Den Hund in einer Tierpension unterbringen - tierglueck-Haustierratgeber

Ohne Hund in den Urlaub: Unterbringung in einer Tierpension

Normalerweise ist der Familienhund bei den meisten Ausflügen, beim Einkaufen oder bei Verwandtschaftsbesuchen dabei. Schließlich wird der vierbeinige Freund nicht selten als vollwertiges Familienmitglied angesehen. Die Situationen, in denen er zu Hause für kurze Zeit alleine gelassen wird oder im Auto warten muss, sind eher selten. Auch auf der Urlaubsreise ist er meist mit von der Partie. Doch spätestens, wenn Herrchen und Frauchen zu einer Flugreise aufbrechen, kann der Hund nicht mehr so selbstverständlich mitreisen. Und wenn für seine Menschen mal ein Krankenhausaufenthalt oder eine Erholungskur ansteht, muss er auch gut untergebracht werden. Kann er nicht durch Freunde oder Nachbarn zu Hause versorgt werden, bietet sich eine Tierpension an. Solche Hundehotels werden teilweise professionell als Gewerbe betrieben oder sind auch in rein privater Hand. Es ist nicht immer leicht, eine gute Tierpension zu finden und nicht jeder Hund eignet sich für die Unterbringung.

Viele Fluggesellschaften wie die Deutsche Lufthansa, bieten heute die Möglichkeit, einen Hund mitreisen zu lassen. Sofern es sich dabei nicht um einen Begleithund für blinde oder gehörlose Menschen handelt, müssen Hunde aber grundsätzlich in einer geeigneten Transportbox untergebracht werden, die sie während des gesamten Fluges nicht verlassen dürfen. Und nur, wenn Hund und Box zusammen nicht mehr als acht Kilogramm wiegen, dürfen sie in der Passagierkabine mitfliegen, ansonsten werden sie in einem klimatisierten Bereich des Frachtraums untergebracht.

Jede Flugreise birgt ein Risiko und bedeutet viel Stress für den Hund

Zwischen 50 und 300 Euro kostet das Flugticket für den vierbeinigen Passagier, je nach Größe des Hundes und ob es sich um einen Kurz- oder Langstreckenflug handelt. Abhängig vom Reiseland muss der Hundehalter bei der Einreise zudem Impfunterlagen vorweisen und gewisse Länder schreiben eine Quarantänehaltung von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen vor. Ob der Vierbeiner die Flugreise gut übersteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein größerer Hund muss auf jeden Fall im Frachtraum untergebracht werden, Herrchen und Frauchen sind weit weg und können sich nicht kümmern, wenn Angst und Übelkeit auftreten. Hinzu kommt der Stress durch die Flugzeugbewegung und das laute Brummgeräusch der Turbinen. Und treten Flugturbulenzen auf, besteht sogar Lebensgefahr für ihn. Und das alles muss er auf der Rückreise noch einmal durchmachen.

Viele Experten raten daher dringend ab, den eigenen Hund dem Stress einer Flugreise auszusetzen. Kann der Hund also nicht am Urlaub teilnehmen, müssen sich Herrchen und Frauchen rechtzeitig nach einer guten Unterbringung für den Vierbeiner umsehen. Eine gute Lösung ist die Betreuung durch Freunde, die entweder mehrmals am Tag nach dem Hund schauen, ihn versorgen und mit ihm Gassi gehen oder ihn gleich zu sich nehmen können. Der Hundehalter kann allerdings im Vorhinein nicht sagen, wie sich der Vierbeiner bei seinem längeren Aufenthalt den Freunden gegenüber verhält. Daher müssen Herrchen und Frauchen schon genau überlegen, ob sie ihren Freunden diese Aufgabe generell zutrauen und auch zumuten können – insbesondere, wenn diese selbst keine Hunde haben.

Das Hundehotel als Alternative

Daher kann eine Tierpension eine Alternative sein, die allen Ansprüchen gerecht wird. Tierpensionen sind heute bereits in ganz Deutschland zu finden. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen in ihrer Gesellschaftsform, der Aufnahmekapazität und den Tierarten, die dort aufgenommen werden. Viele Pensionen nehmen sowohl Hunde als auch Katzen oder Kleintiere auf, andere haben sich beispielsweise auf Hunde und teilweise sogar auf eine bestimmte Rasse spezialisiert. Größere und rein gewerblich orientierte Einrichtungen bringen ihre vierbeinigen Pensionsgäste meist in Zwingern unter. Die Haltung im Rudel ist hier vorgesehen, aber für Gäste, die etwas schwierig sind und sich nicht gut in ein Rudel integrieren lassen, gibt es auch Einzelboxen.

Vielfach betreiben aber auch Privatpersonen kleine Hundepensionen, bei denen die Vierbeiner sehr viel mehr Familienanschluss genießen dürfen, als das bei einer größeren Einrichtung möglich ist. Die Aufnahmekapazität ist allerdings sehr begrenzt, es können meist nur drei oder vier Hunde gleichzeitig aufgenommen und versorgt werden. Auch die örtlichen Tierheime bieten oft eine Urlaubsunterbringung an.

Wie findet man die passende Hundepension?

Bei der Auswahl des passenden Hundehotels bieten sich dem Hundehalter zahlreiche Möglichkeiten. Informationen über gute Einrichtungen verbreiten sich meist per Mundpropaganda. Hundehalter unter sich geben gerne gegenseitig Tipps für Ihre Lieblinge. Oft kennt auch der Tierarzt gute Hundepensionen, da er selbst bei seiner Notfallbehandlung mit ihnen zusammenarbeitet. Etwa bei einem verletzten Fundtier, das in seine Praxis gebracht wird. Aushänge in der Zoologie können dem interessierten Hundehalter ebenfalls weiterhelfen, ebenso wie Anzeigen in Tiermagazinen. Natürlich bietet auch das Internet gute Möglichkeiten, ein seriöses Hundehotel für seinen Vierbeiner auszuwählen.

Sich einen persönlichen Eindruck von der Pension verschaffen

Als Hundebesitzer sollte man sich grundsätzlich zunächst einmal einen persönlichen Eindruck von der Pension verschaffen und unter Umständen auch mehrere vergleichen. Egal ob nun Zwinger- oder Wohnungshaltung, die Pension sollte einen gepflegten und sauberen Eindruck erwecken. Sind gerade Pensionsgäste dort, sollten sie ebenfalls in einem guten Zustand sein. Ein verängstigter oder traurig wirkender Hund ist aber nicht unbedingt ein Indiz für schlechte Pflege, denn Herrchen oder Frauchen werden sicher vermisst. Dagegen sind Kot oder Urinlachen im Zwinger oft ein Hinweis darauf, dass die Hunde den Zwinger selten oder gar nicht verlassen dürfen. Das kommt dann mehr einer Aufbewahrung mit Fütterung als einer echten Urlaubsbetreuung gleich.

Individuelle Betreuung ist eher in einer kleineren Einrichtung gegeben

Während ein größeres Hundehotel meist viele Vierbeiner gleichzeitig versorgen muss, kann sich eine kleinere Hundepension oder eine Privatperson eingehender mit dem einzelnen Tier befassen. Meist sind hier auch längere Spaziergänge möglich. Auch auf individuelle Besonderheiten und Bedürfnisse kann verstärkt eingegangen werden. Beispielsweise, wenn ein Hund eine spezielle Diät halten oder regelmäßig ein Medikament nehmen muss. Mancher Vierbeiner nimmt seine Mahlzeit auch nur in Gesellschaft eines Menschen ein.

Es gibt aber durchaus auch bei den größeren, eher gewerblichen Hundepensionen rühmliche Ausnahmen, etwa wenn der Zwinger über viel Personal oder ehrenamtliche Helfer verfügt. Große Hundehotels bieten sogar eine Rundumbetreuung des Vierbeiners an, einschließlich Spielstunde und Agility-Sport.

Kosten und Leistungen der Unterbringung

Je nach Art der Betreuung fallen Kosten zwischen 20 und 100 Euro pro Tag an. Dafür sollte der Hund täglich seine Freilaufzeiten haben, entweder über eine entsprechende Außenfläche oder während des Spaziergangs mit der bereuenden Person. Natürlich muss der Hund regelmäßig gefüttert werden und frisches Trinkwasser bekommen. Entweder erhält er das Futter, das in der Pension angeboten wird oder noch besser das gewohnte Futter, das sein Herrchen mitgebracht hat. Streicheleinheiten für den Vierbeiner gehören in guten Tierpensionen auch zum Leistungsumfang.

Vorbereitungen für den Aufenthalt in der Hundepension

Der Aufenthalt des Vierbeiners in der Hundepension sollte gut vorbereitet sein. Idealerweise besucht man die ausgewählte Pension mit seinem Hund einige Male, bevor man ihn schließlich dort abgibt. Viele Pensionen bieten sogar ein Probewohnen für ihre vierbeinigen Gäste an, bei dem die Hunde zunächst nur ein oder zwei Nächte dort verbringen. Das hat große Vorteile, denn so können sie sich langsam an die neue Umgebung gewöhnen und erhalten zudem die positive Erfahrung, dass sie immer wieder von Frauchen oder Herrchen abgeholt werden.

Und sofern möglich, sollte der Hundehalter seinen Vierbeiner mit dessen gewohnten Gegenständen in die Pension einziehen lassen, wie zum Beispiel seinem Hundebett, Decke, dem Lieblingsspielzeug und gegebenenfalls auch die eigenen Näpfe mitnehmen. Dem Personal der Pension sollte zudem eine Notfall-Telefonnummer eines Freundes oder des behandelnden Tierarztes angegeben werden. Denn Herrchen oder Frauchen sind im Ernstfall am Urlaubort entweder nicht erreichbar oder können von dort aus nichts unternehmen, um ihrem Vierbeiner zu helfen.

Nicht jeder Hund kann in eine Tierpension einziehen

Grundsätzlich kann man nahezu jeden Hund in eine Pension geben. Doch es gibt auch sensible Hundenaturen, die sich in einem Hundehotel einfach nicht einfügen wollen. Stammt der Hund beispielsweise ursprünglich aus dem Tierheim, so hat er mit einer Zwinger- und Rudelhaltung meist negative Erfahrungen gemacht, an die er sich erinnern wird. Allein die Nähe einer Zwingeranlage kann bei ihm schon Panik auslösen. Ein Aufenthalt dort würde unter Umständen eine nachhaltige Störung hervorrufen und das gerade geschaffene Vertrauensverhältnis zum vertrauten Menschen wieder zerstören. Eine privat geführte Hundepension kann dann die bessere Lösung sein.

Ideal sind in jedem Fall neben der Betreuung im Hundehotel oder der Pension, regelmäßige Besuche durch Personen, die dem Hund gut bekannt sind und die ihn zumindest gelegentlich zu einem Spaziergang ausführen können. Eine vertraute Person ist eine willkommene Ablenkung für den Vierbeiner.

Die meisten Hundehalter trennen sich auch im Urlaub nur ungerne von ihren Vierbeinern. Den Hund auf eine Flugreise mitzunehmen ist für ihn allerdings eine enorme körperliche und seelische Belastung, von der man zum Wohle des Tieres absehen sollte. Eine gut geführte Tierpension ersetzt zwar nicht das Familienleben mit Herrchen oder Frauchen, ist aber letztendlich eine passable Alternative – sofern man als Hundehalter nicht doch noch auf eine Fernreise verzichten kann.

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