Warum sind Wasserpflanzen im Aquarium so wichtig? | tierglueck-Haustierratgeber

Warum sind Wasserpflanzen im Aquarium so wichtig?

Wasserpflanzen sind ein farbenfroher Blickfang in jedem Aquarium. Doch sie sind nicht nur schön anzusehen, sie erfüllen zudem verschiedene Funktionen, die das Aquarium für alle seine Bewohner zu einer gesunden und lebenswerten Umgebung macht.


Wer sich als farbenfrohen Blickfang ein Aquarium ins Wohnzimmer stellt, der hat sich vorher mit Sicherheit ausführlich über die dort einziehenden Fische informiert, um ihnen den bestmöglichen Lebensraum zu bieten. Doch auch die Wasserpflanzen sind ein sehr wichtiger Bestandteil eines gelungenen Aquariums und als Lebewesen müssen auch sie die für sie passenden Bedingungen vorfinden. In der richtigen Umgebung sorgen sie dafür, dass die Wasserqualität stimmt und das Aquarium einen gesunden und artgerechten Lebensraum für alle seine Bewohner darstellt.

Welchen Einfluss haben Wasserpflanzen auf Fische und Aquarium?

Wasserpflanzen kommen nicht nur der Optik eines exotisch anmutenden Aquariums zugute, sie sind zudem aus verschiedenen anderen Gründen wichtig für ein gesundes Aquarienklima.

Wasserpflanzen als „Raumtrenner“

So bieten Wasserpflanzen in verschiedenen Größen und Höhen nicht nur eine gute optische Aufteilung des Aquariums. Sie bieten den Fischen zudem die Möglichkeit, verschiedene Territorien aufzuteilen und zu bewohnen und sie stellen artgerechte und sichere Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere dar. Dabei geben sie beispielsweise bequeme und vor Feinden geschützte Schlafplätze ab und sind außerdem perfekte Verstecke.

Eiablage in Wasserpflanzen

Besonders feingliedrige Pflanzen geben auch einen guten Laichgrund ab und ermutigen die Fische, dort ihre Eier zu legen. Wer sich also mit der Fischzucht beschäftigen möchte, der sollte dafür sorgen, dass geeignete Wasserpflanzen zur Eiablage vorhanden sind. Dies ermutigt die Fische, sich mit der Aufzucht von Nachkommen zu befassen.

Nahrungsversorgung durch Wasserpflanzen

Auch stellen Wasserpflanzen eine gute Nahrungsquelle für Fische, Garnelen und andere Wasserbewohner dar. Während einige Fischarten tatsächlich bestimmte Pflanzen fressen, ernähren sich andere - unter anderem Garnelen - von den Mikroorganismen die in und an den Wasserpflanzen leben. Selbstverständlich sollten gerade diejenigen Pflanzen, die von Fischen als regelmäßige und direkte Nahrungsquelle genutzt werden in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Es ist zudem wichtig, dass die Auswahl der Pflanzen auf die schwimmenden Beckenbewohner abgestimmt ist. Demnach sollten Fische und Pflanzen möglichst aus der gleichen natürlichen Umgebung stammen, so dass sie sich gut vertragen und sich auch in denselben Temperatur- und Lichtverhältnissen wohlfühlen.

Pflanzen sichern die Wasserqualität

Nicht zuletzt sind Wasserpflanzen für das richtige Klima im Aquarium zuständig und sorgen für gute Wasserwerte. Für den Reinigungskreislauf im Becken sind ausreichend Wasserpflanzen unerlässlich, da sie das Wasser entgiften, also Nitrat und Ammonium aus den Hinterlassenschaften der Fische aus dem Wasser aufnehmen. Zusätzlich reichern sie das Wasser mit Sauerstoff an, indem sie im Rahmen der Photosynthese Kohlendioxid aus dem Wasser aufnehmen und in den für das Überleben der Fische essentiell wichtigen Sauerstoff umwandeln.

Was ist die richtige Anzahl an Wasserpflanzen?

Die Pflanzen sollten den ihnen gebührenden Teil an Platz im Aquarium einnehmen, doch wenn sie sich zu stark breitmachen oder wenn zu viele Pflanzen im Aquarium vorhanden sind, dann kann das den Lebensraum und die Möglichkeit zur freien Bewegung der Fische sehr einschränken. Auch können die Wasserpflanzen nur dann ihre Aufgabe - nämlich in erster Linie die Erhaltung einer idealen Wasserqualität - richtig erfüllen, wenn sie selbst ausreichend Platz zum wachsen haben. Bei der Einrichtung des Aquariums sollte deshalb immer auch bedacht werden, dass Wasserpflanzen als lebendige Beckenbewohner auch Platz zum wachsen benötigen. Auf eine zu dichte Bepflanzung sollte also verzichtet werden.

Inwiefern die Anzahl der Pflanzen und Fische gut aufeinander abgestimmt sind, lässt sich auch an der Wasserqualität ablesen. Diese sollte regelmäßig überprüft werden und den jeweiligen Ansprüchen von Fischen und Pflanzen entsprechen. Zu wenige Pflanzen können beispielsweise zu einem Sauerstoffmangel im Aquarium führen, der der Gesundheit der Fische sehr zusetzen kann.

Sind alle Pflanzen für alle Fische gleich gut geeignet?

Prinzipiell gilt, dass Wasserpflanzen immer einen Teil der natürlichen Umgebung der Fische im Aquarium darstellen und dass es somit am besten ist, wenn Fische und Pflanzen aus der gleichen natürlichen Region stammen. Noch vor der Anschaffung eines Aquariums sollte sich jeder Aquarianer daher genau mit den Anforderungen der von ihm bevorzugten Fischart auseinandersetzen und anhand dieser Informationen die geeigneten Wasserpflanzen auswählen.

Bei der Vielzahl an Wasserpflanzen in den verschiedensten Formen und Grüntönen, die es im Fachhandel gibt, fällt die Auswahl oft nicht leicht und in der Begeisterung über die Einrichtung eines Aquariums können unter Umständen zu viele Pflanzen angeschafft werden oder es werden Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen ausgewählt. Hier empfiehlt es sich also immer, die Pflanzen passend zur ursprünglichen Klimazone der Fische auszuwählen - oder aber, bei absoluten Wasserpflanzen-Fans, auch umgekehrt.

Mit einer überschaubaren Anzahl an Wasserpflanzen lässt sich zudem eine wunderbar harmonische und optisch ansprechende Unterwasserwelt gestalten. Dafür werden Pflanzen in unterschiedlichen Höhen und Formen für den Vordergrund, die Mitte des Aquariums, sowie für den Hintergrund ausgewählt. Hier werden kleine Pflanzen vorne im Aquarium eingesetzt und größere Pflanzen weiter hinten. Durch den bewussten Einsatz dieser sogenannten Vordergrund-, Mittelgrund- und Hintergrundpflanzen lässt sich das Aquarium dann wunderbar in verschiedene Bereiche aufteilen und es bekommt eine optische Tiefe, gepaart mit einem freien Blick ins gesamte Aquarium.

Müssen Wasserpflanzen ausgewechselt werden?

Hier kommt es ganz darauf an welche Arten von Wasserpflanzen im Aquarium eingesetzt werden. Wenn die Pflanzen von vorne herein - sowohl von der Art und ihren Anforderungen her, als auch von ihrer Anzahl - an die Art und Anzahl der Fische im Becken angepasst wurden, dann kann sich die Unterwasserwelt lange Zeit stabil halten, ohne dass von Seiten des Aquarianers erneut eingegriffen werden muss. Wie Zimmerpflanzen auch, tut es Wasserpflanzen natürlich gut, wenn sie ab und an beschnitten und zurechtgestutzt werden - worüber sich zudem auch die Fische freuen, deren Bewegungsspielraum mit der Zeit sonst recht eingeschränkt sein könnte.

Diejenigen Pflanzen, die von Fischen direkt als Nahrung genutzt werden, sollten aber unter Umständen regelmäßig ersetzt werden. In jedem Fall ist es ratsam, sich über die Anforderungen der einzelnen Pflanzen genau zu informieren und sicherzustellen, dass den Pflanzen alles zur Verfügung steht was sie zu einem gesunden Wachstum benötigen. Es ist zudem wichtig, die Pflanzen ihrer Art gerecht im Aquarium einzubringen. Während manche Pflanzen in den Boden gepflanzt werden müssen, haben andere keine Wurzeln und können schwimmend im Becken angebracht und eventuell auf einen Stein oder ein Dekorationsobjekt aufgebunden werden.

Es ist zudem immens wichtig, die passenden Wasserpflanzen für die Temperatur und die Lichtverhältnisse des Aquariums auszuwählen. Auch sollten Fische und Wasserpflanzen möglichst aus der gleichen Weltregion oder zumindest aus ähnlichen Klimazonen stammen, damit sie sich untereinander gut vertragen, gut ergänzen und beste Bedingungen vorfinden. Stimmen die Bedingungen, können Wasserpflanzen lange Jahre im Aquarium verbleiben.

Beitrag jetzt teilen:

Newsletter

Folgt uns auf Facebook

Werde Fan von tierglueck.de auf Facebook und verpasse keine Neuigkeiten mehr.

Jetzt folgen Jetzt folgen