Aquarienwechsel in ein neues Becken - tierglueck-Haustierratgeber

Mission Umzug: Aquarienwechsel in ein neues Becken

Der Umzug eines Aquariums und seiner Bewohner ist eine aufregende Sache. Egal ob ein neues, größeres Aquarium her muss oder ob ein tatsächlicher Wohnungswechsel samt Aquarium ansteht, der Umzug gleicht für Fische und Halter gleichermaßen einem großen Abenteuer. Wer sich unsere Tipps zum erfolgreichen Aquarienwechsel zu Herzen nimmt, der kann den größten Stress umgehen und ist auf der sicheren Seite.

Die Gründe für einen Aquarienwechsel sind vielfältig. Während die einen sich einfach ein größeres oder hübscheres Aquarium ins Wohnzimmer holen oder ihren Fischbestand insgesamt vergrößern möchten, steht bei anderen ein Umzug des gesamten Hausrats an. Doch egal aus welchem Grund die Fische ihr angestammtes Zuhause verlassen müssen, ein Aquarienwechsel will gut vorbereitet sein und dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Es ist wichtig, dass alles Nötige vorhanden ist, so dass der Umzug selbst dann schnell geht.

Die Entscheidung: Wann lohnt sich die Investition in ein neues Aquarium?

Die Investition in ein neues Aquarium lohnt sich vor allem dann, wenn das alte Aquarium entweder zu klein geworden ist oder erste Verschleißerscheinungen zeigt. Und wenn die Fische ohnehin umziehen, können sie auch gleich in ein neueres und größeres Aquarium einziehen. Ein größeres Becken bietet vielen Aquarianeren dann zeitgleich auch die Möglichkeit, sich den verschiedenen aktuellen Aquarientrends im größeren Stil zu widmen.

Neue Aquarientrends: Was darf es sein?

Erfahrene Aquaristen wissen, dass in der Aquaristik immer wieder Trends aufkommen, die sich auch im heimischen Aquarium mit der entsprechenden Leidenschaft und etwas Geduld umsetzen lassen. Zwei der aktuell beliebten Aquarientrends sind die Biotopaquaristik und das Aquascaping.

Nicht nur trendy, sondern auch eine tolle Sache für die Fische ist die Einrichtung von sogenannten Biotopaquarien. Hier wird versucht die Natur zu imitieren und je nachdem, wo die Aquarienbewohner herkommen, wird ihr natürlicher Lebensraum mit Hilfe von Dekomaterial exakt nachgebildet. Dies kann zu einer regelrechten Kunstform ausarten, von der die Fische natürlich am meisten profitieren, indem sie ihr Leben in einem Umfeld verbringen können, dass ihrer Heimat entspricht. Auch das Aquascaping erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Abgeleitet vom Begriff Landscaping geht es hier darum, möglichst fantastisch angelegte Gärten aus Wasserpflanzen und Moosen, sowie aus Steinen und Holz zu erschaffen. So lässt sich eine wahre Augenweide erschaffen und die Fische haben einen verwunschenen Garten als Zuhause.

Egal ob Biotop oder Landschaftsgestaltung, in der Aquariengestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Wer sein Aquarium insgesamt vergrößern möchte, der kann auch überlegen, sich ein Eckaquarium zuzulegen oder eines, das frei im Raum steht.

Die Vorbereitung: Was ist vor dem Umzug zu beachten?

Ist alles da?

Bevor die Fische in das neue Aquarium umziehen können ist es wichtig, zu überprüfen, ob die vorhandenen technischen Komponenten wie Filter, Belüftung und Heizsystem, aber auch Schläuche und Anschlüsse für das neue Aquarium ausreichend sind. Wird ein neuer Filter benötigt, so sollte dieser schon vorab angeschafft werden und eine Weile zusätzlich im alten Becken mitlaufen. Denn am Filter sammeln sich Bakterien an, die für die Wasserqualität im Becken unerlässlich sind. Alternativ kann das der alte Filter noch im neuen Aquarium mitlaufen oder das alte Filtermaterial in den neuen Filter eingesetzt werden.

Großer Umzug oder reiner Aquarienwechsel?

Die Vorbereitung des Aquarien-Umzugs ist größtenteils identisch, egal ob die Fische in ein neues Becken umziehen oder ob der gesamte Haushalt umzieht, unterscheidet sich jedoch in der Zwischenlagerung oder dem Transport der Fische. Während sie bei einem Beckenwechsel lediglich in einem temporären Gefäß möglichst ruhig untergebracht werden müssen, müssen sie bei einem kompletten Umzug sicher in Transportbeutel verpackt und möglichst erschütterungsfrei transportiert werden. Transportbeutel sowie Styroporboxen müssen dann vorab besorgt werden. Beim Umzug in eine neue Wohnung muss zudem geklärt werden, ob die Statik am gewünschten Standort das Aufstellen eines Aquariums erlaubt und ob die Wasserqualität des Leitungswassers die Zugabe von entsprechenden Wasseraufbereitern erfordert.

Handelt es sich lediglich um einen Beckenwechsel, kommt es darauf an, ob das neue Aquarium an derselben Stelle aufgestellt werden soll oder einen anderen Standort bekommt. Im zweiten Fall kann das neue Aquarium bereits vorbereitet werden. Auch muss geprüft werden, wie viele neue Wasserpflanzen und zusätzlicher Bodengrund für das neue Aquarium besorgt werden müssen. Ist es eine große Anzahl, sollte über eine separate Einlaufphase nachgedacht werden.

Was benötige ich alles? 

Vor dem Beckenwechsel oder Umzug müssen auf jeden Fall ausreichend Behältnisse zur Verfügung stehen. Nicht nur Behälter zur vorübergehenden Unterbringung der Fische oder zur Aufbewahrung von Aquarienwasser, auch Transportboxen für Filter und Co. müssen vorhanden sein. Der Filter sollte unbedingt in Wasser transportiert oder zwischengelagert werden, denn wenn er austrocknet dann sterben die Bakterien ab, die für das gesunde Wasserklima so wichtig sind.

Wie werden die Fische vorbereitet?

Für die Fische ist ein starkes Immunsystem während des Umzugs wichtig. Deshalb sollten sie in den Tagen und Wochen vor dem Umzug besonders abwechslungsreich gefüttert werden. Ab zwei Tage vor dem großen Umzug sollten sie jedoch nichts mehr fressen, damit die Wasserqualität im Übergangsheim nicht leidet. Jetzt wäre es auch an der Zeit, darüber nachzudenken, ob eventuell schon länger kränkelnde Fische überhaupt noch mit umziehen sollen.

Der Ablauf: Was ist während des Umzugs zu bedenken?

Die Fische

Wenn alles gut vorbereitet ist, wenn Behälter, Schläuche, Handschuhe und alles weitere bereitliegen, dann kann es mit dem eigentlichen Umzug losgehen und die Fische können in ihre Übergangs-Unterkunft gesetzt werden. Dieser Behälter sollte bereits vorbereitet und mit Aquarienwasser gefüllt, sowie belüftet sein. Gegebenenfalls können auch ein Heizstab und ein kleiner Filter angebracht werden. Auch Steine oder Höhlen aus dem Aquarium können den Fischen in diesem Übergangsheim als nützliche Versteckmöglichkeiten dienen und zur Reduktion von Stress beitragen. Wenn alle Fische sicher untergebracht sind, sollte der Behälter mit einem Tuch abgedeckt werden um Ausbruchsversuchen vorzubeugen. Das Füttern in dieser Unterkunft ist allerdings tabu, da dies die Wasserqualität negativ beeinflusst.

Bei einem Umzug des kompletten Haushalts müssen die Fische in kleinen Gruppen, die sich gut vertragen, jeweils mit zwei Dritteln Luft in Transportbeutel verpackt werden, die dann in eine große Styprporbox gelegt werden. Während des Transports sollten die Transportbeutel dabei quer zur Fahrtrichtung liegen, um die Erschütterungen so gering wie möglich zu halten.

Ein kleiner Tipp: Wenn zuerst der Großteil des Wassers aus dem Aquarium entfernt wird und der Wasserstand nur noch etwa 20 Zentimeter beträgt, lassen sich die Fische besonders gut fangen.

Pflanzen und Technik

Ist das alte Aquarium dann verweist, kommen die Wasserpflanzen an die Reihe. Auch hier ist bei einem reinen Aquarienwechsel die Aufbewahrung in einem mit Wasser gefüllten Behälter zu empfehlen, während die Pflanzen bei einem Umzug in gut feuchten Plastikbeuteln transportiert werden können. Auch sollte man daran denken, den Filter nicht austrocknen zu lassen, denn das kann schädliche Substanzen freisetzen, die den Fischen dann im neuen Aquarium zu schaffen machen können. Im besten Fall läuft der Filter während des gesamten Aquarienwechsels weiter. Die restliche Technik kann trocken gelegt und bei Bedarf gesäubert werden. In diesem Fall gilt, wie immer, keine scharfen Putzmittel und nur speziell für die Aquarienpflege verwendete Putzlappen benutzen.

Das Wasser

Das Wasser aus dem alten Aquarium sollte möglichst aufgehoben werden, um es dann im neuen Aquarium wieder zu verwenden. Gleiches gilt für den Bodengrund, der ebenfalls komplett mit ins neue Aquarium einziehen darf. Zu sehr getrübter Kies sollte jedoch aussortiert und durch neuen ersetzt werden. Bei einer Aquarienvergrößerung muss wahrscheinlich ohnehin zusätzlicher Bodengrund hinzugefügt werden. Dieser muss allerdings vorher gründlich mit Leitungswasser gewaschen werden, ebenso wie neue Wasserpflanzen, die eventuell in das größere Aquarium einziehen sollen. Wenn das alte Aquarienwasser bei einem Umzug nicht mitgenommen werden kann, sollte in der neuen Wohnung ausreichend Wasser mindestens einen Tag abstehen.

Aufstellen und Befüllen

Wenn das Aquarium an seinem neuen Platz aufgestellt ist, können der Bodengrund eingefüllt, sowie alle Dekomaterialien platziert werden. Bei einem kompletten Haushalts-Umzug sollte das Aquarium übrigens zuletzt abgebaut und im neuen Zuhause als allererstes wieder aufgestellt werden.

Dann wird das aufbewahrte Wasser ganz langsam und möglichst nah am Boden eingefüllt und danach bei Bedarf mit frischem Wasser aufgefüllt. Bei der Zugabe von frischem Wasser sollten gegebenenfalls die Wasserwerte überprüft werden, ähnlich wie bei einem Teilwasserwechsel. Wenn sich das Wasser dann aufgeklart hat, ist es an der Zeit die gesamte Technik einzusetzen und zu installieren. Im nächsten Schritt kommen die Pflanzen an die Reihe.

Der (Wieder-)Einzug der Fische

Wenn das neue Heim vorbereitet und angeschlossen, sowie die Wasserqualität überprüft und für gut befunden worden ist, ist es an der Zeit, die schwimmenden Bewohner so vorsichtig wie möglich einzusetzen. Dabei sollten die Temperaturen des Aquariums und des Übergangs-Behälters nicht zu unterschiedlich sein, um Schocks und unnötigen Stress zu vermeiden.

Hinterher: Was ist nach dem Umzug zu tun?

In den ersten zwei Wochen im neuen Heim sollten die Fische noch recht sparsam gefüttert und gut beobachtet werden, da sich das Gleichgewicht im Aquarium erst wieder herstellen muss. Auch sollten die Wasserwerte regelmäßig überprüft werden. Falls der alte Filter im neuen Aquarium nicht benötigt wird, dann kann er nach etwa einer Woche wieder entfernt werden und wenn zusätzliche Fische in das neue, größere Aquarium einziehen sollen, ist etwa einen Monat nach dem Umzug der richtige Zeitpunkt dafür. Dann haben sich die bisherigen Fische vollständig von dem Umzugsstress erholt und können die neuen Gefährten bei bester Laune begrüßen.

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