Katzenschnupfen - häufige und ernste Katzenkrankheit  - tierglueck-Haustierratgeber

Katzenschnupfen - Eine häufige und erstzunehmende Katzenkrankheit

Katzenschnupfen ist, ganz entgegen seines Namens, kein gewöhnlicher Schnupfen. Er ist vielmehr eine ernstzunehmende virale Infektionskrankheit, die den gesamten Organismus unserer vierbeinigen Freunde betreffen kann. Die Behandlung sollte daher sowohl die Symptome bekämpfen als auch das gesamte Immunsystem stärken. Wenn der eigene Stubentiger Anzeichen eines Katzenschnupfens aufweist, sollte der Besuch beim Tierarzt nicht aufgeschoben werden, denn früh erkannt stehen die Behandlungs- und Heilungschancen besonders gut.

Katzen sind in der Regel agile, wache und aufmerksame vierbeinige Freunde, die unser Leben durch ihre Anwesenheit, ihre sanfte und geschmeidige Art sich zu bewegen und ihr behagliches Schnurren bereichern. Sie sind eigenständig, unabhängig und meist sehr starke Persönlichkeiten. Doch manchmal werden eben auch Katzen krank. Wenn das Verhalten unserer Katze sich also stattdessen durch Abgeschlagenheit, ständiges Niesen oder auch sichtbaren Ausfluss an Nase und Augen auszeichnet, kann das als erstes Anzeichen von Katzenschnupfen gewertet werden. 

Inhaltsübersicht:

  1. Was ist Katzenschnupfen?
  2. Wie erkennt man Katzenschnupfen?
  3. Wie bekommen Katzen schnupfen?
  4. Wie gefährlich ist Katzenschnupfen?
  5. Vorbeugung und Behandlung von Katzenschnupfen?
  6. Wie kann ich selbst die Behandlung zuhause unterstützen?

Was ist Katzenschnupfen?

Dabei ist es wichtig, den Katzenschnupfen nicht als harmlose Erkältung abzutun, denn er ist weit mehr als das. Unbehandelt kann er schwere Spätfolgen haben und sogar bis zum Tod führen. Er ist vielmehr eine Sammelbezeichnung für Atemwegserkrankungen bei Katzen und meist als ganzer Systemkomplex anzusehen. Die den Katzenschnupfen auslösenden Atemwegserkrankungen sind in der Regel hoch ansteckend, vor allem für junge Katzen die noch nicht geimpft wurden, und haben eine Inkubationszeit von unter einer Woche. Der Katzenschnupfen wird auch Katzenpneumonie, Rhinothracheitis infectiosa felis, infektiöse Katzenrhinitis, cat flu oder feline upper respiratory disease (FURD) genannt.

In der Regel sind unterschiedliche Erreger an der Erkrankung beteiligt. Der Haupterreger ist das Feline Calicivirus (FCV), das etwa 60 Prozent aller Katzen in sich tragen. Einige dieser Erreger, die sogenannten primär pathogenen Erreger, wirken bereits alleine, andere, die sekundär pathogenen Erreger profitieren von einem geschwächten Immunsystem. Genau deshalb werden Atemwegserkrankungen bei Katzen oft als multifaktoriell bezeichnet. Schon primäre Krankheitserreger gibt es einige: Die drei Haupterreger, die einen Katzenschnupfen auslösen können, sind die genannten Caliciviren, die Herpes- und Rhinotracheitisviren sowie Chlamydien. Ist die Katze erst einmal geschwächt, dann haben auch die Begleiterreger wie Bordetellen oder Mykoplasmen leichtes Spiel.

Wie erkennt man Katzenschnupfen? 

Als gefährliche Erkrankung, die Atemwege und Schleimhäute betrifft und durchaus schwer schädigen kann, sollte der Katzenschnupfen schnellstmöglich behandelt und dafür zunächst schnell erkannt werden. Für uns als Halter ist es deshalb wichtig, die Symptome erkennen und werten zu können. Zwar gibt es viele unterschiedliche Symptome, die nicht unbedingt immer einem einzelnen Erreger zugeordnet werden können, doch in der Regel ist das allgemeine Krankheitsbild dennoch recht deutlich. Neben einem zunächst wässrigen, später schleimigen Nasen- und Augenausfluss und Fieber von bis zu 40 Grad können sich verschiedene andere Symptome zeigen. Wenn die Schleimhäute des Stubentigers Verletzungen aufweisen, etwa am Maul oder im Rachenraum oder wenn die Samtpfote eine Bindehautentzündung bekommt ist der Gang zum Tierarzt absolute Pflicht. 

Auch Husten, Fieber, Atemnot, ausgeprägte Mattigkeit und sichtbare Veränderungen an den Nasenflügeln können diesen Zustand begleiten. Die Katze fängt etwa an laut und schwer zu atmen, zu röcheln oder gar durch den Mund zu atmen. Zudem kann die Fellnase durch die Schleimhautentzündungen Schluckbeschwerden bekommen und sogar beim Fressen und Trinken gestört werden. All das verursacht starke Schmerzen und es kann sogar vorkommen, dass eine Katze die Nahrungsaufnahme komplett einstellt. Haben sich die Erreger erst einmal im ganzen Körper ausgebreitet ist die Katze so geschwächt, dass sie in Lebensgefahr ist.

Wie bekommen Katzen schnupfen?

Katzen stecken sich untereinander hauptsächlich durch direkten Kontakt oder durch Tröpfcheninfektion an, also durch das Versprühen von Körperflüssigkeiten. Niest eine betroffenen Katze etwa in einem geschlossenen Raum, können sich alle anderen Tiere, die sich dort aufhalten ebenso anstecken. Gerade umgeimpfte junge Katzen sind davon betroffen. Aber auch Katzen, die sich nur im Haus aufhalten und regulär keinen Kontakt zu Artgenossen haben können sich durch Erreger infizieren, die der Besitzer an Schuhen oder Kleidung sozusagen ins Haus einschleppt. Eine Impfung, schon im Babyalter, ist deshalb dringend zu empfehlen, um die geliebte Samtpfote gar nicht erst in die Gefahr einer Erkrankung zu bringen.

Sind dennoch die Symptome eines Katzenschnupfens aufgetreten, so kann der Tierarzt Klarheit schaffen. Da die Symptome unterschiedlich sind, ist die Bestimmung nicht immer einfach. Um zu schauen, ob es sich tatsächlich um einen Erreger des Katzenschnupfens handelt und nicht um in der Symptomatik verwandte Krankheiten wie etwa felines Asthma, Allergien, oder andere Infektionen, werden verschiedene Tests durchgeführt. Blutuntersuchungen bringen mehr über den Gesamtzustand der Katze in Erfahrung und mit Haut-, Maul- und Zungentupfern werden Proben zur Bestimmung der Erreger entnommen.

Wie gefährlich ist Schnupfen bei Katzen?

Unerkannter oder unbehandelter Katzenschnupfen ist äußerst gefährlich für das betroffene Tier. Durch den möglichen Befall mit gleich mehreren Erregern und wenn das Tier ohnehin sehr geschwächt ist und aufgrund von Schmerzen im Rachenbereich nicht mehr fressen oder trinken kann, besteht sogar Lebensgefahr. Deshalb muss der Katzenschnupfen, einmal erkannt und diagnostiziert, umgehend behandelt werden. Immer auf den Schweregrad der Erkrankung abgestimmt und mit zwei Schwerpunkten, der Behandlung der Symptome und der Stärkung des Immunsystems. Denn da der Katzenschnupfen, einmal ausgebrochen, auch nach erfolgreicher Behandlung im Körper verbleibt, besteht die Gefahr, dass er bei allgemeiner Schwäche des Immunsystems wieder ausbricht. Deshalb muss die Stärkung des Immunsystems unbedingt Teil einer erfolgreichen Behandlung sein.

Wichtig ist auch, die Krankheit sofort zu bekämpfen. Denn je früher die Behandlung beginnt desto mehr Chancen auf Erfolg bestehen und desto weniger Langzeitfolgen bleiben bestehen. Langzeitfolgen können etwa Verwachsungen am Auge sein, hervorgerufen durch Schleimhaut- und Bindehautentzündungen, die sogar zur Erblindung führen können. Auch chronisches Niesen oder Schweratmigkeit, ja sogar Knochenschwund an der Nasenmuschel, hervorgerufen durch aggressive Entzündungen, kann eine Folge sein. Menschen können sich mit dem Katzenschnupfen übrigens nicht anstecken. Nur für Katzen ist er hoch ansteckend. Aber natürlich können Mensch und Tier gleichzeitig einen normalen Schnupfen bekommen. Im Zweifel sollte die Hauskatze bei Schnupfen-Symptomen aber unbedingt direkt zum Tierarzt gebracht werden. Es ist besser, einmal zuviel kontrollieren zu lassen, als einmal zu wenig.

Vorbeugung und Behandlung von Katzenschnupfen

Natürlich ist es am besten, gar nicht erst behandeln zu müssen und auf eine funktionierende Vorbeugung zu vertrauen. Im Bestfall wird die Katze also direkt geimpft, so dass der Katzenschnupfen gar nicht erst eine Chance hat. Die Grundimmunisierung wird schon im Welpenalter, meist in der achten, zwölften und sechzehnten Lebenswoche durchgeführt. Zusammen mit der Impfung gegen Katzenseuche gehört die Impfung gegen Katzenschnupfen, also gegen Herpes- und Calciviren, zu den Kernimpfungen und sollte auch nach der Grundimmunisierung jährlich aufgefrischt werden. Auch eine Impfung gegen Chlamydophila felis ist zu empfehlen, denn auch diese Erreger können Katzenschnupfen auslösen. Falls der vorhandene Katzenschnupfen-Impfschutz nicht ausreicht, können Immun-Seren den Virus neutralisieren.

Wenn jedoch keine Impfung erfolgt ist und die Krankheit diagnostiziert wurde, verschreibt der Tierarzt dem Stubentiger meist ein reguläres Breitspektrum-Antibiotikum, welches sämtliche vorhandenen Keime abtötet. Auch künstliche Ernährung wird zum Bestandteil der Behandlung falls die Katze das Fressen bereits eingestellt hat. Zusätzlich können ätherische Öle, etwa Kamille, unseren vierbeinigen Freunden das Leben erleichtern indem sie Schmerzen und die Entzündung der Atemwege lindern.

Wichtig ist vor allem auch, dass das gesamte Immunsystem der Katze gestärkt wird. Wird dies außer acht gelassen, dann kann der Katzenschnupfen nach der Behandlung mit Antibiotika schnell wieder zurückkommen. Um also vollständig ausheilen zu können, muss der Katzenschnupfen durch ein starkes Immunsystem langfristig in Schach gehalten werden. Auch Stress sollte vermieden werden, um den Stubentiger gar nicht erst aus der Balance zu bringen.

Die unterstützende Behandlung zuhause

Nach dem Besuch beim Tierarzt gilt es natürlich zunächst, die Antibiotika-Therapie gemäß den Instruktionen des Tierarztes durchzuführen. Meist wird das Medikament unter das Futter gemischt. Und selbstverständlich sollte auch ein Vitaminpräparat nicht fehlen. Abgesehen davon sollten wir als Halter dafür sorgen, dass der Stubentiger warm und gemütlich und so ruhig wie möglich untergebracht wird. Zugluft sollte jetzt absolut vermieden werden und wenn Augen oder Nase mit zähem Schleim verklebt sind, ist eine sanfte regelmäßige Reinigung unerlässlich.

Auch mit anderen Katzen sollte der Patient nur in Kontakt kommen wenn diese ausreichend geimpft sind. Denn die Erreger sind und bleiben im Katzenkörper. Eine langfristige Umstellung der Ernährung auf vitaminreiche Kost ist schon deshalb absolut unerlässlich, um zu gewährleisten dass die Katze auch gesund bleibt. Insgesamt bestehen für den Katzenschnupfen gute Heilungsschancen sofern er rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Um Spätfolgen zu verhindern ist es allerdings wichtig, schnell zu behandeln und die Krankheit komplett auszukurieren. Mit viel Liebe, Zuneigung und Pflege kann sich unsere betroffene Fellnase also durchaus wieder vollständig auskurieren.
 

Beitrag jetzt teilen:

Newsletter

Folgt uns auf Facebook

Werde Fan von tierglueck.de auf Facebook und verpasse keine Neuigkeiten mehr.

Jetzt folgen Jetzt folgen