So wird das Terrarium richtig gereinigt - tierglueck-Haustierratgeber

Sauberkeit ist das A und O! So wird das Terrarium richtig gereinigt

Wer ein Terrarium als exotischen Blickfang im heimischen Wohnzimmer stehen hat, der weiß, dass nicht nur die Optik, sondern in erster Linie das Wohl und die Gesundheit der Tiere von einer optimalen Hygiene im Terrarium abhängig sind. Die regelmäßige Reinigung der gesamten Terrarieneinrichtung, der Scheiben, des Bodengrunds und der Feuchtzonen ist deshalb von größter Wichtigkeit. Wir zeigen, was täglich gereinigt werden muss und welche Abstände bei den anderen Reinigungsaufgaben einzuhalten sind, so dass einem strahlenden Tierpalast mit gesundem Raumklima nichts im Wege steht.

Eine wesentliche Grundvoraussetzung für gesunde Terrarientiere ist ein gutes Klima im Terrarium. Dieses wird nicht nur durch die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit oder durch die Auswahl des korrekten Bodengrunds erreicht, sondern auch durch den Hygienestandard im gläsernen Zuhause von Reptilien, Schlangen, Amphibien und Co. Erfahrene Terrarianer sind sich bewusst, dass die Bewohner eines Terrariums hinsichtlich ihres Wohlergehens und ihrer Gesundheit vollkommen von dem Einsatz des Menschen abhängig sind und dass ihr Organismus auf vieles, was für den Menschen unbedenklich ist, empfindlich reagiert. Deshalb ist es äußerst wichtig, die täglichen und regelmäßigen Pflegearbeiten gewissenhaft zu erledigen.

Die Sauberkeit im Terrarium lässt sich mit einfachen Mitteln erhalten, es ist jedoch wichtig, dass entsprechend Zeit für die Terrarienpflege aufgebracht wird. Der zeitliche Umfang der Terrarienpflege hängt zudem ganz wesentlich von der Anzahl der gehaltenen Tiere ab und davon, wie häufig diese gefüttert werden.

Die Basics: Reinigung und Desinfektion - Das Wichtigste zum Anfang

Um eine einfache Reinigung des Terrariums zu gewährleisten sollte bereits bei der Einrichtung darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Dekoelemente vorhanden sind und dass sich die vorhandenen Elemente komplett herausnehmen lassen (Terrarieneinrichtung im Fressnapf Online Shop). Auch sollten alle wichtigen Teilbereiche des Terrariums gut erreichbar sein, so dass beispielsweise für die tägliche Reinigung nicht Höhlen oder andere Verstecke aus dem Terrarium entnommen werden müssen, etwa um Kotreste zu beseitigen oder an Futter- und Wassernapf zu gelangen. Ein solcher tägliche Eingriff in ihre Privatsphäre würde die Tiere zu sehr stressen.

Äußerst wichtig für die Hygiene im Terrarium ist es zudem, dass nur speziell zur Terrarienpflege vorgesehene Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Also Eimer, Schwämme, Bürsten und sonstige Reinigungswerkzeuge, die nie mit chemischen Reinigern in Verbindung gekommen sind und nur zur Terrarienpflege verwendet werden (Pflege und Hygieneartikel im Fressnapf Online Shop). Diese müssen außerdem nach jedem Einsatz gründlich gereinigt werden, um zu verhindern dass zurückbleibende Keime und Bakterien sich vermehren und beim nächsten Mal wieder mit eingesetzt werden. Verschmutzte Reinigungshilfsmittel können schwere gesundheitliche Probleme für die Tiere verursachen. Manche Terrarianer nutzen deshalb auch ein Ultraschallgerät zur Reinigung.

Auch die eigenen Hände sollten hier als Reinigungswerkzeug betrachtet werden und gründlich gesäubert und desinfiziert werden, bevor mit der Arbeit am Terrarium begonnen wird. Ein verträgliches Desinfektionsmittel auf natürlicher Basis kann helfen, das Einschleppen von Keimen und Bakterien ins Terrarium zu vermeiden.

Wenn die wesentlichen Grundregeln zur Reinigung eingehalten werden, dann steht einem hygienisch sauberen Terrarium nichts im Wege und es kann auf eine Desinfektion des Terrariums selbst verzichtet werden. Zwar gibt es spezielle Desinfektionsmittel, die als für die Tiere unbedenklich gelten, doch deren Einsatz bei der Pflege von Terrarieneinrichtung und Scheiben  ist unter Terrarianern umstritten, da die meisten Reptilien sehr empfindlich reagieren und gesundheitliche Auswirkungen nicht komplett ausgeschlossen werden können.

Tägliche To-Do´s

Die tägliche Reinigung bestimmter Elemente ist wichtig, damit sich die Tiere in ihrer Umgebung wohlfühlen und jeden Tag gut versorgt sind. So sollten Wassernäpfe, Wasserspender und Futternäpfe jeden Tag mit klarem warmem Wasser gründlich gereinigt und ausgebürstet und dann frisch befüllt werden (Näpfe im Fressnapf Online Shop). Hier dürfen keine chemischen Reiniger verwendet werden, da diese für die Tiere giftige Rückstände hinterlassen. Auch der Bodengrund sollte auf getrocknete Kot- und Futterreste sowie auf von Urin durchweichte Stellen untersucht werden. Diese können dann mit einer Pinzette, einer Greifzange oder einem kleinem Sieb entfernt werden.

Regelmäßige To-Do´s

Die regelmäßige Reinigung von bestimmten Teilbereichen oder Einrichtungsgegenständen des Terrariums ist vor allem zur Vermeidung von übermäßigem Bakterienbefall und zur Erhaltung der Tiergesundheit wichtig. Die regelmäßige Reinigung sollte deshalb niemals aufgeschoben und wenn nötig sogar in den Kalender eingetragen werden. Die Tiere werden es danken und auch die Einrichtung bleibt durch gute Pflege und Hygiene länger haltbar und ansehnlich.

Wichtig ist es, sämtliche im Terrarium vorhandenen Dekogegenstände regelmäßig zu reinigen. Dazu werden sie vorsichtig herausgeholt und, ebenso wie die Futter- und Wasserschalen, mit heißem Wasser und einer Bürste gereinigt. Bei Materialien wie Holz oder Kork, die vor allem bei der Gestaltung von Rückwänden zum Einsatz kommen, kann der Einsatz eines Dampfreinigers Sinn machen.

In Terrarien die eine Wasser- oder Badestelle enthalten fallen zusätzliche Reinigungsaufgaben an.  Denn auch diese Bereiche müssen gereinigt und regelmäßig mit frischem Wasser befüllt werden. Während das Wasser in kleinen Badeschalen täglich komplett ausgetauscht wird, muss bei größeren Wasserbecken und Wasserfällen im Terrarium etwa alle zwei Wochen ein Teilwasserwechsel durchgeführt werden, bei dem etwa 30 Prozent des Wassers ausgetauscht wird. Je nach Wasserqualität sollte hier ein Wasseraufbereiter zum Einsatz kommen. Auch der Wasserfilter sollte, entsprechend seiner Art und den Bedürfnissen der jeweiligen Bewohner, in regelmäßigen Abständen gereinigt werden.

Wie und wie oft muss der Bodengrund gewechselt werden?

Wesentlicher Bestandteil der Terrarieneinrichtung ist der Bodengrund. Er nimmt einen vergleichsweise großen Anteil am Gesamtbiotop ein und ist somit essentiell wichtig für ein gesundes Klima und für die Sauberkeit im Terrarium. Um zu gewährleisten, dass sich im Boden Keime nicht ungehindert vermehren und so zu einer Verschmutzung und zu einer ungesunden Umgebung für die Terrarienbewohner beitragen, ist es wichtig, den Bodengrund nicht nur täglich bestmöglich von Kot- und Urin zu säubern, sondern auch größere Teilbereiche oder gar den kompletten Bodengrund in regelmäßigen Abständen auszuwechseln (Bodengründe für Terrarien im Fressnapf Online Shop).

Die Meinungen dazu, wie oft dies geschehen soll, gehen auseinander und es hängt nicht zuletzt von der Anzahl der im Terrarium gehaltenen Tiere ab, ob der gesamte Bodengrund im Abstand von einigen Monaten oder vielleicht sogar nur einmal im Jahr komplett ausgetauscht werden muss. Das bevorzugte Vorgehen bei einem Wechsel des gesamten Bodengrunds ist eine komplette Leerung des Terrariums. Dann ziehen die Tiere für einige Stunden in eine Ersatzunterkunft während das Terrarium komplett ausgeräumt, ausgewaschen und mit neuem Bodengrund versehen wird. Danach können die ebenfalls gereinigten Dekoelemente wieder eingesetzt werden und die Tiere können in ihr frisch renoviertes Zuhause einziehen.

Wie und wie oft müssen die Glasscheiben gereinigt werden?

Eine besonders große Teilfläche des Schlangen-, Amphibien- oder Reptilien-Hauses sind die Glasscheiben. Sie umgeben die Tiere jeden Tag von allen Seiten und sollten so sauber wie möglich gehalten werden. Auch weil sich in Terrarien mit hoher Luftfeuchtigkeit oft Kalkreste an den Scheiben befinden, die die Sicht behindern, sollten die Scheiben etwa einmal in der Woche geputzt werden.

Die Reinigung der Scheiben kann mit Schwämmen, Bürsten oder mit Klingenreinigern vorgenommen werden und für die Wasserbereiche im Terrarium gibt es außerdem spezielle magnetische Scheibenreiniger, die eine Reinigung unter Wasser ohne Putzmittel ermöglichen und mit denen Algenreste problemlos entfernt werden können. Auch hier gilt: Chemische Putzmittel sind tabu, da sie giftige Rückstände hinterlassen, die den Tieren gefährlich werden können. Sofern ein Putzmittel erforderlich ist, muss darauf geachtet werden, dass es ein biologisch unbedenkliches Produkt ist. Alternativ kann mit einer Wasser-Essig-Mischung gearbeitet werden, die sich auch gut zum Entfernen von Kalkflecken eignet. Doch immer gilt, dass alle zum Putzen verwendeten Substanzen hinterher mit klarem Wasser restlos entfernt werden müssen, so dass keinerlei Rückstände zurückbleiben. Am besten ist es daher, nur warmes Wasser zu verwenden.

Stressfreier Ablauf für Tier und Mensch

Um zu gewährleisten, dass das Reinigen des Terrariums für Tier und Mensch möglichst stressfrei abläuft, sollte bei allen der Sauberkeit dienenden Abläufen so behutsam und vorsichtig wie möglich vorgegangen werden, so dass die Tiere möglichst wenig in ihrem Ablauf gestört werden. Auch ist es hilfreich, einen bestimmten Rhythmus einzuhalten, an den sich die Tiere dann gewöhnen können.

Die täglichen Reinigungsarbeiten beeinträchtigen die Tiere am wenigsten, während bei der Reinigung von Scheiben, beim Teilwasserwechsel oder gar beim kompletten Wechsel des Bodengrundes eine gute Vorbereitung nötig ist. Wenn vor Beginn der Putzaktion alles was benötigt wird in erreichbarer Nähe griffbereit platziert wird, dann kann nicht nur die benötigte Zeit, sondern auch der damit verbundene Stress für die Tiere entsprechend verkürzt werden.

Im Allgemeinen gilt, dass der Reinigung des Terrariums unbedingt die ihr gebührende Zeit gewidmet werden sollte. Der Lohn dafür ist nicht nur ein schönes und attraktives Terrarium als Blickfang im Wohnzimmer, sondern in erster Linie gesunde und glückliche Bewohner, die sich in ihrem Zuhause wohl fühlen.

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