Wie wird mein Welpe stubenrein? - tierglueck-Haustierratgeber

Wie wird mein Welpe stubenrein?

Einen Welpen im Haus zu haben, ist schon ein ganz besonders Abenteuer. Er bezaubert uns mit seinem neugierigen, treuherzigen und meist noch unbeholfenen Wesen. Auf seine niedliche Masche fallen wir nur zu gerne herein und lassen uns um seine Pfote wickeln. Doch bei allem Charme dürfen wir dem Junghund nicht alles durchgehen lassen. Es ist nötig, ihm frühzeitig seine Grenzen aufzuzeigen und ihn zu erziehen. Das gilt insbesondere, wenn wir dem Welpen beibringen möchten, wo er zukünftig seine Geschäftchen verrichten soll. Dabei hilft uns die Tatsache, dass Hunde von Natur aus keine Nestbeschmutzer sind. Bis zur endgültigen Stubenreinheit ist es dann allerdings ein noch etwas längerer Weg, bei dem der Tierhalter sehr viel Geduld mit dem Welpen haben muss. Und es bedeutet auch, dass in der ersten Zeit die Nachtruhe öfter unterbrochen wird. Es gibt jedoch auch einige Tricks, die beim Stubenreinwerden unterstützen können.

In den ersten beiden Lebenswochen kümmert sich die Hundemutter um die Reinhaltung der Welpen und des gemeinsamen Lagers. Mit sehr viel Ausdauer säubert die Hündin ihren Wurf von allen Urin- und Kotausscheidungen. Und das ist nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, dass sich so ein Hundebaby zirka alle eineinhalb bis zwei Stunden löst – also praktisch nach jeder Mahlzeit, jedem Nickerchen und jeder Spiel- oder Kuschelrunde. Es ist auch die Hündin, die den Verdauungsapparat ihrer Welpen in Gang setzt, der anfangs noch nicht von allein funktioniert. Durch intensive Massagen der Bauchdecke mit ihrer Zunge und Nase bringt die Hündin ihre Welpen gezielt dazu, sich zu lösen. Mit zunehmendem Alter bildet sich das Verdauungssystem vollständig aus, doch erst ab der 14. Lebenswoche sind junge Hunde in der Lage, die Schließmuskel von Blase und Darm selbst zu kontrollieren.

Der Züchter übernimmt meist die Ersterziehung

Kauft man einen Welpen beim Züchter, so hat dieser meist schon wertvolle Vorarbeit in Sachen Stubenreinheit geleistet. Denn ab der zweiten Lebenswoche nimmt die Hündin die Ausscheidungen ihrer Welpen nicht mehr auf und schubst sie unter Umständen aus dem gemeinsamen Nest, wenn sie sich lösen müssen. Das passiert etwa zu dem Zeitpunkt, wenn sich Augen und Ohren der Welpen öffnen und sie beginnen, ihre Umwelt wahrzunehmen und zu erkunden. Unruhig im Kreis herumlaufen, scharren oder aufgeregt am Boden schnüffeln, ist meist ein untrügliches Zeichen, dass sie sich erleichtern müssen und dann gilt es schnell zu handeln und ihnen das geeignete Plätzchen zu zeigen. Erfahrene Züchter sind bereits darauf vorbereitet und haben vorgesorgt. Wie weit ein Welpe bereits zur Reinheit erzogen wurde, kann man beim Züchter erfragen. Oft hilft auch ein kritischer Blick in die Mutter- und Kinderstube. Macht sie einen sauberen Eindruck, kann der Interessent davon ausgehen, dass der Züchter nicht nur einfach die Bächlein und Häufchen aufgewischt hat, sondern seinen Jungtieren bereits beigebracht hat, wo sie sich lösen sollen. Dafür spricht auch ein kurzer Weg von der Welpenkiste oder dem Welpenzimmer bis nach draußen. Wer jedoch Hundemutter und Welpen bei sich zu Hause hat, dem fallen dann auch die Aufgaben der Ersterziehung zu.

Und hierfür gilt: Welpen beobachten. Haben sie gerade getrunken oder gegessen, dann sofort ab nach draußen ins Gras oder wenn nicht anders möglich, übergangsweise in die vorbereitete Sandkiste, die idealerweise mit etwas echtem Rollrasen ausgestattet ist. Normalerweise dauert es dann nicht lange, bis sie sich lösen. Und damit diese Aktion von den Kleinen als angenehm empfunden wird, muss man sie überschwänglich loben, sobald sie ihr Geschäftchen erledigt haben. Als Faustregel kann man sich merken, dass ein Welpe etwa alle zwei Stunden urinieren oder koten muss. Das betrifft allerdings nicht nur die Tagesstunden, sondern gilt auch nachts. Da ist Weckerstellen angesagt.

Niemals im Nachhinein ausschimpfen oder gar schlagen

Natürlich ist aller Anfang schwer und nur selten hält sich ein Welpe an den von Herrchen oder Frauchen aufgestellten Zeitplan. Wenn's drückt und zwickt, dann muss es eben 'raus. Besonders einladend ist da natürlich der Teppich im Wohnzimmer, den Welpen meist besonders mögen, weil er so schön weich ist. Kommt man zu spät dazu und das Unglück ist bereits passiert, hilft kein Schimpfen und Schelten mehr, denn der Welpe würde es nicht in Zusammenhang mit Pfütze oder Häufchen bringen und verstört reagieren. Auch bringt es gar nichts, den Welpen zu packen und ihn mit der Nase in seine Pfütze zu stupsen. Sensible Naturen bekommen unter Umständen einen Schreck fürs Leben und die sich gerade aufbauende Prägungsphase auf den Menschen wird nachhaltig gestört. Das Gleiche gilt übrigens fürs Schlagen, egal ob mit Hand oder Zeitung.

Wie wird mein Welpe stubenrein? Zurechtweisung - tierglueck-HaustierratgeberNur wenn man ihn auf frischer Tat ertappt, kann man ihn mit einem energischen "Nein" und erhobener Stimme auf seinen Fehler aufmerksam machen, ihn sofort und ohne Umschweife nach draußen bringen und ins Gras setzen. Setzt er dort sein Geschäftchen fort, wird er anschließend umso mehr gelobt. Zudem sollte man damit rechnen, dass sich Welpen auch lösen, wenn sie emotional sind. So kann große Freude oder Begeisterung schon mal zu einem Pfützchen führen. Das kann auch bei großer Furcht passieren. Dann folgt der Welpe seinen Instinkten und pieselt, weil er beschwichtigen will. In einem solchen Fall dürfen Herrchen und Frauchen den Welpen nicht ausschimpfen, sondern sollten analysieren, wovor er Angst hat.

Wichtig ist, dass Frauchen und Herrchen nach so einem Unglück die betreffende Stelle auf dem Teppich oder dem Parkett gründlich reinigen und insbesondere von Gerüchen befreien. Denn so ein Welpe hat eine sehr feine Nase. Riecht es irgendwo intensiv nach ihm, setzt er sich gerne wieder auf dieselbe Stelle und nicht selten bedeutet dies einen herben Erziehungsrückschritt. Insbesondere bei einem Unglück auf dem Teppichboden empfiehlt sich der abschließende Einsatz eines Textilerfrischers oder Neutralisierungssprays.

Die Wahl des passenden Örtchens

Zukünftige Hundebesitzer sollten sich schon vor der Anschaffung eines Welpen Gedanken machen, wo er sich lösen soll. Meist bekommt man den Welpen im Alter von acht bis zehn Wochen und in dieser Zeit kann der Kleine eben seine Blasen- und Darmtätigkeit noch nicht vollständig kontrollieren, daher muss es manchmal schnell gehen. Hat man die direkte Verbindung zum eigenen Garten ist das sicher die Ideallösung. Bei der Wohnungshaltung ist das schon schwieriger, denn bis man aus dem dritten Stock das rettende Grün erreicht hat, ist es bei einem bevorstehenden Geschäftchen des Welpen meist schon zu spät. Die erwähnte Sandkiste mit Rollrasen auf dem Balkon könnte für den Notfall herhalten. Kunstrasen ist weniger zu empfehlen, weil der Welpe keinen Unterschied zur Auslegeware in der Wohnung erkennt und nicht versteht, wieso er sich auf dem Teppich draußen erleichtern darf, aber nicht auf dem im Wohnzimmer.

Für den Notfall: Welpen-Toiletten

Vom Einsatz mit Katzenstreu raten Experten ebenfalls ab. Erstens neigen Welpen dazu, das Streu zu fressen und zweitens könnte ein Gewöhnungseffekt eintreten, so dass der Hund auch später lieber diese Toilette benutzen möchte, als sein Geschäftchen draußen zu erledigen. Besser geeignet sind sogenannte Welpen-Toiletten aus der Zoologie, die aus einer flachen Kunststoffschale und einer saugfähigen, auswechselbaren Einlage bestehen. Aber auch bei dieser Lösung besteht die Gefahr der Gewöhnung, daher sollte sie allenfalls kurzzeitig oder im Notfall eingesetzt werden.

Der geeignete Gassi-Weg

Ist kein eigener Garten vorhanden, sollte man den Gassi-Weg mit Bedacht auswählen. Hinterlassenschaften auf dem Gehweg oder im Blumenbeet der Nachbarn sind nicht sehr beliebt und rufen nicht selten Unmut hervor. Herrchen oder Frauchen sollten beim Gassi gehen in Wohngebieten immer gut vorbereitet sein und für alle Fälle Kotbeutel dabeihaben, die es sogar mit integrierten Aufnahmekarten aus Pappe gibt, so dass die Hände sauber bleiben.

Übrigens kann man dem Junghund auch von Anfang an ein bestimmtes Wort beibringen, bei dem er sich quasi auf Kommando löst. Anfangs bindet man dieses spezielle Wort in seinen Lobgesang ein, wenn der Welpe sich erleichtert hat. Später dient dieser Begriff dann als Kommando zum Lösen, das der Hund meist sehr schnell lernt.

Der Trick mit der Schlafbox

Wer des nachts zumindest etwas Schlaf bekommen und nicht ständig auf den Welpen achten möchte, sollte für den kleinen Freund eine Schlafbox einrichten. Und hier kann man davon profitieren, dass auch sehr junge Hunde nur äußerst ungern ihr Kuschelbett verschmutzen. Idealerweise nutzt man eine Transportbox, an die der Welpe von Anfang an gewöhnt wird. Hinein kommt ein weiches, gemütliches Kissen oder eine Decke sowie vielleicht noch ein Spielzeug und zur Schlafenszeit das obligatorische Leckerchen. Der Junghund sollte am Abend gegen 18:00 Uhr seine letzte Mahlzeit bekommen haben und gegen 22:00 Uhr nochmals zum Lösen draußen gewesen sein. Anschließend geht es dann in die Box, die verschlossen und idealerweise im eigenen Schlafzimmer oder in Hörweite aufgestellt wird.

Das Ritual mit dem Leckerchen ist besonders wichtig und sollte von Frauchen oder Herrchen regelrecht zelebriert werden, damit der Welpe die geschlossene Box nicht als Strafe empfindet, sondern als Belohnung. Nun kann man davon ausgehen, dass sich der Kleine bemerkbar macht, wenn er mal raus muss. Dennoch sollte man ihm besonders in der ersten Zeit zuvorkommen und ihn auch in der Nacht zwei bis dreimal zum Lösen nach draußen bringen. Später werden dann die Zeitabstände immer länger, bis der Junghund gelernt hat, seine Bedürfnisse besser zu kontrollieren. Er muss dann nachts nicht mehr nach draußen und die Nachtruhe für Mensch und Hund ist gerettet.

 

Stubenrein zu werden sollte jeder gesunde Welpe innerhalb weniger Wochen lernen. Wenn Herrchen oder Frauchen verstehen, wie so ein kleiner Kerl funktioniert und welche Zeichen er gibt, dann können sie auch angemessen reagieren und ihm beibringen, wo er sich lösen soll. Dies ist quasi der erste Schritt in der Erziehung eines Welpen und elementar wichtig.

Beitrag jetzt teilen:

Newsletter

Folgt uns auf Facebook

Werde Fan von tierglueck.de auf Facebook und verpasse keine Neuigkeiten mehr.

Jetzt folgen Jetzt folgen