Bewegungsfaulheit bei der Katze - tierglueck.de-Haustierratgeber

Übermäßige Bewegungsfaulheit bei der Katze: Grund zur Sorge?

Besonders wenn es draußen kalt ist, liegen unsere Stubentiger gerne auf der faulen Haut. Genau wie wir nutzen auch Katzen die kalte Jahreszeit zur Regeneration und zum Ausruhen. Doch nicht immer ist die Bewegungsfaulheit der Katze auf kalten Temperaturen zurückzuführen. Sie kann auch ein Anzeichen für Erkrankungen, Übergewicht oder Depression sein. Wir stellen Ihnen die häufigsten Gründe für Bewegungsfaulheit bei Katzen vor und zeigen Ihnen, wie Sie Ihrer Katze zu mehr Bewegung verhelfen können.

Gerade in den kalten Monaten beobachten wir häufiger, dass unsere geliebten Stubentiger nicht nur viel schlafen, sondern auch in den wachen Momenten am liebsten auf der faulen Haut liegen. Selbst Katzen mit Freigang nutzen diese Möglichkeit kaum und liegen lieber im Haus herum. Während Hunde sich bei kühleren Temperaturen wohler fühlen und erst recht aktiv werden, ist bei Katzen hier das gegenteilige Verhalten zu beobachten. Denn Katzen, so scheint es, verschieben ihre Jahresration an Schönheitsschlaf auf die dunklere Jahreszeit. Hier kann es hilfreich sein, der Katze besonders gemütliche Kuschelecken anzubieten oder aber auch eine Extraportion Spieleinheiten einzubauen, um die körperliche Fitness des Stubentigers zu erhalten.

Während eine leichte Verschiebung der Schlafgewohnheiten innerhalb des Jahreskreislaufs durchaus als normal gilt, sollten Sie bei übermäßigem Schlafbedürfnis oder bei besonders ausgeprägter Trägheit jedoch den Gründen dafür auf die Spur kommen. Denn wenn Trägheit in Apathie ausartet, dann kann dies auch gesundheitliche oder gar psychologische Gründe haben, die unbedingt diagnostiziert und behandelt werden sollten.

Warum ist meine Katze so faul? Mögliche Gründe für das auffällige Verhalten

Die Gründe für Bewegungsfaulheit bei Katzen können ganz unterschiedlich sein. Es ist durchaus möglich, dass die Katze einfach weniger aktiv ist, weil es draußen kalt und innen im Haus schön kuschelig warm ist - das lädt ja auch uns selbst zum gemütlichen Sofa-Nachmittag ein. Doch nicht immer ist der Grund für die Bewegungsunlust der Katze so offensichtlich. Wichtig ist, dass die Katze, auch wenn sie ein erhöhtes Schlafbedürfnis hat, ansonsten ihr normales Verhalten zeigt. Aktive Phasen sind unbedingt wichtig und ein Zeichen für die Gesundheit des Tieres.

Krankheit oder Mangelerscheinungen

Abgeschlagenheit, Apathie und ein erhöhtes Schlafbedürfnis können erste Anzeichen verschiedener Katzenkrankheiten sein. Selbst wenn die Katze geimpft ist, können Krankheiten ausbrechen, vor allem wenn das Immunsystem über die Wintermonate hin nicht so stark ist wie im Rest des Jahres. Deshalb sollte, wenn die Katze auch in wachen Stunden keine Anstalten macht, auf Spiele einzugehen oder insgesamt sehr schlapp wirkt, der Gang zum Tierarzt nicht hinausgezögert werden. Dieser kann genau herausfinden, was dem Stubentiger fehlt und eine entsprechende Behandlung durchführen.

Auch auf Mangelerscheinungen hin kann der Tierarzt die Katze untersuchen, denn auch diese führen oft zu apathischem und auffälligem Verhalten. Mit der entsprechenden Ernährungsumstellung und der zusätzlichen Gabe oder dem Weglassen von Vitaminpräparaten ist dies jedoch einfach zu umgehen.

Einsamkeit, Langeweile und Depression

Wenn die Katze nicht nur viel schläft, sondern auch im wachen Zustand ausschließlich träge oder gar apathisch wirkt, wenn sie Löcher in die Luft starrt oder selbst dem Lieblingsspielzeug nur einen desinteressierten kurzen Blick zuwirft, dann müssen bei dem Katzenhalter die Alarmglocken läuten. Denn dieses Verhalten ist ein typisches Anzeichen dafür, dass sich die Katze langweilt und kann sogar ein Anzeichen einer Depression sein. Wenn der Tierarzt in dieser Situation keine andere Krankheit diagnostizieren kann, ist eine Depression mehr als wahrscheinlich. Wie beim Menschen selbst kann diese Depression mehr oder weniger stark ausgeprägt sein. Sie ist aber immer ein Anzeichen von einer Lebenssituation, die nicht zur individuellen Natur der Katze passt.

So ist es gerade für Einzelkatzen möglich, dass die Katze sich einfach einsam und gelangweilt fühlt. Denn Katzen leben draußen in Rotten zusammen und auch, wenn jede Katze ihr eigener Herr ist und es, ganz anders als in Hunderudeln, keine Rollenzuweisungen gibt, so genießen Katzen dennoch die Anwesenheit ihrer Artgenossen. Bei ausschließlich im Haus gehaltenen Einzelkatzen kann der menschliche Partner einen Katzen-Partner nun mal nicht ersetzen und ohne die Kommunikation untereinander kann es vorkommen, dass einer einzeln gehaltenen Katze die Einsamkeit irgendwann zu viel wird. Dann kann sich eine ernsthafte Depression entwickeln, die nur schwer wieder zu überwinden ist.

Trägheit wegen Übergewicht

Ein weiterer möglicher Grund für die Bewegungsfaulheit bei Katzen kann Übergewicht sein. Denn die meisten Stubentiger sind es gewohnt, zu jeder Zeit an einem gefüllten Futternapf fressen zu können und überfressen sich dabei auch gerne einmal. Wenn es schmeckt, hören manche Katzen nämlich nur sehr ungern mit dem Fressen wieder auf. Und wir Tierhalter neigen dazu, einen leeren Napf schnellstmöglich wieder aufzufüllen.

Dieses Überangebot führt bei vielen Katzen zu Übergewicht, welches dann nicht nur die Knochen belastet, sondern das Tier faul macht und dazu führt, dass wichtige Rituale wie die Fellpflege nicht mehr so einfach durchzuführen sind und mit der Zeit sogar vernachlässigt werden.

Was kann ich tun, um meine Katze zur Bewegung zu animieren?

Wichtig ist, dass das bewegungsfaule Haustier wieder aus der Reserve gelockt wird und die Lust an der Bewegung wiederfindet. Je nachdem, welche Gründe vorliegen kann dies ganz unterschiedlich aussehen und reicht von der Behandlung durch den Tierarzt über das Anschaffen eines Katzen-Partners bis hin zum Basteln von anregendem Spielzeug oder dem Durchführen einer Diät. Was immer die Katze benötigt, um wieder auf die Beine zu kommen, jetzt können Sie als Halter beweisen, dass sie gemeinsam durch dick und dünn gehen.

Den Tierarzt um Rat fragen

Da der erste Gang für all diejenigen Katzenhalter, die ein faules oder apathisches Tier zuhause sitzen haben, der Gang zum Tierarzt ist, ist dies auch der erste Schritt zur Besserung der Katze. Denn der Tierarzt kann bei einer Untersuchung Krankheiten erkennen oder gegebenenfalls ausschließen und auch auf Mangelerscheinungen hin untersuchen und diese entsprechend beheben. Auch die Über- oder Unterdosierung von Vitamin A kann Auswirkungen auf die Bewegungsfaulheit bei Katzen haben. Mit etwas Glück ist das Haustier dann nach der Behandlung beim Tierarzt bereits nach wenigen Tagen wieder auf der Höhe und jagt begeistert seinem Spielzeug hinterher.

Durchführen einer Diät

Ist die Katze Übergewichtig, dann muss in jedem Fall eine Diät durchgeführt werden. Informationen und Hilfestellung dazu kann der Tierarzt geben und es ist immer wichtig, dass eine fundierte Ernährungsberatung stattfindet, auf deren Grundlage die Futterration für das Tier individuell bestimmt werden kann. Ballaststoffreiches Futter, das satt macht aber nicht so viele Kalorien liefert, ist hier grundsätzlich sehr wichtig. Auch der Verzicht auf Leckerlis, kann zu einer schlankeren Figur bei dem Stubentiger führen. Als Belohnung und Ersatz für das gewohnte Leckerli können etwa ein kleiner Teil der normalen Futterration oder spezielle Leckerli für Katzen auf Diät verwendet werden.

Zuwendung und Streicheleinheiten

Äußerst wichtig, besonders wenn die Katze träge ist und apathische Züge aufweist, sind regelmäßige Streicheleinheiten. Denn Katzen sind sehr gesellige Tiere, die den Kontakt zu anderen, in diesem Fall ihrem Menschen, dringend brauchen. Zwar bestimmen Katzen immer selbst wann und vor allem wie viel geschmust wird, doch das Kuscheln wird dann in vollen Zügen genossen.

Der Katze einen Partner anschaffen

Wenn das Kuscheln mit dem Menschen nicht ausreicht oder der Halter, vielleicht aufgrund eines anstrengenden Jobs, viel außer Haus ist, ist es äußerst wichtig, über einen Katzen-Partner für das geliebte Haustier nachzudenken. Hier verstehen sich zwei Kätzinnen oder ein Paar am besten und der Partner sollte immer nach den Vorlieben der bereits im Haus wohnenden Katze ausgewählt werden. Es ist wichtig, dass sich die beiden gut verstehen und langsam aneinander gewöhnen können. Dann sollte einer lebenslangen Freundschaft nichts mehr im Wege stehen.

Insgesamt gilt für den Katzenhalter, der Bewegungsfaulheit des Tieres mit viel Geduld zu begegnen und zu eruieren, wie dem Stubentiger am besten zu helfen ist. Mit der richtigen Strategie, Geduld und viel persönlichem Einsatz kann übermäßige Bewegungsfaulheit überwunden werden und dem Tier die Lust an der Bewegung und damit auch ein Stück Lebensfreude zurückgegeben werden.

Spieleinheiten gegen Trägheit – vor allem in den kalten Wintermonaten

Fast immer hilfreich im Kampf gegen Langeweile sind ausgeprägte Spieleinheiten. Hier sollte beachtet werden, dass Katzen, anders als zum Beispiel Hunde, meist eine Weile brauchen, bis sie in den Spielmodus gelangen. Hier ist von Seiten des Halters also Geduld gefragt. Es kann durchaus vorkommen, dass das Spielzeug erst einmal fünf Minuten lang vor der Katze hin- und hergezogen werden muss, um ihr Interesse zu wecken, doch dann gibt es kein Halten mehr. Die tägliche Spieleinheit sollte zudem mindestens zwanzig Minuten dauern, um den Bewegungsdrang des Tieres befriedigen zu können und auch langfristig Langeweile zu verhindern.

Das richtige Spielzeug finden

Um dem Spiel immer wieder neue Reize zu verschaffen, können verschiedene Spielzeuge eingesetzt werden. So gibt es beispielsweise Bällchen in verschiedenen Größen und Spielzeuge wie kleine Mäuse, mit denen sich die Katze selbst beschäftigen kann. Zum gemeinsamen Spielen eignen sich besonders kleine Angeln, an denen Federn oder kleine Plüschfiguren befestigt sind. Diese können dann hüpfend vor der Katze hergezogen oder in die Luft geschwungen werden, um den Jagdtrieb der Katze anzusprechen.

Spielzeug selbst basteln

Vor allem selbst gebasteltes Spielzeug erfreut sich bei Katzen größter Beliebtheit. Jegliche Art von Karton lässt sich hervorragend in ein Katzenspielzeug umwandeln. Ganz abgesehen davon, dass Katzen es lieben, sich in jeden noch so klein erscheinenden Karton komplett hinein zu quetschen, lieben sie Kartons, in die sie hineingreifen können. Ob aus Toilettenpapierrollen oder leeren Taschentuchboxen, Spielzeug lässt sich aus den alltäglichsten Gegenständen herstellen. Auch können diese Behältnisse etwa mit einem kleinen Leckerli ausgestattet werden, welches die Katze sich dann erarbeiten und mit der Pfote herausholen muss. Auch Holzstücke oder ungiftige Gräser können an eine Angel gebunden und dazu genutzt werden, die Katze zum Spielen zu animieren. Hinsichtlich der Kreation von Katzenspielzeug sind keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist alles was ungefährlich ist und, vor allem, alles was der Katze gefällt.

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