Läufigkeit bei Hunden - tierglueck.de

Was passiert, wenn die Hündin läufig wird?

Besitzer von weiblichen Hunden kennen das schon. Ein paarmal pro Jahr müssen sie auf ihre Hündin mehr als sonst achtgeben – insbesondere beim Spaziergang und der Begegnung mit anderen Hunden, speziell männlichen Hunden. Denn dann ist die Hündin läufig oder "heiß", wie es umgangssprachlich gerne genannt wird und bereit, sich decken zu lassen. Und nur dann ist sie auch fruchtbar. Während dieser Zeit sondert sie nicht nur ein Sekret ab, sondern auch Duftstoffe, die für jeden Rüden auch über größere Entfernungen hinweg extrem verlockend riechen und zum Deckakt einladen. Möchte man einer ungewollten Schwangerschaft vorbeugen, sollte man seine läufige Hündin nicht unbeaufsichtigt lassen und beim Spazierengehen besser anleinen. Eventuell empfiehlt sich zum Gassi gehen eine etwas entlegenere Route, damit man nicht von einer dichten Traube interessierter Hunde begleitet wird.


Je nach Rasse sind Hündinnen zwischen ein- und viermal im Jahr läufig. Als Faustregel gilt, je kleiner ein Hund, desto kürzer sind die Intervalle von einer Läufigkeit zur nächsten. Leben in einem Haushalt mehrere Hündinnen, kann es sein, dass sich die Zyklen einander anpassen, sowohl was Häufigkeit, als auch Zeitpunkt betreffen. Das erste Mal wird eine Hündin im Alter von sechs bis zwölf Monaten läufig. Auch hier gilt, kleinere Rassen bekommen ihre Hitze früher als größere. Bei manchen sehr großen Hunden, kann der erste Zyklus auch erst mit zwei Jahren einsetzen. Zirka 21 Tage dauert die Läufigkeit einer Hündin an. Das bedeutet, allerdings nicht, dass sie während der gesamten drei Wochen für Rüden empfänglich ist. Vielmehr ist es ein Zyklus, der sich langsam auf- und wieder abbaut. Die eigentliche Stehphase, also die Zeit in der die Hündin einen Rüden nicht mehr abweist, ist etwa zwischen dem neunten und achtzehnten Tag, wobei es auch hier rassespezifische Abweichungen gibt.

Woran merke ich, dass meine Hündin läufig ist und was spielt sich ab?

Mit Beginn der Läufigkeit sondert die Hündin einen blutigen Schleim über ihre Vulva ab. Das sind hier und da mal ein paar Tröpfchen, die sich gut mit einem ausgelegten Handtuch im Hundebett oder auf der Couch auffangen lassen. Im Grunde reiniget sich die Hündin während ihrer Läufigkeit selbst. Das Tragen einer Hundewindel ist daher eigentlich überflüssig und dient mehr dem Schutz vor allzu aufdringlichen Rüden. Zudem lassen sich die wenigsten Hündinnen eine Windel anlegen oder tragen diese. Für den Hundebesitzer ist dies ein Zeichen, nun auf seine Hündin aufzupassen, insbesondere, wenn Begegnungen mit anderen, männlichen Hunden anstehen. Wobei die Hündin zwar bereits ab dem ersten Tag ihrer Hitze Botenstoffe aussendet, aber für den Deckakt noch nicht bereit ist. Nähert sich ihr also ein Rüde in dieser Zeit wird er in der Regel erst mal weggeknurrt und manchmal schnappt die Hundedame auch nach allzu aufdringlichen Verehrern.

Kritisch wird es erst einige Tage später, wenn die Hündin fruchtbar wird und sich dem Deckakt nicht mehr entziehen würde. Sie hat nun mehrere Eisprünge – unbefruchtete Eier wandern aus den Eierstöcken in den Eileiter, wo sie befruchtet werden können. Der Schleim, den sie auswirft ist nun etwas dünner und heller als in der Anfangsphase. Die Hündin ist jetzt bereit und würde einen Rüden nicht mehr unbedingt abweisen. Es sei denn, sie kann ihn gar nicht leiden, was auch in der Tierwelt vorkommt.

Als Hundebesitzer sollte man in der Stehphase seiner Vierbeinerin auf eine Teilnahme beim Hundetraining verzichten. Auch sind Streifzüge durch den Park oder bekannte Gassi-Strecken in dieser Zeit nicht unbedingt zu empfehlen, wenn der gemeinsame Spaziergang nicht in Stress für Hund und Mensch ausfallen soll.

Hormonveränderung und mögliche Scheinschwangerschaft folgen

Zum Ende des Läufigkeitszyklus ist die Hündin bereits nicht mehr fruchtbar, Ausfluss und Duftstoffe bilden sich allmählich zurück. Der aufmerksame Hundebesitzer wird jedoch feststellen, dass sich seine Hündin verändert. Das Hormon Progesteron ist dafür verantwortlich. Es unterstützt den Hund nach einer erfolgreichen Befruchtung bei der optimalen Einnistung der Embryos.

Aber auch Hundedamen, die nicht gedeckt wurden, produzieren das Hormon, das die Milchproduktion anregt und zuweilen sogar eine Scheinschwangerschaft auslöst. Diese Phase verläuft bei jedem Hund anders. Manchmal merken Herrchen oder Frauchen gar nichts. Oft sind Hündinnen in dieser Phase besonders liebebedürftig und verschmust. Doch wenn plötzlich Socken, Pantoffeln oder andere Gegenstände verschwinden und im Körbchen gehortet und bebrütet werden, ist dies ein Zeichen für einen Hormonschub und eine Scheinschwangerschaft liegt vor. Diese Phase hält meist nicht so lange an und ist irgendwann verschwunden. Sollte sie doch einmal länger anhalten kann der Tierarzt beraten. Während der sich anschließenden Ruhephase, die bis zur nächsten Läufigkeit anhält, verhält sich die Hündin völlig normal und ist auch nicht fruchtbar, so dass man sie gefahrlos auch mit unkastrierten Rüden spielen lassen darf.

Übrigens bekommen auch ältere Hundedamen immer noch ihre Hitze. Die vom Menschen bekannten Wechseljahre gibt es bei Hunden nicht, weshalb auch ein älteres Weibchen immer noch trächtig werden kann.

Lässt sich die Läufigkeit bei Hunden verschieben oder verhindern?

Die zyklusmäßige Läufigkeit einer Hündin ist ein ganz natürlicher Prozess, der zum Hundeleben ganz einfach dazu gehört. Daher sollten Herrchen oder Frauchen auch nicht in diesen Prozess eingreifen, sondern die Hündin in dieser Zeit mit viel Verständnis für die temporären Veränderungen unterstützen. Darüber hinaus kann es aber aus medizinischen Gründen notwendig sein, die Hitze einer Hundedame temporär oder komplett zu unterbinden. Etwa, wenn die Läufigkeit plötzlich häufiger einsetzt oder eine Erkrankung der Gebärmutter vorliegt. Die einfachste Methode, die Läufigkeit zu unterdrücken ist, durch regelmäßige Hormoninjektionen. Die dauerhafte Behandlung ist allerdings umstritten, da die Gefahr besteht, dass die Hündin an Diabetes, Tumoren oder einer Gebärmutterentzündung erkranken kann.

Hundehalter, die generell keine Nachkommen ihres Vierbeiners züchten möchten, können über eine Sterilisation der Hündin nachdenken. Allerdings verhindert dieser Eingriff nicht, dass sie weiterhin läufig wird, die Eileiter werden lediglich unterbrochen, die Hündin kann nicht mehr trächtig werden. Nur nach einer Kastration, bei der die Eierstöcke der Hündin entfernt werden, findet keine Läufigkeit mehr statt. Allerdings verändert sich die Hündin in den meisten Fällen. Sie wird ruhiger und hat keinen so großen Energiebedarf mehr, aber einen gesteigerten Appetit, wodurch sie anfälliger für Übergewicht ist. Auch ist es möglich, dass sich das Fell dauerhaft verändert und eine andere Pflege als bisher notwendig ist.

Was muss ich beachten, wenn ich Nachkommen von meiner Hündin züchten möchte?

Hundehalter, die sich Nachwuchs ihrer Hundedame wünschen, müssen vor allem den Läufigkeitszyklus beachten. Wichtig ist zudem, dass der gesamte Prozess bis zur Geburt und Abgabe der Welpen gut durchgeplant ist. Zunächst muss ein passender Rüde gefunden werden und mit seinen Besitzern ein Decktermin abgestimmt werden. Bei Rassehunden ist die Befruchtung übrigens mit einer Deckgebühr verbunden, die schon mal mehrere Hundert Euro hoch sein kann. Ein Rüde sollte idealerweise von gleicher Rasse wie die Hündin sein und auch etwa gleich groß. Das Alter spielt jedoch eine eher untergeordnete Rolle. Möchte man gute Charaktereigenschaften oder eine besonders schöne Fellzeichnung auf die Nachkommen übertragen, sollte man dies bei der Wahl des Rüden berücksichtigen. Unabhängig vom Deckakt sollten sich Hündin und Rüde außerhalb der Läufigkeitsphase kennenlernen, um festzustellen, ob sie sich auch leiden mögen.

Um den idealen Decktermin bestimmen zu können, muss man die Stehphase seiner Hündin sehr genau kennen. Ist man zu früh dran, verweigert die Hündin das Aufsteigen des Rüden, da sie noch nicht fruchtbar ist. Ein paar Tage zu spät, führt ebenfalls nicht zum gewünschten Erfolg. Es empfiehlt sich daher, das Verhalten seiner Hündin während der Läufigkeit sehr genau zu beobachten, gegeben falls alle Phasen in einem Kalender einzutragen und den Termin anhand der Daten für die nächste Läufigkeit zu definieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man besser zwei Decktermine ins Auge fassen, die innerhalb von zwei bis drei Tagen und während der fruchtbaren Phase der Hündin liegen. Die Chance, dass die Hündin trächtig wird, ist bei zwei aufeinander folgenden Paarungen wesentlich größer. Auch die Anzahl der Welpen kann dadurch gesteigert werden. Der erste Deckakt sollte daher unmittelbar nach Beginn der Stehphase der Hündin stattfinden.

In den Läufigkeitszyklus einer Hündin sollte man als Hundehalter nur im medizinischen Notfall eingreifen. Es handelt sich um einen natürlichen Prozess, der für den weiblichen Hund wichtig ist. Er regelt nicht nur die Nachkommenschaft, sondern dient der Reinigung des Körpers. Herrchen und Frauchen sollten in dieser Zeit besonders viel Verständnis für die kleineren oder größeren Veränderungen ihrer Hündin aufbringen und bei der Begegnung mit Rüden stets achtgeben – es sei denn, man möchte Nachwuchs züchten.

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