Impfung von Katzen - tierglueck-Haustierratgeber

Katzenimpfung: Diese Impfungen sind notwendig

Schutzimpfungen für Katzen sind wichtig und sollten nicht vernachlässigt werden, da Katzen - wie auch wir selbst - den unterschiedlichsten Krankheitserregern ausgesetzt sein können. Doch welche Impfung tatsächlich nötig ist, das hängt ganz entscheidend damit zusammen, wie und wo die Katze lebt. Viele Fragen tauchen auf: Gegen was muss geimpft werden, wann wird geimpft und welche Kosten sind damit verbunden? Und gibt es Nebenwirkungen? Wir stellen Ihnen die gängigsten Katzenkrankheiten vor, gegen die geimpft werden kann und helfen Ihnen bei der Entscheidung darüber, was für Ihren Liebling am besten ist.

Sechs Millionen Katzen leben in Deutschland und sie sind als unsere geliebten Haustiere aus unserem Leben nicht wegzudenken. Sie begleiten uns Tag für Tag und daher ist es umso wichtiger, dass wir die Verantwortung für unsere Haustiere auch hinsichtlich ihrer Gesundheit übernehmen. Auch wenn Impfungen bei Katzen in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, so ist es doch wichtig, den schnurrenden Freund gut abzusichern. Ein Großteil der Katzen wird daher geimpft. Denn den Impfungen ist es zu verdanken, dass die meisten Katzenkrankheiten in Deutschland stark zurückgegangen sind und etwa die Tollwut unter Katzen als ausgestorben gilt.

Muss ich meine Katze überhaupt impfen lassen?

Der Rückgang von Katzenkrankheiten bedeutet aber nicht unbedingt grünes Licht, um etwa nicht zu impfen, sondern gibt vielmehr Spielraum für die Entscheidung, welche Impfungen die Richtigen sind. Denn hinsichtlich von Schutzimpfungen gilt nicht unbedingt „je mehr je besser“, sondern hier sollte im Gespräch mit dem Tierarzt vorsichtig abgewogen werden, welche Impfungen für das eigene Haustier sinnvoll sind.

Freigängerkatzen etwa brauchen einen deutlich höheren Impfschutz, auch gegen Tollwut und Leukose, als diejenigen Katzen, die nur im Haus leben und keinen Kontakt zu Artgenossen haben. Doch auch bei Wohnungskatzen sollte auf eine gewisse Grundimmunisierung nicht verzichtet werden, denn wir Menschen können durchaus an unserer Kleidung Erreger von außen einschleppen, etwa die der Katzenseuche oder des Katzenschnupfens. Auch wenn die Katze im Urlaub mit ins Ausland fahren soll oder zeitweise in einer Tierpension untergebracht wird, sind bestimmte Impfungen vorgeschrieben und sogar lebenswichtig für das Tier. Denn vor allem die Katzenseuche, Katzenschnupfen, Leukose und Tollwut können das Leben des geliebten Haustieres bedrohen.

Gegen was muss meine Katze geimpft werden?

Der Umfang des Impfschutzes variiert gewaltig – je nachdem, ob es sich um die Immunisierung einer reinen Wohnungskatze oder einer Freigängerkatze handelt. Als unverzichtbare Impfungen für ausnahmslos alle Katzen gelten Katzenseuche und Katzenschnupfen, bei freilaufenden Katzen außerdem Tollwut und Katzenleukämie. Eine Impfung gegen FIP ist unter Umständen nicht nötig, hier sollte unbedingt mit dem Tierarzt gemeinsam abgewogen werden.

Wann, wie oft und in welchem Alter muss ich meine Katze impfen lassen?

Der Zeitraum, in dem eine Katze geimpft werden muss lässt sich nicht pauschal benennen, denn auch hier kommt es darauf an, gegen was die Katze geimpft wird. Katzenwelpen erhalten die wichtigsten Antikörper in den ersten Lebenswochen durch die Muttermilch. Doch wenn sie abgegeben werden, ist es Zeit zur Grundimmunisierung. Viele Katzen werden somit schon im Welpenalter geimpft, es ist also wichtig, sich rechtzeitig zu informieren und mit dem Tierarzt den Umfang der Impfungen und die nötigen Impfintervalle abzusprechen.

Bei der Grundimmunisierung, die zwischen der 8. Lebenswoche und dem 16. Lebensmonat insgesamt viermal durchgeführt wird (8., 12. und 16. Lebenswoche und 16. Lebensmonat), wird mit dem RCP-Impfstoff, im Rahmen einer Dreifachimpfung, gegen Katzenschnupfen - gegen die Rhinotracheitis- und Calciviren - sowie gegen Katzenseuche - also das Parvovirus immunisiert. Bei Bedarf wird auch gegen Tollwut und Katzenleukämie geimpft. Auffrischungsimpfungen werden dann ab dem zweiten Lebensjahr durchgeführt. Die Impfungen gegen Katzenseuche und Tollwut sollten alle drei Jahre, gegen Katzenschnupfen und Katzenleukämie jedes Jahr durchgeführt werden. Bei Reisen ins Ausland darf die letzte Tollwutimpfung allerdings nicht älter als ein Jahr und nicht frischer als 30 Tage sein und muss ordnungsgemäß im EU-Heimtierausweis eingetragen sein.

Katzenimpfungen zu den verschiedenen Katzenkrankheiten

Tollwut

Die Tollwut gilt zwar in Deutschland seit 2008 als bei Katzen erfolgreich ausgerottet, doch Freigänger haben trotzdem ein Ansteckungsrisiko. Die Übertragung erfolgt durch Speichel und Hautverletzungen und als tödliche Viruserkrankung ist die Tollwut auch für den Menschen gefährlich. Anzeichen für Tollwut sind Aggression oder auch besondere Anschmiegsamkeit, später Schluckstörungen und Lähmungen. Freigängerkatzen sollten unbedingt geimpft werden und bei Reisen innerhalb der EU ist eine aktuelle Impfung ebenfalls Pflicht.

Katzenschnupfen

Als schwere, aber für den Menschen ungefährliche, Infektionskrankheit, die entweder durch das Rhinotracheitis- und Calcivirus oder aber durch verschiedene Bakterien übertragen wird, äußert sich der Katzenschnupfen durch Fieber, starken Ausfluss aus Augen und Nase und durch Abgeschlagenheit. Auch Geschwüre, Lungenentzündung oder Augenschäden können auftreten. Die Impfstoffe gegen die verschiedenen Erreger wirken unterschiedlich und zur Bestimmung des nötigen Impfschutzes sollte unbedingt ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Gerade gegen die Viren ist eine Impfung aber meist empfehlenswert.

Katzenseuche

Die hochansteckende Katzenseuche, auch Katzenpest oder Katzenstaupe genannt, ist für den Menschen nicht ansteckend, kann aber für die Katze tödlich verlaufen. Ausgelöst durch Parvoviren werden die Erreger durch Tröpfcheninfektion verbreitet. Abgeschlagenheit, Appetitmangel, Fieber und blutiger Durchfall sind Anzeichen der Erkrankung und eine Impfung wird für alle Katzen empfohlen.

Katzenleukämie

Als häufigster Grund für Lymphkrebs ist die Katzenleukämie eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch das FeLV, das Feline Leukosevirus, übertragen wird. Für Menschen ist sie nicht ansteckend. Da sie durch Kontakt übertragen wird, ist sie vor allem für Freigänger sinnvoll. Zwar erkrankt nur ein kleiner Teil der Tiere tatsächlich, doch das Virus kann zu Blutarmut und zu schweren Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen führen.

FIP

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine nicht heilbare und tödlich verlaufende ansteckende Bauchfellentzündung der Katzen. Das Coronavirus, das eigentlich nur milden Durchfall hervorruft mutiert durch bisher ungeklärte Umstände zu einer tödlich verlaufenden Viruserkrankung. Fieberschübe und Abmagerung sind Anzeichen der Erkrankung. Auch kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen in Körperhöhlen, dies ist die „feuchte“ Form, oder aber bei der „trockenen“ Form zu Blut-, Augen- und Gehirnschäden und Gelbsucht. Impfungen funktionieren nur, wenn die Katze nicht vorher bereits mit der milden Form des Coronavirus infiziert wurde und sind nicht immer wirksam.

Katzen-Aids

Diese Immunschwächekrankheit wird vor allem über Bisse übertragen, ist für den Menschen nicht gefährlich und ist nicht heilbar. Nach einem Fieberschub mit geschwollenen Lymphknoten scheint die Krankheit zunächst als überstanden, doch dann verrichtet sie über Jahre ihr tödliches Werk, ähnlich der Aids-Erkrankung bei Menschen. So können etwa Nerven- und Verhaltensstörungen und chronische Entzündungen auftreten. Nur in Amerika gibt es einen entsprechenden Impfstoff, hierzulande kann zur Vorsorge nach einer Beißerei, nach etwa sechs Wochen, auf Antikörper getestet werden, dann kann die Gabe von Abwehrstoffen möglicherweise dafür sorgen, dass die Spätfolgen milde ausfallen.

Was sind die Kosten von Katzenimpfungen?

Die Kosten beinhalten den Impfstoff, die Untersuchung, die Injektion und die Impfbescheinigung, hängen dann jedoch von den gewählten Impfungen ab und können variieren. Die Tierärzte müssen sich bei der Berechnung an die üblichen Vorgaben der GOT halten, der Gebührenordnung für Tierärzte. Hier kann jedoch der ein- bis dreifache Satz berechnet werden. Eine Dreifach-Impfung gegen Tollwut, Katzenschnupfen und Katzenseuche kostet in der Regel ab 25 Euro, während die Impfungen gegen FIP und Katzenleukämie mit etwa 35 oder 42 Euro zu Buche schlagen. Um die genauen Kosten zu bestimmen ist es allerdings wichtig, sich zunächst mit dem Tierarzt über die Anzahl und den Umfang des individuellen Impfschutzes für das eigene Haustier zu erkundigen.

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen bei Katzenimpfungen?

Wie überall kann es auch bei Impfungen zu Nebenwirkungen kommen. Direkt nach der Impfung kann es etwa zu allergischen Reaktionen wie Atemproblemen, Durchfall, Erbrechen oder Nesselfieber kommen. Andere vorübergehende Nebenwirkungen können eine erhöhte Temperatur, Hautreizungen, Schwellungen oder Appetitlosigkeit sein. Vor allem die Impfungen gegen Tollwut und Katzenleukämie, beziehungsweise die verwendeten Impfzusatzstoffe, werden mit dem Entstehen von Krebsgeschwüren, dem sogenannten Fibrosarkom, in Zusammenhang gebracht. Hier sollte die Impfstelle beobachtet werden und bei deutlichen Erhebungen der Tierarzt aufgesucht werden, denn im Frühstadium kann ein eventuelles Geschwür gut entfernt werden.

Auch kann es, trotz einer Impfung, vor allem bei immungeschwächten Tieren zu einem Impfdurchbruch kommen, was bedeutet, dass die Krankheit gegen die geimpft wurde, trotzdem ausbricht.

Die Entscheidung: Ja oder nein zur Katzenimpfung

Gerade, weil Impfungen auch Nebenwirkungen haben können, ist es wichtig, sich genau zu informieren welche Impfungen für die eigene Katze Sinn machen. Während es wichtig ist, dass die Katze den jeweils nötigen Impfschutz erhält, gilt hier nicht unbedingt, dass mehr auch besser ist. Bei notwendigen Impfungen müssen die möglichen Nebenwirkungen in Kauf genommen werden, während manche Impfungen schon allein wegen der möglichen Risiken, nicht nötig sind. Es kommt immer ganz auf die jeweilige Lebenssituation an und darauf, dass die Katze rundum optimal geschützt ist.

Freigänger und Ausstellungskatzen benötigen sicher einen umfangreicheren Impfschutz als reine Wohnungskatzen, während besonders junge oder aber auch ältere Katzen ebenfalls besser abgesichert werden sollten. Die Entscheidung liegt immer beim Halter und dabei sollte in jedem Fall das Wohl des Tieres im Auge behalten werden.

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