Welcher Hund passt zu mir? - tierglueck-Haustierratgeber

Welcher Hund passt zu mir und meinem Lebensstil?

Mancher kommt per Zufall auf den Hund, etwa durch eine Übernahme von einem Freund, weil sein bisheriger Besitzer verstorben ist oder schlicht, weil das Schicksal Mensch und Vierbeiner zusammengeführt hat. In der Regel werden Hunde aber ganz bewusst angeschafft, weil es ganz einfach aufrichtige und treue Weggefährten sind, die man nicht mehr missen möchte. Viele solcher tierischen Partnerschaften ergeben sich unbewusst, beispielsweise, wenn man einen Hund aus dem Tierheim adoptieren möchte. Dann schaut man zumeist nicht so genau nach Rasse oder Abstammung. Spannend wird es, wenn sich der zukünftige Hundebesitzer Gedanken macht, welche Rasse wohl zu ihm passt. Und das ist gar nicht so leicht, denn schließlich geht man eine Verantwortung für 12 bis 16 Jahre ein – ein Umtausch ist bei Lebewesen nicht so gerne gesehen.


Wohl dem Frauchen oder Herrchen, das sich vor der Anschaffung eines Welpen oder erwachsenen Hundes überlegt, welcher vierfüßige Partner wohl zum eigenen Lebensstil passt oder zu den Personen innerhalb der Familie. Natürlich zählen in erster Linie persönliche Vorlieben oder Abneigungen, die allerdings nicht zuletzt durch die räumlichen Bedingungen begrenzt sind, in denen mal lebt. Es empfiehlt sich nicht gerade einen Bernhardiner in einem 65 Quadratmeter großem Apartment zuhalten. Und wenn man im fünften Stock ohne Aufzug lebt, ist ein Dackel nicht unbedingt die beste Wahl – es sei denn, man möchte ihn für jeden Gassiweg rauf und runter tragen. Natürlich ist das Haus mit eigenem Garten die ideale Voraussetzung für die Hundehaltung, doch unsere vierbeinigen Freunde sind extrem anpassungsfähig und auch in einer Wohnung ohne Garten glücklich – solange sie nur bei ihren geliebten Menschen sein können.

Diese Fragen helfen bei der Auswahl des richtigen Hundes

Wer unschlüssig ist, wie man die beste Rasse für sich selbst und sein Umfeld auswählt, fängt vielleicht erst einmal bei der Frage an, wie groß der Hund sein soll. Zwar gibt es unzählige sehr unterschiedliche Rassen, doch lassen sich Hunde tatsächlich in drei Formate einteilen: kleine Hunde mit einer Rückengröße von 25 bis 30 Zentimetern, mittelgroße Hunde von 35 bis 50 Zentimetern und große Hunde, mit 55 Zentimetern und aufwärts. Dass es darüber hinaus auch sehr große und extrem kleine Hunde gibt, lassen wir hier mal außenvor. Eine Rolle spielt zudem, ob Sie bereits Erfahrung in der Hundehaltung haben. Mancher Hund benötigt eine strenge Erziehung, damit er Sie als Boss anerkennt und Ihnen später nicht auf der Nase herumtanzt. Die nächsten sehr wichtigen Fragen, die Sie sich stellen sollten, sind die nach Ihren Lebensbedingungen. Also wieviel Platz steht generell zur Verfügung und leben Sie in der Stadt oder auf dem Land? Rücksicht nehmen sollte man ebenso auf kleine Kinder, die im selben Haushalt leben oder gebrechliche Personen – nicht jeder Hund mag Babys oder Kleinkinder und reagiert zuweilen eifersüchtig.

Das eigene Zeitmanagement ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, denn einige Hunderassen benötigen mehr Auslauf, Pflege und Zuwendung als andere. Wer berufstätig ist, sollte seinen Vierbeiner entweder mit zum Arbeitsplatz nehmen können oder muss tagsüber für eine alternative Betreuung oder Unterbringung sorgen. Ein elementarer Punkt ist zudem der eigene Geldbeutel. Vergessen darf man keinesfalls, dass so ein lebendiger Hund kein Stofftier ist und man nicht wenig Geld ranschaffen muss für Futter, Ausstattung, Impfungen, Tierarztkosten und Medikamente. So mancher Vierbeiner frisst einem quasi die Haare vom Kopf. Klar sollte außerdem sein, welche Aufgabe der Hund erfüllen soll – vollwertiges Familienmitglied, Wachhund, Sportkumpel, Kuschel- oder Sozialpartner?

Der vierbeinige Partner zum Kuscheln und Liebhaben

Viele zukünftige Hundebesitzer wünschen sich insbesondere einen Vierbeiner für gemütliche Couchabende, der vielleicht nicht ganz so viel Auslauf benötigt und einen engen Bezug zu seinem Frauchen oder Herrchen entwickelt. Allein schon aufgrund ihrer Größe empfehlen sich hier kleinere Hunderassen, wie beispielsweise der Malteser. Er gilt als sehr liebebedürftig und seinen Menschen treu ergeben. Spazieren geht er gerne, ist dabei aber nicht zu ausdauernd. Sein neugieriges Wesen sorgt dafür, dass man ihm viel beibringen kann und er sehr schnell lernt. Zuhause alleine bleiben ist nicht so seins, er ist gerne mit von der Partie.

Zwergdackel sind die Miniausgabe ihrer größeren Artverwandten. Sie gelten ebenfalls als sehr verschmuste Vierbeiner, die es gerne komfortabel haben und verwöhnt werden möchten. Sie brauchen aber eine gute Erziehung, sonst bricht der rassespezifische Jagdtrieb schnell aus und dann gibt es kein Halten mehr. Aufgrund ihrer sehr kurzen Beine und des langen Rückens sind sie nicht besonders gut im Treppensteigen – die einzelnen Stufen sind für sie einfach zu kurz. Trotz der kurzen Beine laufen sie gerne, doch sicher keinen Marathon.

Der Yorkshire Terrier ist ein Anpassungstalent. Je nachdem, was Herrchen oder Frauchen gerade tun, er macht mit, inklusive faul auf der Couch zu liegen. Aber er braucht auch eine starke Hand, die ihm hin und wieder zeigt, wo es langgeht, denn im Grunde fühlt sich der Kleine viel größer und stärker, als er eigentlich ist. An Mut mangelt es ihm nicht. Aufgrund der verhältnismäßig langen Haare benötigt er etwas mehr Fellpflege.

Der ideale Familienhund

Lebt man nicht nur allein oder zu zweit, sondern in einer Familie muss der Hund kompatibel mit allen Personen im Haushalt sein. Das schließt insbesondere Kinder ein, aber auch die Großeltern und Besucher. Golden Retriever oder die dunkle Version der Flatcoated Retriever sind zum Beispiel klassische Familienhunde, die so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Sie sind tolle Spielkameraden, extrem wachsam und verteidigen ihre Menschen aus ganzem Herzen. Retriever sind freundliche und sanfte Hausgenossen, sprühen aber dennoch voller Energie, wenn es nach draußen gehen soll. Sie lieben Apportierspiele.

Der Amerikanische Cocker Spaniel liebt Kinder und ist ein extrem sanftmütiger Gesellschafter, der allerdings eine konsequente Erziehung genießen sollte. Als ehemaliger Jagdhund muss man insbesondere im Freien sehr auf ihn achtgeben, sonst ist er auf und davon. Er fordert von seinem Besitzer viel Aufmerksamkeit und bekommt er diese nicht, kann er sehr beharrlich und auch aufdringlich sein.


Der freundliche Border Collie braucht immer Beschäftigung und eine Aufgabe. Das Aufpassen und Zusammenhalten von Kindern ist quasi sein Spezialgebiet. Außerdem ist der schlanke, hochgewachsene Hund sehr intelligent und wissbegierig, schnell kann man ihm etwas beibringen oder eine Aufgabe übertragen. Allerdings wird im auch schnell langweilig, wenn er nichts zu tun hat. Dann sucht er sich schon mal selbst eine Aufgabe und bringt den Postboten mit nach Hause.

Der beste Partner für Sport und Agility

Wer sportlich aktiv ist, braucht einen Hund, der zu diesem Lebenstil passt und einen ausgeprägten Bewegungsdrang hat. Der Shetland Sheepdog beispielsweise ist nicht nur gut im Agility-Training, er ist auch ein ausdauernder Partner fürs Joggen oder als Fahrrad-Begleithund. Dank seiner ausgeglichenen Natur versteht er sich mit Pferden sehr gut und kann im Reitsport eingesetzt werden. Sein langes Fell benötigt allerdings eine tägliche Pflege. Er gilt als mitfühlender und empathischer Hund, der sofort merkt, wenn Herrchen oder Frauchen traurig sind.

Der Belgische Schäferhund gilt als extrem temperamentvoll, weshalb er stets zu sportlichen Leistungen aufgelegt ist. Darüber hinaus ist er sehr wachsam und lebhaft mit einem sehr engen Bezug zu seinen Menschen, die er mit sehr viel Einsatz verteidigt, ebenso wie Haus und Hof. Er liebt jede Art von Bewegung und ist sehr ausdauernd. Ein Naturtalent für den Agility-Sport.

Der Jack Russell Terrier ist ein wahres Energiebündel, bereit für allerlei sportliche Aktivitäten, wie Laufen, Radfahren oder Reiten. Auch mit Kindern läuft das drahtige Temperamentbündel gerne um die Wette. Seinen Menschen ist er treu ergeben und wer sich dazwischen stellt, wird schnell merken, dass in dem kompakten Hund ein großes, mutiges Herz steckt.

Wie groß sind die Unterschiede von Rasse zu Rasse?

Im Großen und Ganzen sind die unterschiedlichen Rassemerkmale bei Hunden deutlich ausgeprägt. Dennoch hat jeder seinen eigenen Charakterkopf. So wie wir Menschen verschieden sind, unterscheiden sich auch Hunde voneinander und haben unterschiedliche Bedürfnisse und Angewohnheiten. Es sind eben Individuen. Rassespezifische Merkmale sind daher nur ein allgemeiner Anhaltspunkt. Es empfiehlt sich bei der Wahl des richtigen Hundes, gleich mehrere Rassen in die engere Auswahl zu nehmen. Eine oder mehrere Rassen auszusuchen, macht in jedem Fall Sinn, wenn man sich irgendwann gezielt auf die Suche begeben möchte.

Das kann man bei der Auswahl eines Hundes falsch machen

Den größten Fehler, den ein zukünftiger Hundehalter machen kann, ist sich in einen süßen Welpen zu verlieben, obwohl er eigentlich nach einer ganz anderen Rasse gesucht hat. Welpen sind unabhängig von ihrer Rasse immer niedlich und zauberhaft. Ihnen zu widerstehen ist alles andere als leicht und Konsequenz ist gefragt. Denn aus Welpen werden irgendwann erwachsene Hunde mit all ihren rassespezifischen Eigenarten, die man dann ein Hundeleben lang hinnehmen muss.

Wo soll ich meinen Hund kaufen?

Rasseportraits zu lesen, ist gut für das Hintergrundwissen, doch wie ein Hund tatsächlich drauf ist, kann man nur von Angesicht zu Angesicht beurteilen. Dazu bietet sich ein Besuch im Tierheim an, in dem meist sehr viele unterschiedliche Rassen vertreten sind. Als Besucher bekommt man einen guten Eindruck und kann vom Fachpersonal noch einige Tipps bekommen. Wer weiß, vielleicht findet sich ja sogar der Traumhund unter den Vermittlungstieren. Ansonsten lohnt der Besuch bei verschiedenen Züchtern. Auch hier können die Profis in der Regel viel zur Rasse oder den eigenen Hunden erzählen.


Liebe auf den ersten Blick kann bei der Wahl des passenden Vierbeiners fatale Folgen haben – insbesondere, wenn es sich um einen Welpen handelt. Es zahlt sich aus zu wissen, was man von seinem Hund erwartet. Dabei sollte man seine eigenen Bedürfnisse, seinen Lebenswandel und sein Umfeld auf den Prüfstein stellen. Damit der Hund ein echtes Familienmitglied wird, dass harmonisch in die Gemeinschaft passt.

Beitrag jetzt teilen:

Newsletter

Folgt uns auf Facebook

Werde Fan von tierglueck.de auf Facebook und verpasse keine Neuigkeiten mehr.

Jetzt folgen Jetzt folgen