Skinny Pigs - tierglueck.de-Haustierratgeber

Skinny Pigs – Meerschweinchen ohne Haare

Meerschweinchen sind nicht nur bei Kindern sehr beliebt. Immer häufiger halten auch Erwachsene die munteren Nager und freuen sich an ihrem freundlichen Wesen. Sie brauchen nicht viel, um glücklich zu sein. Ein nettes Nagerheim, das nicht zu klein geraten ist, den einen oder anderen Artgenossen und natürlich Futter ohne Ende, denn Meerschweinchen fressen für ihr Leben gerne. Der Meeri-Freund hat die Wahl zwischen unterschiedlichen Rassen, bei der meist die persönlichen Vorlieben entscheiden: Glatthaar-Meerschweinchen, Langhaar-Meerschweinchen oder Kurzhaarrassen sowie mit und ohne Rosetten-Wirbel und in allen möglichen Farbvarianten. All diese Rassen vereint das Fellkleid, das sie tragen. Doch seit einigen Jahren gibt es auch Meerschweinchen, die fast nackt zur Welt kommen und lediglich eine samtweiche aber farbige Haut besitzen. Man nennt diese Rasse auch Skinny Pigs. Eine gewisse Ähnlichkeit mit Miniatur-Flusspferden ist nicht zu leugnen.


Skinny Pigs – eine eigenwillige genetische Mutation

Der englische Name lässt schon auf eine US-amerikanische Züchtung schließen. Wobei die haarlosen Meerschweinchen erstmals in den späten 1970er Jahren im Nachbarland Kanada aufgetaucht sind. Ursprünglich wurden die nackten Schweinchen nicht speziell gezüchtet, sondern sind durch eine eigenwillige genetische Mutation entstanden. Weshalb es nach deutschem Tierschutzgesetz nicht als Qualzüchtung gilt. Im Laufe der Jahre entstand eine eigene Rasse durch Kreuzung mit haarlosen und Kurzhaar-Meerschweinchen. Skinny Pigs sind allerdings nicht komplett haarlos. An der Nase, den Pfoten und den Ohren finden sich keine Fellbüschel, die sich je nach Züchtung vereinzelt auch noch auf dem Rücken befinden können. Durch das fehlende Fell wirken sie allerdings viel schlanker und zierlicher als klassische Meerscheinchen. Sie sind ansonsten aber genauso gebaut wie ihre haarigen Artgenossen und haben eine ganz normale Lebenserwartung von durchschnittlich fünf bis acht Jahren.

Etwa seit 2005 sind Skinny Pigs auch in Deutschland als Haustiere bekannt, aber eher seltener zu bekommen. Als weitere haarlose Züchtung sind die Baldwin-Meerschweinchen aus den USA bekannt, die zunächst mit Fell geboren werden, es dann aber bereits als Jungtiere verlieren, weshalb es in Deutschland keine anerkannte Rasse ist und als Qualzucht (Duldung von Merkmalen, die mit Leiden, Schmerzen oder Verhaltensstörungen einhergehen) eingestuft ist.

Was ist der Unterschied zwischen Meerschweinchen und Skinny Pigs?

Zunächst einmal handelt es sich bei Skinny Pigs um eine spezielle Rasse unserer Haus-Meerschweinchen – nur, dass sie nahezu haarlos sind. Sie verhalten sich genauso wie ihre befellten Artgenossen und haben die gleichen Bedürfnisse. Einige Unterschiede gibt es aber doch. So kann man beispielsweise beobachten, dass Skinny Pigs einen höheren Energiebedarf haben und daher mehr fressen als behaarte Meerschweinchen. Um den Wärmeverlust durch das fehlende, schützende Fellkleid auszugleichen, benötigen sie größere Fettpolster. Darüber hinaus reagieren sie auf klimatische Veränderungen deutlich empfindlicher. Daher sollte man sie im Sommer nicht zu lange der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen, sonst bekommen sie einen Sonnenbrand. Auf gar keinen Fall können Skinny Pigs draußen überwintern – auch mit noch so viel Stroheinlage würden die nackten Gesellen erfrieren.

Wie alle Meerschweinchen lieben es auch Skinny Pigs schön weich und warm. Speziell in den kalten Monaten sollte man das Nagerheim reichlich mit Fleece-Decken oder wattierten Kuschelhöhlen ausstatten. Auch in gepolsterten Hängematten wird gerne geschlummert. Eine spezielle Pflege benötigt die nackte Haut der Skinny Pigs jedoch nicht, denn die Haut baut einen eigenen Schutzfilm auf, den der Halter durch häufiges Baden oder gar Einölen nachhaltig zerstören würde. Stellt man Falten oder gar Risse in der Haut seiner Skinnys fest, sind das eher Anzeichen einer Erkrankung oder einer Mangelernährung. In diesem Fall sollte man beim Tierarzt nachfragen.

Was gibt es bei der Haltung von Skinny Pigs zu beachten?

Viel wichtiger ist es, die Einstreu immer sauber zu halten. Eine tägliche Reinigung der bevorzugten Urinstellen ist erforderlich, damit die Tiere nicht im Nassen sitzen müssen. Ihre Haut ist viel empfindlicher als die anderer Rassen. Schnell kann es insbesondere in den Hautfalten zu Reizungen und Entzündungen kommen.

Wie alle Meerschweinchen sollten auch Skinny Pigs immer mindestens als Paar oder in Gruppen gehalten werden. Soziales Miteinander unter Artgenossen ist wichtig für die Entwicklung der kleinen Nager, die ihre ureigene Sprache sprechen. Auch wenn der Tierhalter noch so viel Zeit aufbringen kann, wird er niemals einen Artgenossen ersetzen können. Gegen eine Mischhaltung von behaarten Meerschweinchen und Skinny Pigs ist nichts einzuwenden. Die Meeris machen unter sich keine Unterschiede. Einzig die Haltung ist entscheidend. Sollten die Schweinchen überwiegend draußen gehalten werden, empfiehlt sich auf Skinny Pigs zu verzichten, die den Winter nicht überstehen würden. Sie den Jahreszeiten entsprechend immer zu trennen, hieße sie jedes Mal wieder neu zu vergesellschaften, um Revierkämpfe zu vermeiden. Bei einer Wohnungshaltung können aber behaarte und nackte Meerschweinchen in Gesellschaft miteinander leben.

Wo kann man in Deutschland Skinny Pigs erwerben?

Klassische Meerschweinchen mit langen oder kurzen Haaren sind im Grunde in jeder Zoologie verfügbar, die Haustiere anbieten. Skinny Pigs sind noch nicht so häufig anzutreffen und eher in besonders gut sortieren Zoologien oder Fachabteilungen in Deutschland zu haben, die auch exotische Tiere anbieten. Viele Züchter haben sich jedoch hierzulande bereits auf die Nackt-Meerschweinchen spezialisiert. Bei einer Recherche im Internet wird man meist fündig und findet die entsprechenden Kontaktdaten im jeweiligen Bundesland. Daneben gibt es auch Tierfreunde, die sich um die Weitervermittlung von Skinny Pigs kümmern, die abgegeben wurden und die ebenfalls über eine Online-Recherche zu finden sind. Auch Tierärzte oder Zoo-Fachgeschäfte haben oft Informationen und können weiterhelfen. In Österreich wird man Skinny Pigs wohl vergeblich suchen, da es dort keine anerkannte Rasse ist.

Allergie gegen Meerschweinchen – können Skinny Pigs helfen?

Einige Menschen reagieren allergisch auf Meerschweinchen. Üblicherweise wird ihr Haarkleid als Auslöser angesehen. In erster Linie sind es jedoch bestimmte Hautpartikel sowie der Urin, den die Tiere absondern und der – über die Staubentwicklung durch die Luft übertragen – die Schleimhäute empfindlicher Personen reizt. Das Resultat ist meist eine laufende Nase, einhergehend mit einem mehr oder weniger heftigen Niesreiz. Dazu gesellen sich Juckreiz, Schwellungen und Rötungen der Augen. In einigen Fällen kann es sogar zu Reizungen der Bronchen und zu asthmatischen Anfällen kommen. Bei solch starken allergischen Reaktionen hilft nur die Abschaffung der Meerschweinchen, eine andere Möglichkeit besteht leider nicht.

Meerschweinchen mit längeren Haaren wirbeln erfahrungsgemäß mehr Staub auf, als Rassen mit kurzem oder glattem Fell. Von dieser Seite betrachtet, stellen Skinny Pigs aufgrund ihrer sehr spärlichen Behaarung noch das geringste Risiko aller Meerschweinchen für Allergiker da. Doch wer grundsätzlich auf Meerschweinchen allergisch reagiert, dem hilft auch das fehlende Haarkleid nicht. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie auf Meerschweinchen allergisch reagieren, machen Sie einfach den Schnüffeltest. Halten Sie sich einfach eine Zeit lang in der Nähe eines Meerschweinchen-Käfigs oder -Geheges auf – beispielsweise in einer Zoologie. Bestehende Allergien würden sich in der Regel bereits nach wenigen Minuten durch Niesreiz, Augenjucken oder Husten bemerkbar machen. Wenn nichts passiert bedeutet das, dass Sie zumindest aktuell keine Meerschweinchen-Allergie haben.


Ein Skinny Pig ist eine Alternative zum klassischen behaarten Meerschweinchen. Die nackten Schweinchen haben die gleichen Bedürfnisse, wie ihre Artgenossen mit Fell und benötigen keine spezielle Hautpflege. Da ihnen das schützende Fell fehlt, muss der Tierhalter berücksichtigen, dass Skinny Pigs insbesondere im Winter nicht draußen gehalten werden können. Ansonsten sind sie genauso aufgeweckt, bezaubernd und liebenswert verfressen wie alle Meerschweinchen.

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