmentablagerungen hervorgerufen wird. Vierbeiner, die an Hunde-Alzheimer erkranken, verlieren nicht selten die Orientierung. Zudem verändert sich ihr Verhalten und ihr Wesen.

Hunde, die an Demenz leiden, finden sich plötzlich nicht mehr zurecht, auch die vertrauten Spazierwege sind ihnen unbekannt. Verirrt sich ein Hund in einer solchen Situation, ist es für ihn unmöglich, wieder nach Hause zurückzufinden. Er ist dann auf die Hilfe von anderen Menschen angewiesen. Ist dem Hundehalter die Erkrankung bekannt, sollte er seinen vierbeinigen Freund nicht mehr alleine nach draußen gehen lassen. Die Gefahr, dass er beim ganz normalen Umherschnüffeln die Orientierung verliert, ist zu groß.

Die Erkrankung ist übrigens leider nicht heilbar. Durch Medikamente kann man den Ist-Zustand einfrieren oder ein Fortschreiten verzögern. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Klassische Symptome sind Desorientiertheit, Änderungen im Verhaltenden seinen Menschen gegenüber, Verlust der Stubenreinheit und ein veränderter Wach-/Schlafrhythmus.

Wie verhalten sich entlaufene Hunde?

Hat sich das Jagdfieber oder die Angst wieder gelegt, wollen Hunde gerne in ihre vertraute Umgebung zurück. Dazu versuchen sie ihre eigene Fährte aufzunehmen. Gelingt es ihnen, finden sie vielleicht auch wieder zurück. Schwierig wird es, wenn sie sich zuvor zu weit entfernt haben. Dann verhalten sich Hunde eigentlich genauso wie zu Hause: Sie verkriechen sich irgendwo, wenn das Wetter zu schlecht ist, suchen etwas zu fressen und Wasser, um ihren Durst zu stillen. Manche Hunde schließen sich auch anderen Artgenossen an oder Menschen, die ihnen vertrauenswürdig erscheinen.

Was tun, wenn der Hund plötzlich weg ist?

Für den Hundehalter ist es eine schlimme Situation, wenn der Vierbeiner plötzlich weg ist und kein Rufen oder Locken ihn herbeiholt. Als erste Maßnahme empfiehlt es sich, einige Freunde zusammenzutrommeln und die Umgebung nach dem Ausreißer abzusuchen. Vielleicht gibt es einen Ort, an dem sich der Hund gerne aufhält, wie beispielsweise die Parkbank auf der Hälfte des üblichen Spazierweges oder das Fleischereigeschäft im Ort, wo er immer draußen auf sein Frauchen warten muss. Hilfreich ist einen Steckbrief mit Foto des vermissten Hundes zu erstellen und diesen weiträumig zu verbreiten. Nahezu jedes Ladenlokal bietet seinen Kunden heute eine Aushangmöglichkeit. Das Schwarze Brett beim Tierarzt ist eine weitere Option.

Darüber hinaus lässt sich die Tierkennzeichnung des Vierbeiners nutzen, um ihn wiederzufinden. Die meisten Hunde tragen heute einen Mikrochip, über den sie auch ohne Halsband und Hundemarke erkennbar und zuzuordnen sind. Auch eine Tätowierung kann helfen. Voraussetzung ist, dass der Ausreißer auch bei einem Tierregister eingetragen ist, wie zum Beispiel bei Tasso e. V., beim Deutschen Haustierregister oder bei Findefix. Dort können Sie sich dann sofort melden und Ihren Hund als vermisst melden. Das gilt auch, wenn Ihnen ein fremder Hund zugelaufen ist. Durch die weitreichende Vernetzung der Organisationen lassen sich weitere Möglichkeiten der aktiven Suche nutzen.

Ideal ist natürlich, wenn der entlaufende Vierbeiner von hilfsbereiten Menschen gefunden wird, die sich bemühen, seine Herkunft zu ermitteln. Über die Chip-ID, Hundemarke oder Tätowierung kann beispielsweise jeder Tierarzt und auch die meisten Tierheime den Hund identifizieren – sofern er registriert ist. Auch Polizei und Feuerwehr sind mit einem Transponder-Lesegerät ausgestattet.

Garten einzäunen oder elektronische Überwachung für den Hund

Hunde, die öfter ihrer eigenen Wege gehen, sollte man besser beaufsichtigen und am Ausreißen hindern. Hat der Vierbeiner freien Ausgang in den Garten, sollte dieser ausreichend hoch eingezäunt sein. Allen Familienmitgliedern muss eingeschärft werden, dass das Gartentor grundsätzlich verschlossen bleibt.

Ist ein Einzäunen des Grundstücks nicht möglich und möchte man verständlicherweise den Hund nicht permanent im Haus einsperren oder an die Kette legen, empfehlen sich als Alternative elektronische Aufpasser. Im Fachhandel sind inzwischen sehr kompakte Ortungsgeräte für das Halsband verfügbar, die mittels GPS-Signal den genauen Standort des Vierbeiners anzeigen. Die angewandte Technologie des Global Positioning Systems ist von Navigationsgeräten und Smartphones bekannt.

Die Trackinggeräte lassen sich in der Regel mit dem Smartphone verbinden. So hat der Hundehalter von überall und in Echtzeit den Überblick, wo sich der Vierbeiner gerade befindet. Die Systeme informieren sogar, sobald sich der Hund über einen definierten Punkt hinaus bewegt. Beispielsweise, wenn er die Grundstücksgrenze überschreitet. Auf diese Weise lässt sich eine Art virtueller Zaun einrichten.

In guten Hundeschulen werden zudem Kurse und Trainingsmethoden angeboten, um gesunden Hunden das Weglaufen abzugewöhnen. Die meisten Methoden setzen dabei auf die artgerechte und auslastende Beschäftigung des Vierbeiners.


Lassen Sie Ihren Hund nicht nur chippen, registrieren Sie ihn auch in einer Datenbank. Auf diese können Tierärzte, Tierheime, Polizei und Feuerwehr weltweit zugreifen, sodass der Ausreißer schnell wiedergefunden werden kann. Für Wiederholungstäter empfiehlt sich eine elektronische Sicherung, mit der Herrchen und Frauchen immer genau sehen können, wo sich ihr Vierbeiner gerade aufhält – von überall auf der Welt.

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