Die Grundkommandos in der Hundeerziehung - tierglueck.de-Haustierratgeber

Hundeerziehung – So lernt der Hund die Grundkommandos

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, so lautet es allgemein. Er lebt heute als nahezu vollwertiges Familienmitglied mit seinen Menschen zusammen, die gewissermaßen sein Rudel sind. Damit er sich jedoch nicht als Anführer des Rudels sieht, müssen ihm Frauchen oder Herrchen frühzeitig beibringen, wer das sagen hat. Der Vierbeiner muss bestimmte Kommandos lernen, die das tägliche Miteinander erleichtern und die Rangfolge innerhalb des Mensch-Tier-Rudels eindeutig festlegen. Ganz egal, ob man im häuslichen Umfeld zusammen ist oder sich in der Öffentlichkeit bewegt, jeder Hund sollte gewisse Grundregeln der Hundeerziehung kennen und beherrschen. Damit können seine Menschen gar nicht früh genug beginnen. Doch zunächst gilt es, sich überhaupt verständlich zu machen.


Naturbedingt sprechen Mensch und Hund nicht die gleiche Sprache. Der Vierbeiner nutzt unterschiedliche Laute und insbesondere seine Körpersprache. Der Mensch ebenso, nur unterscheidet sich die Kommunikation beider Lebewesen sehr voneinander. So sehr wir uns auch bemühen, Hunde werden unsere Sprache nie wirklich verstehen. Doch wir können uns die Intelligenz der Vierbeiner zunutze machen und ihre Fähigkeit, sich bestimmte Aktionen und Laute einzuprägen. Vorausgesetzt, wir benennen das was wir von ihnen wollen immer gleich. Eindeutige und einfache Kommandos müssen es sein, die Hunde nicht missdeuten können.
 

Körpersprache und Stimmlage sind entscheidend in der Hundeerziehung

Neben eindeutigen und wiederkehrenden Kommandos, ist unsere Köpersprache ein elementar wichtiges Kommunikationsmittel. Darauf sind Hunde noch viel mehr fixiert, als auf das gesprochene Wort. Die meisten Hunde haben eine hohe empathische Veranlagung und spüren sehr genau, in welcher Stimmung wir uns befinden. Angst und Unsicherheit sind zwei Gefühlsregungen, die in der Hundeerziehung fehl am Platz sind und den Hund darin bestärken, dass er besser mal selbst die Rudelführung übernimmt. Ein bestimmendes und konsequentes Auftreten ist also vom Hundehalter gefragt, damit er die volle Aufmerksamkeit seines Vierbeiners bekommt und ernst genommen wird.

Zwar können Hunde mit dem einzelnen gesprochenen Wort nicht viel anfangen, doch sie können sehr wohl unsere Stimmlage einschätzen. Sie wissen genau, wenn wir mit freundlichem Tonfall zu ihnen sprechen, dann sind wir ihnen auch freundlich gesinnt. Hebt sich die Stimme oder wird sogar ärgerlich, spürt der Hund, dass etwas nicht stimmt. Ebenso ist er in der Lage, Unsicherheit aus dem Tonfall herauszuhören. Kommandos sollten daher mit einem freundlichen aber festen Unterton gesprochen werden.

Von Vorteil ist zudem, die gesprochenen Kommandos durch passende Gesten mit den Händen zu begleiten. Das hilft dem Hund, die einzelnen Befehle besser voneinander zu unterscheiden, da sich für ihn oft alles sehr ähnlich anhört, insbesondere, wenn Herrchen oder Frauchen nicht so genau akzentuieren.

Nicht Kontrolle, sondern Vertrauen ist der Schlüssel

Eine gute Erziehung bedeutet aber nicht nur, dass man seinen Hund dominiert oder die Kontrolle hat, sondern zeugt viel mehr von gegenseitigem Vertrauen, das sich insbesondere in Gefahrensituationen als nützlich erweist, die der Vierbeiner nicht einschätzen kann. Beispielsweise, wenn es beim Gassi gehen darum geht, eine Straße zu überqueren, auf der Autos fahren. Während die Filmhunde aus Hollywood am Straßenrand nach links und rechts schauen oder das Ampelsignal beachten können, sieht die Realität im Alltag anders aus. Der Vierbeiner ist auf die Kommandos seines Herrchens angewiesen, denn nur er kann zuverlässig entscheiden, wann die Überquerung einer Straße ungefährlich ist. Wenngleich es gewisse Ausnahmen bei Blinden-Führhunden gibt, die aber dennoch nicht in der Lage sind, farbige Ampelsignal zu unterscheiden.

Wichtige Kommandos für ein Hundeleben lang: Sitz und Nein

Bereits im Welpenalter sollte die Erziehung eines Hundes beginnen. Und auch wenn die Kleinen ihre Grundausbildung eher spielerisch erlernen und noch so niedlich sind, darf es nicht an Konsequenz fehlen. Eine gewisse Grundausstattung, wie ein Leckerchenbeutel oder ein begehrtes Spielzeug, ist vorteilhaft bei der Ausbildung. Das wohl wichtigste Kommando, das ein Hund beherrschen sollte, ist "Sitz". Egal ob bei der Straßenüberquerung oder in anderen Gefahrensituationen, ist dieser Befehl und die Befolgung für den Hundehalter extrem hilfreich. Dieses Kommando ist zudem sehr einfach zu vermitteln. Meist genügt es, ein Leckerchen oder Spielzeug hoch über den Kopf des Vierbeiners zu halten. In der Regel setzt der sich schon von ganz allein hin, um dem Objekt seines Interesses näher zu kommen. Bevor er es aber bekommt, wird das Kommando "Sitz" mit der Betonung auf dem i ausgesprochen und das entsprechende Zeichen mit den Händen gegeben, beispielsweise der ausgestreckte Zeigefinger.

Die Aufhebung des Kommandos ist dabei ebenfalls wichtig. Denn im Grunde muss der Hund nun ja so lange sitzen bleiben, bis er wieder laufen darf. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel eine Geste mit der Hand oder Ausrufe wie "Gut" oder "Okay".

Das Kommando "Nein" ist ebenfalls elementar. Viele Hundehalter nutzen stattdessen auch "Aus", was ebenso gut funktioniert. Wobei der i-Laut im Wort Nein vom Hund intensiver gehört wird. Dieses Kommando gilt, wann immer der Hund eine Handlung möglichst sofort abbrechen soll. Etwa, wenn er draußen Aas oder anderen Unrat fressen will oder sich einer Person nähert, die dies ganz offensichtlich nicht möchte. Dieses Kommando wird von den meisten Hunden zwar nicht so gerne befolgt, kann aber bereits vom Welpen verstanden werden. Herrchen und Frauchen können es beim Sitz- und Platz-Training immer dann verwenden, wenn der Kleine das Gegenteil von dem macht, was er soll. Zum Beispiel sofort wieder aufzustehen, wenn er sitzen bleiben sollte. Schnell verknüpft der Junghund ein "Nein" mit einer falschen Handlung. Gelobt und Belohnt wird grundsätzlich nur, wenn er etwas richtig gemacht hat. Im Umkehrschluss sollte man bei einer falschen Handlung nicht bestrafen.

Die Kommandos Platz und Bleib für einen vertrauensvollen Umgang

Der erste Eindruck trügt, "Sitz" und "Platz" unterscheiden sich in ihrer Bedeutung. Beim ersten Befehl sitzt der Hund auf seinen Hinterläufen und steht weiterhin auf den Vorderläufen. Beim Kommando "Platz" liegen auch die Vorderbeine auf dem Boden. Diese Aufforderung ist nicht etwa eine Variante des Befehls Sitz, sondern sollte von Herrchen und Frauchen immer dann angewendet werden, wenn der Vierbeiner ungehorsam ist und man ihn sensibilisieren möchte, seine ungeteilte Aufmerksamkeit gewinnen will. "Platz" oder der englische Begriff "Down" sollte daher immer sehr sorgsam verwendet werden und nicht mit der Bedeutung des Kommandos Sitz verwechselt werden, damit der Hund klar unterscheiden kann. Mit der Gabe von Leckerlis oder Futterbrocken, lässt sich auch diese Aufgabe schnell lernen. Für das Training ist es von Vorteil, wenn sich der Hund bereits in einer sitzenden Position befindet. Das Leckerchen wird nun etwas entfernt vor die Vorderpfoten des Vierbeiners gelegt, so dass er sich langmachen muss, um daran zu kommen – und schon liegt er. Das Kommando "Platz" wird klar ausgesprochen und mit einer Geste verknüpft, bei der die flache Handfläche deutlich nach unten geführt wird. Die Aktion einige Male wiederholen und dann klappt es vielleicht auch schon, ohne dass der Hund vorher gesessen hat.

Möchte man erreichen, dass der Hund längere Zeit an einem Ort sitzen oder liegen bliebt, kann man die beiden Kommandos mit dem Befehl "Bleib" kombinieren. Zum Beispiel, wenn Sie in einigen Metern Entfernung ein Gartentor schließen möchten und Ihr Hund nicht allein weiterlaufen soll. Diese Aufgabe benötigt schon etwas mehr Verständnis zwischen Hund und Herrchen und auch etwas mehr Geduld in der Trainingsphase. Beherrscht der Vierbeiner bereits die Kommandos "Sitz" und "Platz", spricht man nun den Befehl "Bleib" aus. Dazu wird der Arm gehoben und die erhobene Handfläche zeigt zum Hund. Will er sich erheben, kommt sofort ein energisches Nein und der Hund wird erneut positioniert, bis er gelernt hat, zu verharren. Dabei können sich Herrchen oder Frauchen immer ein Stückchen weiter vom Vierbeiner entfernen. Vergessen sollte man auch hier nicht die abschließende Aufhebung des Kommandos. Bei einer erfolgreichen Aktion darf man natürlich nicht mit Lob sparen und beim Training darf es auch schon mal etwas überschwänglicher ausfallen.

Hier und Fuß sind wichtiger als gedacht

Einen Hund zu sich zu rufen, so dass er Folge leistet, ist wohl eine der schwersten Aktionen in der Hundeerziehung. Dennoch ist das Kommando "Hier" unverzichtbar. Wie immer geht alles leichter, wenn man dem Hund eine Gegenleistung anbietet. 'Wenn Du zu mir kommst, kriegst Du auch ein Leckerchen!'. Wichtig ist aber, dieses Kommando insbesondere dann zu trainieren, wenn etwas gut gelaufen ist und man den Hund loben möchte. Im Umkehrschluss würde er sonst den Befehl "Hier" eher mit einer Bestrafung verbinden und sicher nicht freiwillig dem Zuruf folgen. Als begleitendes Zeichen empfehlen sich nach unten zu den Füßen ausgestreckter Arm und Zeigefinger. Auch bei dieser Aktion ist Geduld angesagt.

Bei Fuß zu gehen, wird von vielen Hundebesitzern in der Erziehung als veraltet betrachtet oder als Unterdrückung des Hundes. Dabei hat der Befehl "Fuß" ebenso sicherheits-relevante Aspekte, wie ein "Sitz" an der Straßenkreuzung. Es geht nicht darum, den Vierbeiner dahingehend zu knebeln, dass er nur noch neben Herrchen oder Frauchen hertrotten soll, sondern ihn in Gefahrensituationen in der Nähe zu haben. Etwa, wenn man durch eine Menschenmenge läuft oder der Gehweg sehr nah am Fahrbahnrand entlang verläuft. Auch hier macht Übung den Meister. In der Sitzposition klopfen Herrchen oder Frauchen zweimal mit der flachen Hand gegen das Bein, sprechen den Befehl "Fuß" aus und gehen einige Schritte vorwärts, der Hund folgt. Sobald er sich vom Bein entfernt, muss ein energisches Nein erfolgen und die Aktion wird aus der Sitzposition heraus solange wiederholt, bis der Vierbeiner verstanden hat, was von ihm erwartet wird. Lob und Leckerchen dürfen auch bei dieser Aufgabe nicht fehlen.


Die klassischen Kommandos in der Hundeerziehung helfen sowohl Mensch und Vierbeiner im täglichen Umgang miteinander. Sie können in Gefahrensituationen Leben retten und verstärken das Verständnis zwischen Zwei- und Vierbeiner. Vertrauen und Bindung erreichen ein neues, harmonisches Level.

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