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Übergewicht beim Haustier - gefährlicher als man denkt

Ebenso wie bei uns Menschen, ist Übergewicht bei unseren Haustieren schädlich und kann sich negativ auf ihre Gesundheit auswirken. Dabei müssen wir nicht nur bei uns auf eine gesunde Ernährung achten, sondern wir haben auch die Verantwortung für unsere vierbeinigen Freunde zu tragen. Schließlich liegt uns ihr Wohlbefinden am Herzen, denn wir möchten sie möglichst lange um uns haben. Aber auch ästhetische Gründe entscheiden mit. Besitzer von Kleintieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen in artgerechter Haltung müssen sich über die Rationierung des Futters weniger Gedanken machen, als Katzen- oder gar Hundehalter. Und bei einigen Hunderassen ist übermäßige Völlerei sogar lebensbedrohlich.


Unsere Haushunde stammen vom Wolf ab, der in seiner natürlichen Umgebung nahezu ständig auf Beutezug ist. Und das muss er auch, denn nicht immer verläuft seine Jagt erfolgreich, sein Magen bleibt zuweilen leer. Instinktiv verschlingt er seine Beute daher nicht nur eilig, sondern meist auch vollständig – wer weiß, wann er die nächste Nahrung findet. Aus diesem Grund kann man beobachten, dass auch die meisten Hunde ihre Mahlzeit schnell verschlingen und getreu dem Vorbild Wolf wird der Napf immer schön geleert, egal, wie voll er ist. Unsere Vierbeiner müssen nicht warten, bis sie das nächste Wild erlegt haben. Zur nächsten Fütterungszeit ist der Napf wieder gefüllt. Wohl den Herrchen und Frauchen, die darauf achten, dass ihre Lieblinge immer genug Futter bekommen um satt zu werden, aber eben nicht mehr, als ihre Körper tatsächlich verbrennen können.

Die optimale Futtermenge errechnen und auch die Leckerchen berücksichtigen

Die richtige Menge Futter zu ermitteln, die ein Hund pro Tag benötigt, ist gar nicht so leicht, insbesondere, wenn man gerade mit der Hundehaltung beginnt. Hersteller von fertigem Nass- und Trockenfutter haben meist Fütterungsempfehlungen auf die Packungen gedruckt, die gute Anhaltspunkte liefern. Die Angaben beziehen sich in der Regel auf das Körpergewicht des Hundes. Achtung, für Welpen gibt es spezielles Trockenfutter und auch gesonderte Empfehlungen. Für manche Rassen ist sogar spezifisches Futter erhältlich. All diese Angaben sind allerdings nur ungefähre Richtwerte, denn je nach Aktivität, Alter, eventuellen Allergien oder Erkrankungen des Hundes, darf und sollte etwas mehr oder weniger gefüttert werden. Wer unsicher ist, kann sich Rat beim Tierarzt oder Hundetrainer holen.

Bei der Berechnung der für den eigenen Hund passenden Futtermenge sollte der Halter auch die Leckerchen berücksichtigen, die sein Vierbeiner über den Tag verteilt erhält, denn auch sie zählen mit zu seinem Energiebedarf. Hat er viele Hundesnacks erhalten – bitte keine Schokolade, Gummibärchen oder Salzstangen geben – muss die nächste Mahlzeit entsprechend kleiner ausfallen, damit sich keine Speckrollen bilden.

Woran erkennt man Übergewicht beim Hund?

Je nach Rasse und Dichte/Länge des Fells lassen sich ein paar Gramm zu viel nicht immer gleich erkennen. Doch es gibt eine recht einfache Methode, um festzustellen, ob der Vierbeiner sein ideales Körpergewicht hat oder eventuell darüberliegt. Damit ist nicht etwa das Wiegen gemeint, denn das ergibt wie bei uns Menschen nicht immer ein vollständiges Bild und ist daher nur ein Anhaltspunkt. Ob sein Hund zu dick ist, hat der erfahrene Tierhalter buchstäblich im Gefühl. Denn wenn man mit der flachen Hand über Rücken- und Seitenpartie des Hundes mit leichtem Druck streicht, sollte man den Knochenbau und die Rippen noch problemlos fühlen können. Kann man sie hingegen mit dem bloßen Auge sehen, deutet dies auf eine Unterernährung hin und man sollte dementsprechend mehr füttern oder den Tierarzt um Rat bitten. Lassen sich die Knochen nicht mehr ertasten, deutet sich Übergewicht an und man sollte handeln.

Aber auch der optische Eindruck und das Verhalten sind gute Indikatoren, ob ein Hund sein Normalgewicht hat oder an Übergewicht leidet. Das Fell eines zu dicken Vierbeiners ist meist stumpf und fühlt sich rau an. Außerdem können Herrchen und Frauchen beobachten, dass deutlich mehr gehechelt wird, insbesondere bei warmen Wetter. Seine Bewegungen werden langsamer und behäbiger, das Erheben und Niederlegen fällt ihm sichtlich schwerer. Zudem geraten übergewichtige Hunde bei sportlichen Aktivitäten, beim Toben und Spielen schneller außer Atem und müssen sich öfter ausruhen, als gesunde, schlanke Hunde.

Zudem kann man insbesondere bei kurzhaarigen Rassen auch bereits an der Körperform erkennen, ob sie übergewichtig sind. Die Taille des Hundes, also der Bereich zwischen Rücken/Bauch und den Hinterläufen, sollte deutlich ausgebildet sein und keine undefinierbare Einheit bilden. Berücksichtigen muss man bei der Einschätzung seines Hundes aber auch immer dessen Alter. Ebenso wie viele Menschen gehen auch ältere Hunde zuweilen etwas in die Breite. Dabei muss es sich dann nicht unbedingt um ein klassisches Übergewicht handeln.

Haustier mit Übergewicht: Was sind die Ursachen?

Nicht immer hat Übergewicht etwas mit Völlerei zu tun. Hormonelle Umstellungen, wie etwa nach einer Kastration können zu Gewichtsveränderungen führen. Auch eine Futterumstellung kann verantwortlich sein. Dabei sind sowohl Gewichtsabnahme, als auch -zunahme erkennbar. Oft reguliert sich das Gewicht, sobald sich der Körper auf das neue Futter umgestellt hat. Falls jedoch das Gewicht weiter steigt, sollte man die Futtermenge etwas anpassen und seinen Vierbeiner öfter wiegen und vor allem sein Verhalten beobachten.

Auch Stoffwechselstörungen oder andere Erkrankungen können eine Gewichtszunahme verursachen. Als Hundehalter sollte man daher nicht zu lange abwarten und frühzeitig den Tierarzt aufsuchen, der dem Übergewicht auf den Grund gehen kann. Unter Umständen empfiehlt der Veterinär dann eine Futterumstellung oder spezielle Diät, die für den Vierbeiner besser verträglich ist.

Hauptursache von Übergewicht bei Hunden ist und bleibt aber dennoch eine übermäßige Fütterung, die nicht selten mit Bewegungsmangel einhergeht. Daher sollte die erste Maßnahme immer eine schrittweise Reduzierung der Futtermenge und insbesondere der energiereichen Snacks sein. Vorausgesetzt natürlich, es liegt keine Erkrankung vor, die für die Gewichtszunahme verantwortlich zeichnet.

Welche Gefahren drohen durch Übergewicht und welche Rassen sind besonders gefährdet?

Ein über einen längeren Zeitraum anhaltendes und unbehandeltes Übergewicht, kann beim Familienhund zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen, die nicht selten nachhaltig sind. Körperbau und Gelenke des Vierbeiners sind exakt auf ein bestimmtes Gewicht ausgelegt. Übergewicht führt zu einer Überbelastung und dadurch zu einem vom Alter unabhängigen Verschleiß, der sich nicht wieder rückgängig machen lässt. Stetiges Übergewicht schwächt zudem das Immunsystem und macht den Hund anfälliger für Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes, Allergien oder Organschädigungen. Ein zu dicker Hund ist behäbiger, kann nicht mehr voll am Leben teilhaben und seine Lebenserwartung ist deutlich geringer als bei einem gesunden Artgenossen.

Einige Hunderassen neigen mehr zu Übergewicht, als andere. Bei Retrievern muss man besonders aufmerksam sein. Ihr meist dichtes, längeres Fell kaschiert so manches Fettpölsterchen. Diese Rasse zählt zu den aktiven Familienhunden, die einen großen Appetit entwickeln können und leider auch schnell zunehmen, wenn Herrchen und Frauchen die benötigten Mahlzeiten überschätzen. Auch Beagle, Mops oder Cockerspaniel haben schnell mal einige Pfündchen zu viel. Übergewicht beim Dackel kann sich dramatisch auswirken. Nicht nur, dass es sehr lange dauert, bis es wieder abgebaut ist, nimmt ihr länglicher Körperbau mit den verhältnismäßig kurzen Beinen jedes überflüssige Fettpolster übel. Der gesamte Bewegungsapparat ist deutlich eingeschränkt.

Was kann man gegen Übergewicht beim Vierbeiner tun?

Tritt Übergewicht eher plötzlich auf, deutet dies auf eine Erkrankung hin und der Hundehalter sollte mit seinem Vierbeiner möglichst bald einen Tierarzt aufsuchen. Eine eher schleichende Gewichtszunahme spricht hingegen für eine Überfütterung und am schnellsten erreicht man den Normalzustand durch eine Reduzierung der Futtermenge und der Snacks – einhergehend mit mehr Bewegung. Ist der Hund ansonsten gesund, sollte man die Mahlzeiten schrittweise reduzieren und nicht gleich nur noch die Hälfte der bisherigen Futterration geben. Das führt nur dazu, dass der Vierbeiner ständig Hunger hat und löst unter Umständen Mangelerscheinungen aus.

Pro Woche sollte der übergewichtige Hund nicht mehr als zirka zwei Prozent seines Körpergewichts verlieren, damit keine gesundheitlichen Schädigungen entstehen können. Eine andere, fettärmere Futtersorte kann zudem bei der Gewichtsreduktion unterstützen. Und wie bei einer Diät für den Menschen, hilft zusätzliche Bewegung, zum Beispiel durch längere Spaziergänge, Apportierspiele, neben dem Fahrrad herlaufen, Schwimmen oder Agility-Sport.

Auch wenn sie noch so niedlich betteln können, als Tierhalter sollte man unbedingt widerstehen können, wenn Haustiere mehr Futter oder Leckerchen haben wollen, als gesund für sie ist. Knochenbau und Gelenke können bei andauerndem Übergewicht nachhaltig geschädigt werden. Lebensqualität und Lebenserwartung sind bei unseren vierbeinigen Freunden deutlich eingeschränkt, wenn sie zu viel wiegen. Da hilft nur, konsequent auf ihre Ernährung zu achten. Und wenn sich doch mal Fettpölsterchen angesammelt haben, hilft zusätzliche Bewegung beim Abbauen – damit sich unsere Lieblinge auf vier Pfoten auch im Alter noch wohl fühlen.

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